Philippa Gregory – Die ewige PrinzessinÜbersetzerin: Barbara Först

Inhaltsangabe:Katharina von Aragón, die spanische Infantin, wird bereits als Dreijährige mit dem englischen Thronfolger Arthur verlobt – ein politisches Bündnis. Mit 14 Jahren reist sie von Spanien nach England, um zu heiraten. Dort hat sie mit den rauen Sitten und dem ebenso rauen Wetter zu kämpfen, außerdem bleibt das Verhältnis zwischen ihr und ihrem nicht viel älteren Ehemann kühl. Doch gerade als sich die beiden aneinander annähern, stirbt Arthur und Katharina muss um ihre Stellung bei Hofe bangen. Seit ihrer Kindheit war ihr gewiss, einmal Königin von England zu sein, doch mit dem Tod ihres Mannes scheint der Plan gescheitert zu sein. Aber da gibt es noch Henry, Arthurs Bruder, der jetzt Thronfolger ist. Katharina sieht nur eine Möglichkeit, wie ihre von Gott gewollte Bestimmung zu erfüllen ist ...
Das Buch spielt in der Zeit zwischen 1491 bis 1513 in Spanien und England.
Die Autorin hat noch weitere Bücher zum Thema Tudors geschrieben:
Die Schwester der Königin (Anne Boleyn)Die Hofnärrin (Königin Mary)
Das Erbe der Königin (Anna von Kleve und Catharine Howard)Der Geliebte der Königin (Elizabeth I)The Other Queen (Maria Stuart) noch nicht übersetzt
Außerdem gibt es
hier und
hier zwei allgemeine Threads zu den Büchern Philippa Gregorys.
Der erste Satz:„Ein Schrei erscholl.“
Meine Meinung zum Buch:Hier bin ich zwiegespalten. Die erste Hälfte des Buches liest sich recht zäh, doch in der zweiten Hälfte zeigt Philippa Gregory erneut, wie spannend sie eine Geschichte erzählen kann.
Der Anfang ist auch noch sehr interessant: wir erfahren, wie Katharinas Kindheit aussah, wie ihre Eltern Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón sie prägten. Besonders gefallen hat mir die Beschreibung des maurischen Lebensstiles in Südspanien und es hat mich sehr berührt zu erfahren, wie diese Kultur erst durch Eroberung und dann durch die Inquisition zerstört wurde.
Katharinas erste Eindrücke in England, ihr „Kulturschock“, ist ebenfalls noch gut zu lesen, doch die folgende Beschreibung der Zeit ihrer Ehe mit dem Thronfolger Arthur zieht sich irgendwann mal sehr in die Länge. Hier gab es Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob ich wirklich noch weiterlesen soll.
Doch mit Arthurs Tod und Katharinas Kampf um den Thron nimmt die Geschichte richtig Tempo auf. Es war spannend zu lesen, welche diplomatischen Finten und menschlichen Tricks hier auf beiden Seiten eingesetzt wurden. Leider flacht die Geschichte zum Ende hin wieder etwas ab, aber der Lesesog zieht einen immer noch weiter bis man das Buch schließlich zuklappen kann.
Die Hauptperson Katharina wird sehr tief charakterisiert, man lernt sie schon als Kind kennen und begleitet sie durch die Jahre. Aufgrund ihrer frühen Erlebnisse und ihrer Schilderung des Lebens in der Alhambra hätte ich sie mir allerdings etwas weltoffener vorgestellt. So ganz schlüssig war mir nicht, wie sie am Ende zu einer recht borniert denkenden, radikalen Katholikin werden konnte. So richtig sympathisch wurde sie mir nie, und ich konnte auch mit ihr nicht so richtig mitfühlen.
Die anderen Figuren treten neben Katharina in den Hintergrund, sind aber weit genug charakterisiert, dass man sie vor sich sehen kann bzw. ihre Motive verstehen kann.
Das Buch ist gut und flüssig zu lesen. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Einmal erzählt Katharina selbst in der Ich-Form ihre Erlebnisse, abwechselnd damit hören wir von einem übergeordneten Erzähler die weiteren Ereignisse. Die zweite Form lag mir mehr.
Meine Bewertung für das Buch im Durchschnitt:

Viele Grüße von Annabas
