

Einige Jahre sind seit dem Ende des Havanna-Quartetts vergangen, Mario Conde ist kein Polizist mehr, sondern Schriftsteller, wie er es sich immer gewünscht hat. Seinen Lebensunterhalt verdient er aber hauptsächlich als Einkäufer für das Antiquariat seines Freundes. Eines Tages wird durch einen Sturm die Überreste eines Mannes auf dem Grundstück Hemingways freigelegt. Da der Mann vor bereits rund 40 Jahren erschossen wurde, ist die Wahrscheinlichkeit den Mord aufzuklären ziemlich gering. Um jedoch eine offizielle Ermittlung zu vermeiden, die nur Hemingways Ansehen schaden könnte und sich womöglich zu einem großen Skandal ausweiten würde, beschließt Marios ehemaliger Untergebene Manolo seinen alten Chef, um die entsprechenden Nachforschungen zu bitten.
Padura erzählt parallel von den damaligen Geschehnissen, so wie Hemingway sie erlebt hat und von Marios Ermittlungen, die jedoch immer wieder von Gedanken über das Verhältnis Hemingways zu Kuba und vor allem auch zu Marios eigenen Gefühlen dem Schriftsteller, Lokalhelden und Mann Hemingway gegenüber, unterbrochen werden. Ich selber habe bisher nichts von Hemingway gelesen, mit diesem Buch hat Padura meiner Meinung nach zwar den Mythos Hemingway ein Stück weit demontiert, aber gleichzeitig so erfolgreich für Verständnis seinen Schwächen gegenüber geworben, dass bei mir trotz der unsympathischen Details, die ich erfahren habe, insgesamt ein positiver Eindruck entstanden ist, ich habe das Gefühl dem Menschen hinter der Figur näher gekommen zu sein.
Und jetzt gehe ich los und setzte einen Hemingway auf meine Einkaufsliste.
