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Autor Thema: Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin  (Gelesen 907 mal)

Annabas

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Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin
« am: 23. Januar 2011, 19:56:47 »


Philippa Gregory – Die ewige Prinzessin
Übersetzerin: Barbara Först



Inhaltsangabe:

Katharina von Aragón, die spanische Infantin, wird bereits als Dreijährige mit dem englischen Thronfolger Arthur verlobt – ein politisches Bündnis. Mit 14 Jahren reist sie von Spanien nach England, um zu heiraten. Dort hat sie mit den rauen Sitten und dem ebenso rauen Wetter zu kämpfen, außerdem bleibt das Verhältnis zwischen ihr und ihrem nicht viel älteren Ehemann kühl. Doch gerade als sich die beiden aneinander annähern, stirbt Arthur und Katharina muss um ihre Stellung bei Hofe bangen. Seit ihrer Kindheit war ihr gewiss, einmal Königin von England zu sein, doch mit dem Tod ihres Mannes scheint der Plan gescheitert zu sein. Aber da gibt es noch Henry, Arthurs Bruder, der jetzt Thronfolger ist. Katharina sieht nur eine Möglichkeit, wie ihre von Gott gewollte Bestimmung zu erfüllen ist ...

Das Buch spielt in der Zeit zwischen 1491 bis 1513 in Spanien und England.

Die Autorin hat noch weitere Bücher zum Thema Tudors geschrieben:
Die Schwester der Königin (Anne Boleyn)
Die Hofnärrin (Königin Mary)
Das Erbe der Königin (Anna von Kleve und Catharine Howard)
Der Geliebte der Königin (Elizabeth I)
The Other Queen (Maria Stuart) noch nicht übersetzt

Außerdem gibt es hier und hier zwei allgemeine Threads zu den Büchern Philippa Gregorys.

Der erste Satz:

„Ein Schrei erscholl.“

Meine Meinung zum Buch:

Hier bin ich zwiegespalten. Die erste Hälfte des Buches liest sich recht zäh, doch in der zweiten Hälfte zeigt Philippa Gregory erneut, wie spannend sie eine Geschichte erzählen kann.

Der Anfang ist auch noch sehr interessant: wir erfahren, wie Katharinas Kindheit aussah, wie ihre Eltern Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón sie prägten. Besonders gefallen hat mir die Beschreibung des maurischen Lebensstiles in Südspanien und es hat mich sehr berührt zu erfahren, wie diese Kultur erst durch Eroberung und dann durch die Inquisition zerstört wurde.

Katharinas erste Eindrücke in England, ihr „Kulturschock“, ist ebenfalls noch gut zu lesen, doch die folgende Beschreibung der Zeit ihrer Ehe mit dem Thronfolger Arthur zieht sich irgendwann mal sehr in die Länge. Hier gab es Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob ich wirklich noch weiterlesen soll.

Doch mit Arthurs Tod und Katharinas Kampf um den Thron nimmt die Geschichte richtig Tempo auf. Es war spannend zu lesen, welche diplomatischen Finten und menschlichen Tricks hier auf beiden Seiten eingesetzt wurden. Leider flacht die Geschichte zum Ende hin wieder etwas ab, aber der Lesesog zieht einen immer noch weiter bis man das Buch schließlich zuklappen kann.

Die Hauptperson Katharina wird sehr tief charakterisiert, man lernt sie schon als Kind kennen und begleitet sie durch die Jahre. Aufgrund ihrer frühen Erlebnisse und ihrer Schilderung des Lebens in der Alhambra hätte ich sie mir allerdings etwas weltoffener vorgestellt. So ganz schlüssig war mir nicht, wie sie am Ende zu einer recht borniert denkenden, radikalen Katholikin werden konnte. So richtig sympathisch wurde sie mir nie, und ich konnte auch mit ihr nicht so richtig mitfühlen.

Die anderen Figuren treten neben Katharina in den Hintergrund, sind aber weit genug charakterisiert, dass man sie vor sich sehen kann bzw. ihre Motive verstehen kann.

Das Buch ist gut und flüssig zu lesen. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Einmal erzählt Katharina selbst in der Ich-Form ihre Erlebnisse, abwechselnd damit hören wir von einem übergeordneten Erzähler die weiteren Ereignisse. Die zweite Form lag mir mehr.

Meine Bewertung für das Buch im Durchschnitt: 3ratten

Viele Grüße von Annabas    :winken:
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Spatzi79

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Re: Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin
« Antwort #1 am: 26. Januar 2011, 20:47:48 »

Ich lese normalerweise sehr wenig bis gar keine historischen Romane... durch die Tudors TV-Serie war ich aber animiert, auch etwas zu Katharina zu lesen und da kam mir dieses Buch gerade recht. Von der Autorin hatte ich vorher noch nie was gelesen. Ich gebe zu, das Cover hat mir gefallen und deswegen habe ich aus der Fülle der Literatur zu dieser Zeit gerade zu diesem Buch gegriffen.

Gut gefallen hat mir, dass ihre Jugend in Spanien und die kurze Zeit mit ihrem ersten Eheman recht ausführlich geschildert wurden, ihr späteres Leben mit Heinrich VIII. ist ja eher bekannt.

"Das Erbe der Königin" habe ich mir auch besorgt, bin aber noch nicht zum Lesen gekommen ;)
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Annabas

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Re: Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin
« Antwort #2 am: 26. Januar 2011, 21:26:07 »

"Das Erbe der Königin" habe ich mir auch besorgt, bin aber noch nicht zum Lesen gekommen ;)

"Das Erbe der Königin" kann ich auch sehr viel mehr empfehlen.  :smile:
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Valentine

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Re: Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin
« Antwort #3 am: 27. Januar 2011, 11:45:56 »

Dieses Buch kenne ich nur als englisches Hörbuch, hat mir damals recht gut gefallen (obwohl ich "Die Schwester der Königin" von Gregorys Tudor-Romanen immer noch am liebsten mag).

Ich habe aber auch ein gewisses Faible für Katharina ...
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Annabas

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Re: Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin
« Antwort #4 am: 27. Januar 2011, 13:48:31 »

(obwohl ich "Die Schwester der Königin" von Gregorys Tudor-Romanen immer noch am liebsten mag).

Das hat mir auch sehr gut gefallen. Und auf den neuen Maria-Stuart-Teil freue ich mich jetzt schon!
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Tammy1982

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Re: Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin
« Antwort #5 am: 26. August 2011, 18:44:45 »

Hallo Ihr Lieben,

ich habe die englische Version "The constant princess" gelesen und möchte hier auch meine Meinung dazu schreiben.



Meine Meinung:
Bis jetzt habe ich ehrlich gesagt noch nie ein Buch über die erste Frau von Heinrich VIII gelesen. Im Fokus war immer Anne Boleyn und so war ich sehr überrascht, dass Katherine die Tochter von Isabella von Spanien war. Diese Tatsache war mir bis dato noch nicht wirklich bewusst.

Das Buch startet mit einem kurzen Einblick in die Kindheit von Katherine, da noch Catalina - Prinzessin von Spanien, der gleich das Verhältnis zwischen Catalina und ihrer Mutter beschreibt und bereits aufzeigt, wieso sich Catalina zu einer starken Frau entwickeln wird.
Dann springt die Geschichte in das Jahr 1501 und der Leser erlebt die Hochzeit zwischen Catalina und Arthur, ihre vorsichtige Annäherung und schließlich die kurze Zeit des Glücks, die bald durch den Tod von Arthur beendet wird. An seinem Sterbebett verspricht Catalina Arthur, dass sie seinen Bruder Henry heiraten und somit ihr und sein Schicksal erfüllen wird. Dafür muss sie die Lüge erzählen, die in die Geschichte eingegangen ist: Dass die Ehe zwischen ihr und Arthur nie vollzogen wurde!

Philippa Gregory lässt dabei in dem Roman auch immer wieder Katherine selber zu Wort kommen und ganzen Passagen kann man ihren Gedanken, Gefühlen und Träumen folgen. Dabei beschränkt sich die Autorin auf die Glanzzeit von Katherine und lässt die wohl eher dunklen Stunden, als sie von Henry gedemütigt wird und er sich schließlich von ihr scheiden lässt, bewusst weg.

Das Bild der Katherine, das Philippa Gregory hier zeichnet, hat mich sehr begeistert und ich muss sagen, dass ich jetzt die 1. Frau von Henry VIII mit ganz anderen Augen sehe. Bislang hatte ich immer nur Bücher gelesen, in denen Katherine als Matrone beschrieben wurde, die v. a. sehr viel betete und ihrem Mann keinen Sohn gebären konnte. In diesem Buch entsteht das Buch einer jungen, dynamischen Frau, die voller Ehrgeiz ihre Ziele verfolgt und allen Widerständen zum Trotz ihr Schicksal - Königin von England zu sein - erfüllt.

Gleichzeitig gibt sich auch das Bild einer Frau, die Henry wohl am Besten kannte und ihm - trotz ihrer Lüge bzgl. ihrer Jungfräulichkeit - die beste Ehefrau von allen war. Außerdem eine Frau, die auch die Taten ihrer Eltern kritisch hinterfragt und schließlich zu der Erkenntnis gelangt, dass ihre Mutter und ihr Vater wohl doch einige schwere Fehler begangen haben, auch wenn sie dachten, sie agieren in Gottes Namen.

Historisch hat sich Philippa Gregory relativ nah an den Tatsachen gehalten und nur teilweise sich künstlerische Freiheiten erlaubt. Diese werden jedoch im Nachwort erläutert bzw. einiges ist auch nicht mehr so direkt nachvollziehbar, was genau passiert ist.

Mit der englischen Version habe ich mich sehr leicht getan und war sehr begeistert, wie flüssig ich das Buch lesen konnte. Der Schreibstil ist flüssig, einfach gehalten und verzichtet auf sprachliche Verzierungen, was mir das lesen sehr erleichterte.

Insgesamt ein toller historischer Schmöker, der mir Katherine of Aragon sehr nahe gebracht hat. Schön finde ich auch, dass die Autorin auch im Nachwort die These aufwirft, dass Henry sich vielleicht niemals von Katherine hätte scheiden und ein guter Herrscher geblieben wäre, wenn sie nur einen Sohn gehabt hätten.

Dafür gibt es  5ratten

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Re: Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin
« Antwort #6 am: 15. Dezember 2011, 21:25:09 »

Meine Meinung:
Philippa Gregory ist für mich das erste Highlight des Jahres und hat es bei mir bereits mit einem Buch geschafft, mein Herz zu erobern und sich auf eine Stufe mit Rebecca Gable zu stellen. Der historische Roman aus der Zeit Heinrich VIII. und Katharina von Aragon hat mich von der ersten Seite an durch seine klare Sprache, die charakteristischen Persönlichkeiten und die bildhafte Darstellung verzaubert. Sehr detailreiche Erzählungen aus dem englischen und spanischen Königshaus der Zeit konnte sehr über die doch etwas gewohnheitsbedürftige Aufteilung hinwegtrösten. Ich hatte zum Anfang etwas Probleme mit der Teilung der Erzählform. Zum einen gibt es die Ich-Form, in dem Katharina ihre Geschichte erzählt. Und dann wechselt das ganze zu einer „normalen“ Erzählform in der Vergangenheit. Es war ein wunderbares Buch, dem nur eines fehlt: Ein Stammbaum und vielleicht ein Anhang, der die einen oder anderen historischen Ereignisse noch mal erklärt.

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Avila

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Re: Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin
« Antwort #7 am: 16. Dezember 2011, 15:11:07 »

Oh, das klingt ja unglaublich interessant. Ich mag die Geschichten von Prinzessinnen und Königinnen ja wirklich sehr gern.

Tammy und Sternchen (oder auch Spatzi) habt ihr zufällig auch "Das Erbe der Königin" gelesen und könnt eins von den zwei Büchern mehr empfehlen?
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Re: Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin
« Antwort #8 am: 16. Dezember 2011, 15:28:17 »

Tammy und Sternchen (oder auch Spatzi) habt ihr zufällig auch "Das Erbe der Königin" gelesen und könnt eins von den zwei Büchern mehr empfehlen?

Mh, ich kenne auch beide und könnte jetzt nur mit Mühe sagen, welches ich besser fand ... die waren bei mir ziemlich gleichauf, während ich "Die Schwester der Königin" noch einen kleinen Tick lieber mochte.

Nicht gefallen hat mir das über Elizabeth I. (Der Geliebte der Königin).
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Re: Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin
« Antwort #9 am: 16. Dezember 2011, 16:33:08 »

Ist "Die Schwester der Königin" das Buch vom gleichnamigen Film?  Der Film war sehr auf Hollywood gemacht - meine ich mich zu erinnern.

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Re: Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin
« Antwort #10 am: 16. Dezember 2011, 17:51:39 »

Ist "Die Schwester der Königin" das Buch vom gleichnamigen Film? 

Ja, bzw. der Film beruht auf dem Buch. Hat mir aber nicht sonderlich gefallen, die Verfilmung. Das Buch war um Längen besser.
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Re: Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin
« Antwort #11 am: 16. Dezember 2011, 18:12:45 »

Ist "Die Schwester der Königin" das Buch vom gleichnamigen Film? 

Ja, bzw. der Film beruht auf dem Buch. Hat mir aber nicht sonderlich gefallen, die Verfilmung. Das Buch war um Längen besser.

Das kann ich nur unterschreiben. Das Buch ist viel besser.  :smile:
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Re: Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin
« Antwort #12 am: 16. Dezember 2011, 19:59:15 »

Tammy und Sternchen (oder auch Spatzi) habt ihr zufällig auch "Das Erbe der Königin" gelesen und könnt eins von den zwei Büchern mehr empfehlen?
Annabas tendiert ja recht deutlich zum Erben.

Mir gefallen beide sehr gut ... schwer zu sagen Avila.

Hab jetzt das neue Buch "Der Thron der roten Königin" geschenkt bekommen und bin darauf sehr gespannt
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Re: Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin
« Antwort #13 am: 17. Dezember 2011, 17:59:40 »

Ist "Die Schwester der Königin" das Buch vom gleichnamigen Film? 

Ja, bzw. der Film beruht auf dem Buch. Hat mir aber nicht sonderlich gefallen, die Verfilmung. Das Buch war um Längen besser.

Das kann ich nur unterschreiben. Das Buch ist viel besser.  :smile:

Gut zu wissen, von dem Film war ich nämlich auch nicht so begeistert.

Und danke für eure Antworten, ich schau mich mal um, vielleicht erleichtert die Stadtbücherei mir ja auch meine Wahl. ;)
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Re: Philippa Gregory - Die ewige Prinzessin
« Antwort #14 am: 18. Dezember 2011, 12:13:15 »

Tammy und Sternchen (oder auch Spatzi) habt ihr zufällig auch "Das Erbe der Königin" gelesen und könnt eins von den zwei Büchern mehr empfehlen?
Annabas tendiert ja recht deutlich zum Erben.

Mir gefallen beide sehr gut ... schwer zu sagen Avila.

Mir haben auch beide gut gefallen. Der Schreibstil von Philippa Gregory ist einfach super und reist einen mit. Die beiden Bücher sind jedoch etwas anders aufgebaut: Während bei diesem Buch hier eher aus der 3. Person geschrieben wird und nur die Gedanken von Katharina mit einfließen, ist "Das Erbe der Königin" aus Sicht von 3 Frauen abwechselnd geschrieben, was einen ganz anderen Spannungsbogen aufbaut! Also ich finde beide Bücher klasse!

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