Hallo Ihr Lieben,
gerade habe ich gesehen, dass mein Posting von unterwegs (offensichtlich bin ich kein wirklicher Smartphone-Typ) irgendwie verschütt gegangen ist, denn als ich gerade noch zum Rest posten wollte und deshalb Eure Beiträge nochmal überflogen habe, ist mir aufgefallen, dass es einfach nicht da ist.

Nun versuche ich es nochmal zu rekapitulieren...
Ich habe ja schon viel von Ekman gelesen, aber das ist schon einige bis viele Jahre her. Sie schreibt durchgängig gut, aber ich glaube, dass dieses Buch stilistisch schon was besonderes ist. Nicht unbedingt besser als ihre anderen Bücher, aber anders, dem Inhalt eben angepasst. Ich glaube, ihr "Ruf des Raben" ist ähnlich geschrieben, aber da ich den vor über 10 Jahren gelesen habe, kann ich das nicht beschwören. Das Buch kam mir bei deiner Frage nur direkt in den Kopf.
Ja, ich habe inzwischen mit einer Freundin gesprochen, die fast jede skandinavische Literatur liest, die ihr so zwischen die Finger kommt - natürlich auch Kerstin Ekman. Als ich ihr ganz begeistert von
Hundeherz erzählen wollte, stimmte sie sofort mit ein. Nach dieser Lektüre denke ich, dass ich
Ruf des Raben wohl auch mal auf meine Wunschliste setze und irgendwann lese...
Doch trotz all der Schönheit der Erzählung fehlt mir ein bisschen der rote Faden oder ein Ziel, auf das die Geschichte hinsteuert. In der Hinsicht zeichnet sich für mich noch rein gar nichts ab, und das stellt mich nicht zufrieden, so schön es stilistisch auch ist.
Das geht mir nicht so - ich vermisse keinen roten Faden, denn genau dieses Nichtvorhandensein passt so gut zum Erzählten und zeigt sehr deutlich, dass der kleine Hund einfach nur in jedem einzelnen Moment lebt. Er ist orientierungslos, streunt, sucht einen Schlafplatz und etwas zu fressen, erschrickt sich über Geräusche und vermisst seine Mutter. Alles andere könnte die Geschichte eventuell konstruiert wirken lassen, so wirkt es glaubhaft, weil alles im Moment de Bedürfnisses passiert.
Für mich war der rote Faden, und der brachte mir auch Spannung ins Buch, das Vergehen der Zeit, der Jahreszeiten, was Ekman ja sehr schön beschreibt. Im Frühling ging's ja noch, aber dann wurde es Sommer, Hochsommer, die Ebereschen wurden reif, (die für mich immer die erste Erinnerung daran sind, dass der Herbst naht), der erste Nachtfrost -> der nächste Winter kommt bestimmt
und mit ihm die Frage, ob der Hund ihn überleben würde.
So habe ich das gar nicht gesehen. aber Du hast natürlich vollkommen recht - die Jahreszeiten sind ein möglicher roter Faden, eine Gewissheit, die für alle gilt.
Aber hier hatte ich schon die Befürchtung, dass das Schicksal des Hundes am Ende ungewiss bleibt, und das macht mich ungeduldig.
Da kann ich Dich sehr gut verstehen: wobei es bei mir nicht am roten Faden liegt, sondern an der 'Angst', dem Kleinen könnte anschließend noch etwas böses zustoßen. Deshalb hätte ich es am liebsten, wenn er wieder zu einem Rudel (= Menschen) findet und somit sicher ist... Völliger Quatsch eigentlich, denn die Natur kann eben nun mal sehr hart sein (Menschen allerdings auch) und achtet dabei nicht auf kleine süße Hundewelpen (und bei Menschen ist der Kleine auch nicht zwangsläufig besser aufgehoben) - aber trotzdem ticke ich eben so... Also ein HappyEnd wäre schön!

Liebe Grüße
dubh