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Autor Thema: Laura Joh Rowland - Das Rätsel der schwarzen Lotosblüte  (Gelesen 358 mal)

mondy

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Laura Joh Rowland - Das Rätsel der schwarzen Lotosblüte
« am: 24. Februar 2011, 13:32:23 »



6. Band der Sano-Ichirō-Reihe

Band 1: Der Kirschblütenmord
Band 2: Die Rache des Samurai
Band 3: Die Spur des Verräters
Band 4: Das Geheimnis der Konkubine
Band 5: Der Weg des Kriegers

Inhalt
Japan 1693: Auf dem Gelände der Sekte "Schwarze Lotosblüte" brennt es. Die Hütte wurde offensichtlich mit Absicht in Brand gesteckt und dieses Verbrechen allein fordert schon die Todesstrafe. Doch als auch noch drei Leichen in den verkohlten Trümmern entdeckt werden, ist es höchste Zeit, den sōsakan-sama des Shōguns, Sano Ichirō, einzuschalten. Ein möglicher Täter ist auch bald gefunden: das Waisenmädchen Haru wird direkt am Tatort entdeckt. Doch Ichirōs Frau Reiko mag nicht so recht an die Schuld des Mädchens glauben und stellt eigene Nachforschungen an. Dadurch setzt sie nicht nur ihre Ehe aufs Spiel, sondern auch ihr Leben.

Meine Meinung
Leider muss ich sagen, dass ich schon lange nicht mehr so einen Schwachsinn gelesen habe. "Leider" deshalb, weil mir die ersten fünf Teile der Reihe sehr gut gefallen haben und ich dadurch eigentlich nur noch mehr enttäuscht von diesem Buch bin.

Dabei fängt eigentlich alles ganz spannend an. Ein Brand, drei Tote und nur ein möglicher Täter - dass der Fall nicht so einfach sein kann, wie er zunächst aussieht, zeigt schon das Volumen des Buches. Also setzt man sich hin und liest, in der Erwartung eines verzwickten Falles rund um eine dubiose Sekte namens "Schwarze Lotosblüte". Schon allein das Vorhandensein eines Sekte, in der es vor Geheimnissen bestimmt nur so wimmelt, lässt doch einiges an Spannung erwarten. Aber was dann kam, hat mich echt zum Weinen gebracht.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Dass seit dem ersten Band bekannte Charaktere jedesmal aufs neue vorgestellt und charakterisiert werden, bin ich ja mittlerweile gewohnt ... da lese ich einfach drüber hinweg. Auch dass anscheinend jeder Fall die Gefahr in sich birgt, dass Ichirō die Gunst des Shōguns verlieren könnte, ist zwar nicht mehr besonders überraschend, aber egal.

Aber dass Ichirōs Frau Reiko eine immer größere Rolle in den Ermittlungen einnimmt, finde ich weder realistisch noch gut. Zur Erinnerung: Wir befinden uns im Japan des 17. Jhd.. Ich bezweifle, dass die Frau dort viel zu melden hatte. Sano Ichirō lässt seine Frau trotzdem an den Ermittlungen teilhaben, was ich in einem gewissen Maße noch okay finde. In diesem Buch jedoch ist die erste Hälfte fast nur Reiko und ihren Ermittlungen gewidmet. Dabei stellt sie sich nicht einmal gut an, im Gegenteil: Sie macht ununterbrochen Fehler, ist voreingenommen und widersetzt sich ihrem Mann. Zudem setzt sie Ichirōs Ehre aufs Spiel, indem sie zu allen möglichen hohen Leuten (unter anderem auch zur Mutter des Shōguns) rennt, ihre Thesen verbreitet und als offizielle Ermittlungsergebnisse ausgibt. Und das alles, weil Reiko einfach weiß, dass das Waisenmädchen unschuldig ist und sie ihren Mann vor dem Verlust seiner Ehre schützen will. :rollen: Es tut mir Leid, ich kann jetzt gar nicht richtig wiedergeben, wie sehr mich Reiko und ihr "Ich-kenne-die Wahrheit- und-sonst-kein-anderer"-Geschwafel mich genervt hat. Eigentlich hätte ich es ganz gut gefunden, wenn sie einfach mal gestorben wäre ... leider passiert das nicht.
     
Und warum passiert das nicht? Weil es in diesem Buch gar nicht in Frage kommt, dass überhaupt irgendjemanden, der auf der guten Seite der Macht steht, geschadet wird. Vor allem die Frauen bringen sich immer wieder in extrem gefährliche Situationen, aber das macht ja nichts ... Rettung naht und ist immer gerade noch rechtzeitig zur Stelle. Und natürlich erkennen die jeweiligen für einander bestimmten Paare gerade in diesem Gefahrensituationen, dass sie sich lieben und nicht ohne den anderen sein können. :kotz: 

Noch dazu ist die Handlung echt abstrus. Teilweise kam ich mir vor wie in einem echt schlechten Indiana-Jones-Abklatsch, der sich auch noch ernst nimmt. Ich will ja nicht zu viel verraten, aber wenn es in einem komplett überwachenden System möglich ist,
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... ja, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als mich ein bisschen verarscht zu fühlen. Zumal ansonsten jeder Klogang vom Staat überwacht wird.

Hinzu kommt noch, dass Mrs. Rowland anscheinend von einem ziemlich dämlichen (sich ungefähr auf dem Intelligenzgrad von Reiko befindenden) Leser ausgeht. Man verfolgt, falls man es soweit schafft, den Fall seit 500 Seiten und wenn dann der Täter gesteht, kann man durchaus selbst nachvollziehen, welche Vermutungen vorher falsch und welche richtig waren. Aber nein, nach jedem Absatz wird nocheinmal erklärt, was das jetzt zu bedeuten hat und welcher Charakter schon vorher recht hatte.

Das war mal so in aller Kürze, was mich an diesem Buch genervt hat. Daneben haben sich die Namensverwechslungen und Rechtschreibfehler als echt kleines Problem ausgemacht.
Von mir gibts tatsächlich noch  1ratten + :marypipeshalbeprivatmaus: Ratten. Die erste für den Anfang und die hoffentlich nachwirkende Erkenntnis Reikos, dass sie vielleicht doch manchmal nicht alles besser weiß ... und die halbe für mich als Trostpunkt, weil ich die Reihe ansonsten echt gut finde. Bisschen unlogisch, aber welches Verhalten will man nach so einer Lektüre auch erwarten?
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Valentine

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Re: Laura Joh Rowland - Das Rätsel der schwarzen Lotosblüte
« Antwort #1 am: 24. Februar 2011, 16:31:21 »

Eigentlich hätte ich es ganz gut gefunden, wenn sie einfach mal gestorben wäre ... leider passiert das nicht.

totlach totlach totlach

Sorry, dass Du Dich damit so gequält hast, aber die Formulierung kam so schön aus tiefster Seele, dass ich einfach lachen musste.
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The best piety is to enjoy--when you can. You are doing the most then to save the earth's character as an agreeable planet. And enjoyment radiates. It is of no use to try and take care of all the world; that is being taken care of when you feel delight--in art or in anything else. Would you turn all the youth of the world into a tragic chorus, wailing and moralising over misery?
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mondy

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Re: Laura Joh Rowland - Das Rätsel der schwarzen Lotosblüte
« Antwort #2 am: 24. Februar 2011, 17:54:28 »

Eigentlich hätte ich es ganz gut gefunden, wenn sie einfach mal gestorben wäre ... leider passiert das nicht.

totlach totlach totlach

Sorry, dass Du Dich damit so gequält hast, aber die Formulierung kam so schön aus tiefster Seele, dass ich einfach lachen musste.

Man merkt mir meine Aversion gegenüber dummen Charakteren, die trotzdem meinen, sie wüssten alles besser, wohl an? :zwinker: Aber wenn ich dich damit zum LAchen gebracht habe, hat sichs ja schon fast wieder gelohnt, das Buch zu lesen. :smile: 
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qantaqa

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Re: Laura Joh Rowland - Das Rätsel der schwarzen Lotosblüte
« Antwort #3 am: 25. Februar 2011, 11:05:36 »

Mir geht das genauso. Dein Verriss ist einfach köstlich.  :bang:  So richtig aus vollem Herzen.

Ich habe einige Bände der Reihe gelesen (gefielen mir ganz gut) und besagtes Buch liegt auch noch auf meinem SUB. Ich glaube, da wird es auch noch eine ganze Weile bleiben.
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HoldenCaulfield

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Re: Laura Joh Rowland - Das Rätsel der schwarzen Lotosblüte
« Antwort #4 am: 25. Februar 2011, 13:47:36 »

Reiko mag ich eh nicht... die geht mir eigentlich in fast allen Romanen der Reihe auf den Keks :breitgrins:
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Seltsam im Nebel zu wandern.... H.Hesse

"[...] wir sind hier alle verrückt. Ich bin verrückt, du bist verrückt" *L.Carroll*

Mein Interview mit Gail Carriger :elch:
Sonnenschirm

mondy

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Re: Laura Joh Rowland - Das Rätsel der schwarzen Lotosblüte
« Antwort #5 am: 25. Februar 2011, 14:38:40 »

Mir geht das genauso. Dein Verriss ist einfach köstlich.  :bang:  So richtig aus vollem Herzen.

Ich habe einige Bände der Reihe gelesen (gefielen mir ganz gut) und besagtes Buch liegt auch noch auf meinem SUB. Ich glaube, da wird es auch noch eine ganze Weile bleiben.

Danke, das freut mich. :redface: Wie gesagt, die Bände bisher haben mir ja auch gut bis sehr gut gefallen, aber dieser Teil war einfach der Abschuss. Aber ich bin optimistisch. Auf Amazon werden die Bewertungen danach langsam wieder besser. :smile:
Ich hoffe übrigens, dass du das Buch bald liest, denn zwei Meinungen sind ja immer besser als eine. Vielleicht gefällts dir ja auch.

Reiko mag ich eh nicht... die geht mir eigentlich in fast allen Romanen der Reihe auf den Keks :breitgrins:

Hmm, ja, ein bisschen nervig ist sie schon. Aber in den Teilen vorher wars wenigstens nicht ganz so schlimm, weil sie einfach nicht ganz soo wichtig ist.
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qantaqa

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Re: Laura Joh Rowland - Das Rätsel der schwarzen Lotosblüte
« Antwort #6 am: 25. Februar 2011, 22:50:22 »

Zitat
Ich hoffe übrigens, dass du das Buch bald liest, denn zwei Meinungen sind ja immer besser als eine. Vielleicht gefällts dir ja auch.
Ich habe im vergangenen Jahr erst Die Rache des Samurai gelesen. Wenn ich mich recht erinnere, war Ichiro glücklich, die edle Reiko für sich gewonnen zu haben. Da ich zur Zeit sehr viel aus dem Nahen Osten lese, dauert es bestimmt noch eine Weile, bis ich mich in den Fernen Osten vorgearbeitet haben werde.
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