Autor Thema: Otfried Preußler - Krabat  (Gelesen 23106 mal)

Offline twilightlilli

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Re: Otfried Preußler - Krabat
« Antwort #90 am: 24. April 2010, 11:28:54 Vormittag »
wir lesen das buch geade in der schule und das vermiest mir alles ein wenig. Ich glaub ehätte ich das buch für mich alleine gelesen fände ich es echt toll. aber so :hm:

Offline roulade

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Re: Otfried Preußler - Krabat
« Antwort #91 am: 25. Oktober 2011, 10:22:01 Vormittag »
Otfried Preußler - Krabat



Ich bin mit gemischten Gefühlen an „Krabat“ herangegangen. Erstens, weil ich „Die kleine Hexe“ und „Das kleine Gespenst“, als ich sie meiner Tochter vor 10 Jahren vorgelesen habe, eher langweilig fand. Zweitens, weil ich so viel Lob über dieses Buch gelesen habe, dass ich fürchtete, wieder mal Opfer meiner Erwartungen zu werden.

Aber – (da haben sich meine Erwartungen wohl neutralisiert) -  ich habe Krabat geliebt! Es hat alles, was ein gutes Buch braucht. Eine wunderschöne Sprache, einen Inhalt über den man noch ein Weilchen nachdenken kann, es ist spannend und die Geschichte ist ganz perfekt aufgebaut und in sich abgeschlossen. Es geht um Freundschaft, Loyalität, Gut und Böse, Lebensfreude, Trauer, Liebe, Verrat. Es ist wahnsinnig spannend, gefühlvoll und auch humorvoll geschrieben. Die Sprache hat mir sehr gut gefallen. Sie hat etwas märchenhaftes,“ altes“ und ist (vor allem wenn die Protagonisten sprechen) auch ziemlich deftig und humorvoll. Das Ende wird, wie schon erwähnt wurde, schnell abgewickelt, aber mich hat das nicht gestört. Es ist beinahe ein richtiger „Showdown“, wie man heute sagen würde und ich habe die letzten Seiten verschlungen.

Auf jeden Fall ein :tipp:

Da es auch ganz schön gruselig ist, bin ich bei der Altersempfehlung ausnahmsweise mit Amazon einer Meinung (Ab 12 Jahren).

Zur Bewertung – natürlich 5ratten
« Letzte Änderung: 25. Oktober 2011, 10:30:25 Vormittag von roulade »
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Offline HoldenCaulfield

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Re: Otfried Preußler - Krabat
« Antwort #92 am: 25. Oktober 2011, 10:26:08 Vormittag »
@roulade
Ich denke unter 12 ist es vielleicht gerade für eher ungeübte Leser auch ein wenig zu schwer. Ich hab vor einiger Zeit einen Bericht über eine Stiftung gesehen die gemeinsam mit verschiedenen Alterstufen lesen übt. Dort hat ein Lesepate mit seinen beiden Schülern Krabat laut gelesen. Für die beiden war es schon recht schwer, vor allem wegen der langen Sätze.
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Offline roulade

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Re: Otfried Preußler - Krabat
« Antwort #93 am: 25. Oktober 2011, 10:35:51 Vormittag »
@roulade
Ich denke unter 12 ist es vielleicht gerade für eher ungeübte Leser auch ein wenig zu schwer. Ich hab vor einiger Zeit einen Bericht über eine Stiftung gesehen die gemeinsam mit verschiedenen Alterstufen lesen übt. Dort hat ein Lesepate mit seinen beiden Schülern Krabat laut gelesen. Für die beiden war es schon recht schwer, vor allem wegen der langen Sätze.

Ja, es kommt natürlich auch darauf an, wie geübt die Leser sind. Ich habe das Buch jetzt nicht bei mir. Hat es wirklich so lange Sätze?
Krabat würde ich auch wegen dem (unmodernen) Inhalt und der unmodernen Sprache nicht einem ungeübten Leser geben. Da würde ich befürchten, das Gegenteil zu erreichen und  ihm den Spaß am Lesen eher zu verderben. Wobei man natürlich nie weiß, welches Buch den Knopf löst....
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Offline HoldenCaulfield

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Re: Otfried Preußler - Krabat
« Antwort #94 am: 25. Oktober 2011, 10:41:29 Vormittag »
@roulade
Das haben zumindest die Jungs in dem Beitrag so wahrgenommen, ich hab den Roman schon länger nicht in der Hand gehabt, aber da ich schon immer sehr viel gelesen habe kann ich das absolut nicht einschätzen wie der Roman auf jemanden wirkt der nicht so gut lesen kann. Sie hatten sich den Roman übrigens selbst ausgesucht. Ich denke die Patin hätte ihn vielleicht noch nicht ausgewählt, aber in der Stiftung wird viel auf den Lesewunsch der Kinder eingegangen um auch die Lust am Lesen weiter zu wecken. Den Jungs schien der Roman jedenfalls zu gefallen und sie haben auch recht lebhaft mit ihrer Patin disskutiert und über einzelne Wörter gesprochen die sie nicht kannten.
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Sonnenschirm

Offline Avila

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Re: Otfried Preußler - Krabat
« Antwort #95 am: 27. September 2012, 08:25:52 Vormittag »
Hm, ich habe "Krabat" jetzt auch gelesen und hatte eigentlich ziemlich hohe Erwartungen, weil das Buch von allen Seiten so sehr gelobt wurde. Ich weiß nicht, ob meine Erwartungen deswegen so hoch waren, dass man sie nur enttäuschen konnte, aber soo begeistert bin ich im Endeffekt nicht.
Die Geschichte ist durchweg gruselig und düster - die Jungs sind alle so blass, bis auf Michal und Juro. Vielleicht ist es ja so gewünscht, aber auch bei Michal hatte ich immer das Gefühl, dass man ihm nicht zu 100% trauen kann. Bei Juro war das dann wieder ein wenig anders ... Er war für mich einer der wichtigsten und besten Charaktere in dem Buch!
Auch den Meister fand ich so komisch und es gab Stellen, wo ich auch ihn nicht einordnen konnte. Dieses Nichteinordnenkönnen der Personen hat für mich dazu geführt, dass ich das Gefühl hatte, dass Buch immer nur zur Hälfte zu verstehen. Wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, habe ich das Buch auf jeden Fall verstanden, aber das Gefühl beim Lesen war seltsam. Hm.

Hm, also es war spannend und es war auch nicht schlecht, aber begeistert bin ich auch nicht. Deswegen "nur"
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Offline kaluma

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Re: Otfried Preußler - Krabat
« Antwort #96 am: 12. Oktober 2012, 22:48:24 Nachmittag »
Da ich das Buch vor einigen Wochen auch endlich gelesen habe, wollte ich hier noch meine Meinung loswerden, bevor ich das meiste wieder vergessen habe. Ich hatte auch hohe Erwartungen, aber im Gegensatz zu Avilas Erfahrung hat das Buch sie sogar noch übertroffen.  :smile:

Ein wirklich großartiges Buch. Sowohl die Erzählweise (mit dem Wiederholungen, dem sprachlichen Stil) als auch die Beschreibungen treffen genau die mythische, sagenhafte Atmosphäre, die die zu einer Sage wie Krabat gehört. Sagen haben mich schon immer fasziniert, gerade weil sie immer einen Rest Geheimnisvolles enthalten. Außerdem gibt es immer einen örtlichen Bezug auf eine real existierende Gegend, in diesem Fall die Lausitz. Ich komme zwar nicht aus der Lausitz, aber aus Sachsen und wenn ich bekannte Ortsnamen wie Kamenz lese, fühle ich mich schon fast heimatlich.

Dazu kommen dann noch wichtige Wahrheiten und Erfahrungen, so geht es hier zum Beispiel um Freundschaft, um Loyalität und Treue, um Mut. Ganz zentrale Themen sind die Stärke und Einsicht, der Versuchung der Macht zu widerstehen und zwar auch dann, wenn man mit der Macht Gutes tun kann. All das lernt und bewältigt Krabat in dieser Geschichte. Dazu kommt die Macht der Liebe, die stärker ist als alles Böse.

Die Geschichte ist durchweg gruselig und düster - die Jungs sind alle so blass, bis auf Michal und Juro. Vielleicht ist es ja so gewünscht, aber auch bei Michal hatte ich immer das Gefühl, dass man ihm nicht zu 100% trauen kann. Bei Juro war das dann wieder ein wenig anders ... Er war für mich einer der wichtigsten und besten Charaktere in dem Buch!
Düster und angenehm gruslig fand ich es auch.  :smile: Aber ich fand, die Jungs haben alle ihren eigenen Charakter. Hier stechen für mich besonders Tonda und Juro heraus, aber auch Michal, Merten, Lyschko und Lubosch sind einprägsam und jeder ist eine Persönlichkeit.
Die anderen sind nicht ganz so zentral, das ist wohl normal bei so vielen Personen.

Auch den Meister fand ich so komisch und es gab Stellen, wo ich auch ihn nicht einordnen konnte.
Das ist es ja gerade. Wäre er plakativ böse, dann wäre es zu einfach.

Nach mir las meine Tochter (13) das Buch und war ähnlich angetan. Danach haben wir zusammen den Film (von 2008) geschaut und von diesem bin ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Hier wurden einige wesentliche Dinge gegenüber dem Buch verändert: vor allem, was die Rolle Lyschkos betrifft und was das Wichtigste ist, es fehlt das Angebot des Meisters an Krabat, sein Nachfolger zu werden. Das verändert meiner Meinung nach zuviel von den wichtigen Aussagen des Buches. Außerdem fand ich die Gegend, in der der Film gedreht wurde, etwas unpassend. Die Lausitz war das nicht und es sah auch nicht annähernd so aus.  :sauer:

Als nächstes werde ich mich mit Jurij Brežans Buch dem Krabat-Thema von einer anderen Seite nähern.

Fazit: Lesenswert und empfehlenswert ab ca. 11-12 Jahre. Das Buch Krabat bekommt von mir:

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Offline HoldenCaulfield

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Re: Otfried Preußler - Krabat
« Antwort #97 am: 12. Oktober 2012, 22:53:01 Nachmittag »
@kaluma
Ja der Film hat mich auch sehr enttäuscht, ich habe nicht verstanden weshalb man die Handlung da so extrem verändert hat. Aber gut, das verstehe ich meistens nicht. ;)
Auf Deine Eindrücke zu Jurij Brežans Buch bin ich gespannt, er hat sich des Themas ja in mehreren Romanen genähert. Bisher habe ich nur Krabat gelesen. Du hast mich daran erinnert das ich längst mehr von ihm lesen wollte.
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Offline kaluma

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Re: Otfried Preußler - Krabat
« Antwort #98 am: 12. Oktober 2012, 23:20:36 Nachmittag »
Jetzt habe ich noch die anderen Beiträge in diesem Thread gelesen und hier kann ich mich vollkommen anschließen:

Meinem Verständnis nach  geht es im Roman um den Widerstand gegen Diktatur durch gemeinsames Handeln.
Ich würde es anders ausdrücken, auch wenn wir (fast) der gleichen Meinung sind. Für mein Gefühl geht es in dem Buch darum, vom Kind zum Erwachsenen zu werden und zwischen "richtig" und "falsch" unterscheiden zu lernen, und den Mut zu haben, etwas ändern zu wollen. Und das wurde im Film auch deutlich.

Für mich zeigt sich darin, dass Krabat mehr ist als ein einfaches unterhaltendes (Jugend-)Buch, denn es erlaubt unterschiedliche Interpretationsansätze, die auch plausibel aus dem Buch heraus zu begründen sind - und welche dann ein einzelner Leser als "richtiger" ansieht, hängt von ihm selbst und seiner Geschichte ab.

Stimmt! Daß man es auch als Widerstand gegen eine Diktatur interpretieren könnte, ist mir nicht eingefallen, aber es ist auch ein funktionierender Interpretationsansatz, genauso wie der andere. RStehns Aussage bringt es auf den Punkt.

Aber hierüber:
Dieses Buch ist:
antisemitisch, antikatholisch, antichristlich und teuflisch
...
Das Ziel des Buches nach dem Autor ist es, dass man seinen eigenen Willen stärkt, Freundschaft pflegt und durch selbstlose Liebe das Böse besiegt.

Um dieses zu vermitteln, gibt es auch andere Transportmittel als Satanismus und Okkultismus.
kann man wohl nur den Kopf schütteln ( :entsetzt:) und eigentlich erübrigt sich jeder Kommentar.
Wenn man die Rolle der Kantorka verstanden hat, wie kann man dieses Buch dann antichristlich finden.
Mythische Elemente aus heidnischer Vorzeit gibt es nicht nur in Märchen und Sagen. Sie sind auch in christliche Traditionen und Bräuche übernommen worden.

« Letzte Änderung: 12. Oktober 2012, 23:32:15 Nachmittag von kaluma »
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Offline kaluma

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Re: Otfried Preußler - Krabat
« Antwort #99 am: 12. Oktober 2012, 23:22:36 Nachmittag »
@Holden
Ja der Film hat mich auch sehr enttäuscht, ich habe nicht verstanden weshalb man die Handlung da so extrem verändert hat.
Ich habe es schon verstanden: weil es den Filmemachern mehr auf reine Effekthascherei ankommt, als darauf, die Aussage des Buches exakt zu transportieren.
Aus demselben Grund hat man in einer anderen Gegend gedreht.
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Offline Avila

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Re: Otfried Preußler - Krabat
« Antwort #100 am: 13. Oktober 2012, 12:57:19 Nachmittag »
Die Geschichte ist durchweg gruselig und düster - die Jungs sind alle so blass, bis auf Michal und Juro. Vielleicht ist es ja so gewünscht, aber auch bei Michal hatte ich immer das Gefühl, dass man ihm nicht zu 100% trauen kann. Bei Juro war das dann wieder ein wenig anders ... Er war für mich einer der wichtigsten und besten Charaktere in dem Buch!
Düster und angenehm gruslig fand ich es auch.  :smile: Aber ich fand, die Jungs haben alle ihren eigenen Charakter. Hier stechen für mich besonders Tonda und Juro heraus, aber auch Michal, Merten, Lyschko und Lubosch sind einprägsam und jeder ist eine Persönlichkeit.
Die anderen sind nicht ganz so zentral, das ist wohl normal bei so vielen Personen.

Auch den Meister fand ich so komisch und es gab Stellen, wo ich auch ihn nicht einordnen konnte.
Das ist es ja gerade. Wäre er plakativ böse, dann wäre es zu einfach.

Es ist wirklich interessant, wie anders Sachen aufgenommen werden können. :) Es freut mich auf jeden Fall, dass dir das Buch ein paar schöne Lesestunden bescheren konnte.  :zwinker:
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Offline Thanquola

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Re: Otfried Preußler - Krabat
« Antwort #101 am: 19. Oktober 2012, 20:47:01 Nachmittag »
@kaluma:
Mit dem Film ging es mir auch so. Ich weiß ehrlich gesagt nicht nicht mal mehr, ob ich ihn mir überhaupt zu Ende angeschaut habe. Über die Verlegung der Handlung in die Alpen habe ich mich schon beim Trailer geärgert. Krabat gehört für mich in die Lausitzer Landschaft!  :grmpf:

Jurij Brežans Buch will ich auch irgendwann noch lesen.

Offline Gringo

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Re: Otfried Preußler - Krabat
« Antwort #102 am: 30. Dezember 2012, 21:19:06 Nachmittag »
Vom Film war ich ziemlich enttäuscht. Es fehlen wesentliche Szenen und Inhalte. Dafür wurde unnötige Action hinzugefügt. Schon allein der Standort der Mühle im kahlen Gebirge passt nicht. Das Gekrächze ist das von Krähen, nicht von Raben!

Offline Gringo

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Re: Otfried Preußler - Krabat
« Antwort #103 am: 30. Dezember 2012, 21:29:43 Nachmittag »
Vor ungefähr eineinhalb Jahren hatte ich mal einen Tagtraum, in dem ich mir eine Fortsetzung vom Krabat ausgedacht habe. Diese entwickelte ich im Kopf solange weiter, bis ich schließlich tatsächlich zu schreiben begann.

Ich schreibe privat und aus Spaß aber ernsthaft an einer Fortsetzung von Krabat. Bisher hat sich noch niemand gefunden, der mal probeliest, ob meine Schreibe etwas taugt. Wer möchte lesen ?

Es gibt im Internet eine Website, wo mehrere Fortsetzungsanfänge oder Kapitel, die in Preußlers Handlung eingefügt werden sollen, zu lesen sind. Manches davon gefällt mir ganz und gar nicht. Die Fortsetzungen, die vielversprechend anfangen, sind aber nicht zu Ende geführt.

http://www.fanfiktion.de/s/50fd6e190002d0e10670b3b0
« Letzte Änderung: 02. April 2013, 16:25:13 Nachmittag von Gringo »

Offline Elsie

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Re: Otfried Preußler - Krabat
« Antwort #104 am: 23. Oktober 2014, 23:31:43 Nachmittag »
Krabat wollte ich schon länger lesen und nun komme ich endlich dazu.
Ich bin noch nicht ganz so weit mit dem Buch, da ich mir beim Lesen ein paar Anmerkungen mache.

Bis jetzt mag ich es ganz gern.

Ein paar der Anmerkungen möchte ich mal hier lassen. 

Es wird, finde ich, sehr handlungsgetrieben erzählt, man ist gleich im Geschehen. Da ich in letzter Zeit eher gefühliges gelesen habe, passte das. ^^
Insgesamt gefällt mir zudem bzw. bewundere ich die sehr einfache und trotzdem niveauvolle Sprache des Buches. Es ist kein Wort zu viel und gerade auch, wie ein User schon erwähnte, die mündlichen Reden sind toll, wirken natürlich.
Die Erzählung, ihr Aufbau, lebt, zumindest ist das mein Eindruck bis jetzt, viel  von Andeutungen. Es wird Spannung aufgebaut, indem der Leser nach und nach, wie Krabat selbst, mehr erfährt vom Unheimlichen. Mir persönlich gefällt das, denn ich mag so Verdachtsmomente, wenn ich selber etwas rum spinne und fantasiere und dann alles, was dazu kommt, mehr dazu beiträgt. Das schafft dieses Buch grandios!

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Es werden viele Fragen aufgeworfen. Was hat es mit dieser Mühle auf sich? Wer ist der Meister? Welches Geheimnis birgt die Mühle?

Die Charaktere werden mir super vor Augen geführt, ohne dass alles im Detail beschrieben und ausgeführt wird. Krabat ist ein wunderbarer Protagonist: einerseits ein normaler Junge, ein Streuner, der nicht weiß, wo er am Abend schlafen soll, andererseits fasziniert von diesem "anderen", was der Meister ihn zu lehren verspricht. 

Ich mag sehr diese schwelende, nicht ganz offensichtliche Magie und auch die feinen Beobachtungen zwischendurch, die mit Magie zu tun haben.

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Anders als in anderen Geschichten fand ich in dieser die Gefahr irgendwie auch immer präsent. Auch wenn nichts, zumindest bis zu der Stelle, wo ich nun bin, Brutales geschah, im Sinne von physischer Gewalt, war sie immer irgendwie da, fassbar. Das hat, denke ich, damit zu tun, dass

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Nach und nach fügt sich das ein Geheimnis ins nächste.

Es sind viele märchenhafte Elemente vorhanden, wie zum Beispiel die sprechenden Tiere, und, wie auch schon andere User bemerkten, Kreisförmigkeiten, Wiederholungen, Rituale, die immer wieder beschritten werden. Auch das sorgt für die nötige Düsternis.

Bis jetzt mochte ich das Kapitel "Mal der Bruderschaft" am meisten.

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So viel bis jetzt. Ich freue mich auf den Fortgang der Geschichte. :-)

Und fand auch die Anregungen im Thread, u. a. zu ASP, den Filmen und anderen Büchern gut.

Leider weiß ich nicht, wie man die ganz alten Beiträge zitieren kann, denn die werden unter meinem Schreib-Fenster nicht angezeigt, nur bis 2010. Ich kopiere sie aus einem anderen Tab das nächste Mal. 
« Letzte Änderung: 23. Oktober 2014, 23:38:33 Nachmittag von Elsie »