
Caroline Courtney - Farlig kavaljer (Carina. Die Liebeswette)
Meine Güte - wie laaaangweilig! Juliana, alias Carina ist eine junge Waise, die von ihrem kürzlich verstorbenen Vater ein riesiges Vermögen geerbt hat. Auf der Reise nach London zu ihrer Großmutter mütterlicherseits geriet sie an den Marquis von Peterborough, der leicht angetrunken seinen Freunden verkündet hatte, die erste schöne Frau, die ihm begegnete, zu küssen. Dies war natürlich Juliana, der erst allmählich klar wird - unerfahrenes Landei, das sie ist - was das für ihren Ruf bedeutet, sollte es in der Londoner Gesellschaft bekannt werden.
Viel mehr ist noch nicht passiert. Oma, die einzige Verwandte, die sie hat, ist entsetzt darüber, wie Juliana unbeleckt von allem was gute Gesellschaft heißt, aufwachsen konnte. Sie selbst verkehrt in besten Kreisen, sorgt dafür, dass Juliana erst mal richtig angekleidet wird und bringt ihr das Kartenspielen bei. Ein möglicher Gatte ist auch schon aufgetaucht, ein steifer Langeweiler, der vor allem an Julianas Vermögen interessiert ist und den sie natürlich garantiert nicht nehmen wird.
Wie die Geschichte weiter ablaufen wird, ist klar. Rätseln tue ich also nicht über die kommenden Verwicklungen, sondern darüber, wie Julianas Oma mit ihren über 80 Jahren eine 19-jährige Enkelin haben kann, wenn sie selbst doch schon mit 18 Mutter geworden war. Da weitere Verwandte fehlen, muss das Julianas Mutter gewesen sein, die also Mitte 40 gewesen sein muss, als Juliana geboren wurde. Gut, das wäre noch möglich, aber doch eher unwahrscheinlich. Denn Oma war gegen die Ehe mit Julianas Papa gewesen, und das wäre sie kaum gewesen, wenn ihre Tochter als alte Jungfer endlich einen Verehrer bekommen hätte. Oder aber Julianas Mutter hat 20 Jahre lang vergeblich versucht, schwanger zu werden, bis es auf den letzten Drücker doch noch geklappt hatte. Irgendwie auch unwahrscheinlich. Fazit: Oma ist zu alt!
Wann mein Roman spielt, wurde nicht erwähnt, aber es ist Krinolinenzeit. Ich schätze Mitte 19. Jahrhundert.