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Autor Thema: Kristin Cashore- Die Flammende  (Gelesen 675 mal)

Kiala

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Re: Kristin Cashore- Die Flammende
« Antwort #15 am: 06. Juli 2011, 09:32:58 »

Ich habe nun erstmal abgebrochen. Bringt nichts, wenn das Lesen mir keinen Spaß macht. Wie gesagt, ich kam in die Geschichte nicht richtig rein und mit der Protagonistin wurde ich auch nicht warm.
Dann bringt es wirklich nichts. Es gibt ja so viele andere Bücher zum Lesen! Warum Zeit mit etwas verschwenden, das einem nicht gefällt?

Ich hatte mir unter dem Buchtitel einfach eine stärkere Frau und eine heißere Story vorgestellt.
Dann solltest du es vielleicht lieber mit Erwachsenenromanen versuchen. Da dies ein Jugendbuch ist, steht natürlich die Entwicklung der jugendlichen Heldin an erster Stelle und für einen Jugendroman gibt es in meinen Augen sogar etliche heiße Szenen. Nicht explizit beschrieben natürlich, aber sonst sind Romane aus der Sparte oft noch wesentlich zahmer in der Beziehungsrichtung.

Ich finde es sehr lustig, dass "Die Flammende" eines dieser Bücher ist, die man entweder mag oder hasst.  :breitgrins:
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Tolpan

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Re: Kristin Cashore- Die Flammende
« Antwort #16 am: 06. Juli 2011, 13:56:09 »

Also ich lese gerade "Die Beschenkte" und mag den Stil der Autorin eigentlich ganz gerne. Die Erzählung ist eher ruhig und die Gefühle kommen (bei mir) gut rüber. "Die Flammende" landet also direkt mal auf meinem Wunschzettel, ich bin gespannt.  :breitgrins:
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Re: Kristin Cashore- Die Flammende
« Antwort #17 am: 15. Juli 2011, 15:01:37 »

Inhalt: Fire ist ein Monster: wunderschön, anziehend, mit der Fähigkeit sich in das Bewußtsein anderer Lebeweisen einschleichen zu können und dieses zu manipulieren. Fire ist das letzte menschliche Monster. In ihrer Heimat, den Dells, stehen die Zeichen auf Krieg und Fire wird an den Königshof gerufen um mit ihrer Fähigkeit Spione zu verhören. Zwar stimmt Fire zu nach King's City zu reisen, doch erst nach und nach beginnt sie ihre Fähigkeiten einzusetzen und in einem bisher nicht bekannten Ausmaße zum Guten zu Nutzen. Der Krieg scheint jedoch nicht zu verhindern zu sein ...

Meine Meinung: Die Geschichte spielt in der gleichen Welt wie "Die Beschenkte", ist jedoch zeitlich wie räumlich klar zu dem Buch abgegrenzt. Die Überschneidungen sind minimal und werden an dieser Stelle nicht verraten. Die Protagonistinnen beider Bücher, Katsa in "Die Beschenkte" und Fire in "Die Flammende" sind sich teilweise ähnlich (beide haben besondere Fähigkeiten, die für sie eher einen Fluch darstellen und mit denen sie versuchen zurechtzukommen), andererseits jedoch wieder sehr unterschiedlich. Fire kam mir manchmal schon fast ein bisschen wehleidig vor, dafür kann man sich Überlebenskünstlerin Katsa wohl kaum mit einer Geige vorstellen.

In diesem Buch von Kristin Cashore gibt es nun keine Menschen mit neuen Gaben, sondern Monster. Monster, die besonders schön sind und besondere Fell- bzw. Haarfarben und sich in das Bewußtsein anderer einschleichen zu können. Raubtiere nutzen dies um ihre Opfer hervorzulocken, falls diese nicht gelernt haben sich geistig dagegen zu wappnen. Und eins noch: Monster stehen auf Monsterfleisch, deshalb ist es für unsere Protagonistin Fire auch nicht gerade ungefährlich sich außerhalb geschützter Räume zu bewegen ohne ihr Haar zu bedecken und äußerst vorsichtig zu sein. Warum Fire nun das letzte menschliche Monster ist und es ansonsten keine weiteren gibt, wird nicht richtig erklärt, jedoch lässt sich aus den Hintergründen einiges zusammenreimen.

Wenn an dem Buch etwas stört, dann das kaum etwas passiert. War man in "Die Beschenkte" sofort in einer Geschichte gefangen, dann muss man in "Die Flammende" schon länger warten bis sich so etwas wie Handlung herauskristallisiert. Und auch dann will es kaum voran gehen, Details der Handlung sind so belanglos das sie nicht wirklich haften bleiben. Außer natürlich der drohende Krieg der, als er endlich anbricht, schneller vorbei ist als man glauben mag. Das ist anscheinend ohnehin eine Spezialität von Kristin Cashore: Spannungsmomenten so wenig Raum zu geben und sie sehr schnell aufzulösen. Das kommt mir dann teilweise schon wie ein schlechter Witz vor.

Obwohl mir der genannte Kritikpunkt missfällt, kann ich nicht anders als das Buch zu mögen. Aber woran liegt das? Vielleicht daran, dass ich Kristin Cashores Schreibweise mag, die ist nicht in allen Beschreibungen ausführlich, aber in den meisten genug um Atmosphäre zu erzeugen. Ja, das Buch ist eher ruhig, aber ich kann so fast vollkommen in diese fremde Welt abtauchen. Und ich mag diese Welt. Ich mag auch die Figuren, selbst wenn ich Fire häufig hätte schütteln mögen ob ihrer Selbstzweifel. Ich habe einfach immer wieder gerne zu "Die Flammende" gegriffen und darin geschmökert.

Mein Fazit: Viel passiert nicht in diesem Buch, die Handlung (falls vorhanden) schreitet eher zäh voran. Trotzdem mochte ich das Buch, die Atmosphäre, die Figuren und die Welt, in die ich wieder abtauchen konnte. Deshalb gibt es nur eine Ratte Abzug, also insgesamt
4ratten.

PS: Zur Übersetzung möchte ich noch eins anmerken - ich finde es schon gewöhnungsbedürftig, dass die englischen Anreden meist nicht übersetzt werden, aber damit kann ich leben. Weniger schön finde ich wenn englische Wörter benutzt werden und diese nicht übersetzt werden. King's City ist so ein Beispiel. Der Name der Stadt fällt im Lesefluß immer wieder negativ auf, es klingt zu modern, zu "hier" und nicht wirklich nach Fantasy, stört die Atmosphäre dadurch auch ein wenig. (Vom Namen der Protagonistin will ich gar nicht erst anfangen.) Daran konnte ich mich jedenfalls bis zum Schluß nicht wirklich gewöhnen. Mein Fall ist das einfach nicht.
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Re: Kristin Cashore- Die Flammende
« Antwort #18 am: 15. Juli 2011, 21:16:43 »

PS: Zur Übersetzung möchte ich noch eins anmerken - ich finde es schon gewöhnungsbedürftig, dass die englischen Anreden meist nicht übersetzt werden, aber damit kann ich leben. Weniger schön finde ich wenn englische Wörter benutzt werden und diese nicht übersetzt werden. King's City ist so ein Beispiel. Der Name der Stadt fällt im Lesefluß immer wieder negativ auf, es klingt zu modern, zu "hier" und nicht wirklich nach Fantasy, stört die Atmosphäre dadurch auch ein wenig. (Vom Namen der Protagonistin will ich gar nicht erst anfangen.) Daran konnte ich mich jedenfalls bis zum Schluß nicht wirklich gewöhnen. Mein Fall ist das einfach nicht.

Das ist ja spannend. Ich habe vor kurzem in einem anderen Forum eine Diskussion zur Neuübersetzung vom "Lied von Eis und Feuer" verfolgt. Da werden jetzt sämtliche englischen Worte eingedeutscht und die Fangemeinde tobt, weil durch die "deutschen unpassenden" Namen der Lesefluss gestört werde und solche Namen wie Königsmund (statt King's Landing) die Atmosphäre verdürben :breitgrins:
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Re: Kristin Cashore- Die Flammende
« Antwort #19 am: 15. Juli 2011, 22:42:18 »

Naja, ich denke wenn der Name erst mal etabliert ist und die Leute sich dran gewöhnt haben, dann ist es auch etwas ungünstig ihn zu ändern.  :winken:
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Re: Kristin Cashore- Die Flammende
« Antwort #20 am: 15. Juli 2011, 22:50:03 »

Das ist natürlich richtig. Aber es ändert ja nichts an der grundsätzlichen Empfindung, ob eher englische oder deutsche Namen und Ausdrücke den Lesefluss stören. Und das fand ich halt sehr interessant, wie unterschiedlich da die Eindrücke sind, auch wenn es um ganz unterschiedliche Bücher geht :winken:
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Re: Kristin Cashore- Die Flammende
« Antwort #21 am: 16. Juli 2011, 07:39:33 »

King's Landing

Ist schon ewig her, aber ich weiß noch genau, dass ich das immer extrem doof fand. Ich lese ein deutsches Buch - was soll da dann ein "King's Landing" drin? Königsmund finde ich nun nicht sooo schlimm (besser als King's Landing allemal).
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Re: Kristin Cashore- Die Flammende
« Antwort #22 am: 16. Juli 2011, 08:28:16 »

Aber es ändert ja nichts an der grundsätzlichen Empfindung, ob eher englische oder deutsche Namen und Ausdrücke den Lesefluss stören.

Ich denke eher das die neue Empfindung, dass die deutschen Begriffe stören, ganz gehörig von der Gewöhnung an die englischen Begriffe geprägt ist. Unterschätz das Gewohnheitstier im Menschen nicht.  :zwinker:
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Re: Kristin Cashore- Die Flammende
« Antwort #23 am: 16. Juli 2011, 15:50:09 »

Alleine auf Gewöhnug mag ich das nicht zurückführen. Meinen persönlichen Lesefluss stören weder deutsche noch englische Ausdrücke, bei mir ist es also definitiv keine Gewöhnung, sondern halt persönliches Empfinden. Und da scheint halt jeder anders gestrickt zu sein :winken:
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Re: Kristin Cashore- Die Flammende
« Antwort #24 am: 17. Juli 2011, 12:34:04 »

Ich lese ein deutsches Buch - was soll da dann ein "King's Landing" drin?

Du liest ja eben kein deutsches Buch, sondern eine deutsche Übersetzung aus dem Englischen. Ich finde, dass man sich dessen beim Lesen bewusst sein sollte, und bin daher für solche Marker.

Königsmund finde ich nun nicht sooo schlimm (besser als King's Landing allemal).

Als Übersetzung finde ich es furchtbar und außerdem falsch (Landing = Landung, Anlegestelle); nachdem es sich um einen fiktiven geographischen Begriff handelt, könnte man dies eventuell verzeihen - in jedem Fall aber gefällt es mir persönlich einfach nicht.
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Re: Kristin Cashore- Die Flammende
« Antwort #25 am: 18. Juli 2011, 06:59:23 »

Du liest ja eben kein deutsches Buch, sondern eine deutsche Übersetzung aus dem Englischen. Ich finde, dass man sich dessen beim Lesen bewusst sein sollte, und bin daher für solche Marker.

Es ist aber nunmal so, dass ausländische Städtenamen nicht selten eingedeutscht werden (im richtigen Leben)  :zwinker: So, wie auch deutsche Städtenamen übersetzt werden.
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Re: Kristin Cashore- Die Flammende
« Antwort #26 am: 05. Februar 2012, 09:43:45 »

Ich habe "Die Flammende" als Hörbuch gehört.

Zunächst zur Sprecherin, Ulrike Grote: Frau Grote hat eine wunderbare Hörbuchstimme und ich habe ihre Lesung sehr genossen. Sie haucht mit ihrer Stimme den Figuren, vor allem Fire, Leben ein.

Ansonsten bin ich aber ehrlich gesagt zwiegespalten was diese Geschichte angeht. Die Geschichte ist im Großen und Ganzen packend, auch wenn gar nicht so viel Aufregendes passiert. Aber das Buch bietet ein paar zu viele Ungereimtheiten um mir wirklich zu gefallen.
Fire ist ein Menschenmonster, das letzte ihrer Art, um genau zu sein. Neben Fire gibt es noch Tiermonster in Hülle und Fülle. Eigentlich jedes bekannte Tier taucht auch irgendwann als Monsterversion auf. Was es damit aber genau auf sich hat, außer, dass sie Menschen und andere Monster fressen, das bleibt leider etwas im Dunkeln.
Außerdem passen einige Dinge für mich nicht wirklich zusammen. Die Welt, in der die Geschichte spielt, erinnert an das Mittelalter. Die Menschen sind auf Pferden unterwegs. Der König lebt in seiner Burg und es werden Gefangene genommen, die im Kerker eingesperrt werden. Andererseits aber “siezt” der Lord einen gefangenen Wilderer und Prinz und König gehen zum Arbeiten ins “Büro”. Passt nicht wirklich in die Zeit, die man durch den Rest der Geschichte vor dem geistigen Auge hat.

Schön erzählt wird die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Fire und dem Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Bruder des Königs, Brigan. Nicht aufdringlich, sondern mit der richtigen Zurückhaltung.

Alles in allem war die Geschichte so interessant, dass ich sie zu Ende gehört habe, aber Fire ging mir zum Ende hin immer mehr auf die Nerven, so dass ich definitiv kein weiteres Buch mit dieser Hauptperson lesen würde.
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Gruß
Yvonne

Nicht die haben die Bücher recht lieb, welche sie unberührt in den Schränken aufheben, sondern, die sie Tag und Nacht in den Händen haben, und daher beschmutzet sind, welche Eselsohren darein machen, sie abnutzen und mit Anmerkungen bedecken.
(Erasmus von Rotterdam)