

Ich habe selbstverständlich das schwedische Original gelesen:
Ture Sventon privatdetektivTure Sventon - zu Deutsch Teffan Tiegelmann - hat nicht nur einen Sprachfehler, sondern ist auch der beste Privatdetektiv Schwedens. Leider ist er der einzige Mensch in ganz Schweden, der dies weiß. Daher sitzt er meist untätig in seinem Büro in der Drottninggatan von Stockholm und isst
Semlor (pardon - Temlor natürlich), die er sich aus Rosas Konditorei kommen lässt. Unterbrochen wird er darin nur von Leuten, die ihm Schnürsenkel oder ähnliches zum Kaufen anbieten. Eines Tages besucht ihn ein fremdländisch aussehender Mann, Herr Omar, der ebenfalls etwas verkaufen will, aber nicht etwa Schnürsenkel, sondern einen Teppich. Und zwar keinen gewöhnlichen, sondern einen fliegenden!
Ture Sventon schlägt bei diesem Angebot natürlich zu, auch wenn er dazu Tante Hilda in Söderhamn anpumpen muss. Und schon bald kann er ihn gut gebrauchen, denn kurz darauf bekommt er einen Auftrag in Lingonboda, wo sein Erzfeind Ville Vessla (Wiesel) zusammen mit seinem Kumpan Oxen (Ochse) die Fräuleins Fredriksson erpresst. Sollten sie nächsten Donnerstag keine 3000 Kronen in der hohlen Eiche deponieren, haben sie den Silberpokal, den ihr Vater zu seinem fünfzigjährigen Jubiläum als Baumeister bekommen hat, zum letzten Mal gesehen.
Ture Sventon fliegt ("Die Bedeutung von Eisenbahnen wird arg überschätzt!") also nach Lingonboda, wo er mit Hilfe der 4 Neffen und Nichten der Fräuleins versucht, Ville Vessla und Oxen dingfest zu machen. Dass ihm dies - wenn auch mit einigen Problemen, wie z. B. einem plötzlich den Flug verweigernden Teppich - gelingen wird, überrascht sicher niemanden.
Von 1948 bis 1973 schrieb Åke Holmberg insgesamt 9 Bücher über Privatdetektiv Sventon-Tiegelmann, die auch ins Deutsche übersetzt wurden. Während sie in Deutschland seit langem vergriffen sind, werden sie in Schweden immer mal wieder neu aufgelegt. Und das ist gut so! Zwar schreibt Holmgren in einer ganz anderen Klasse als Lindgren, Jansson oder Gripe, aber deswegen doch noch lange nicht schlecht.
Er schreibt wunderbare, spannende Unterhaltung für Kinder (als Zielgruppe würde ich 8-10-Jährige annehmen), die durch ihren Wortwitz auch Erwachsene (oder zumindest mich) amüsieren kann.
Zumindest gilt die für diesen ersten Band, den einzigen, den ich bisher gelesen habe. Weitere werde ich mir bei Gelegenheit aus der Bibliothek holen.
