
InhaltAnfang des 20. Jhd.: Li-Xias Geburt steht unter keinem guten Stern. Als Tochter einer Konkubine soll sie eigentlich sofort getötet werden, aber das Auftauchen eines Fuchses rettet ihr das Leben. Ihre Mutter stürzt sich jedoch aus Angst um Li-Xia in den Tod und fortan wird die "Fuchsfee" in einem Schuppen gefangen gehalten. Doch das Mädchen ist mit einem starken Geist gesegnet, der sie am Leben erhält und sie vor den Qualen des Füßebindens rettet. An ihrem achten Geburtstag wird sie an einen Seidenhändler verkauft, der sie zunächst auf dem Feld arbeiten lässt. Dort begegnet Li-Xia zum ersten Mal echter Freundschaft und sie beginnt, immer mehr an ihren Traum zu glauben: eines Tages eine Gelehrte sein. Doch erst ihre Tochter Siu-Sing wird der wahren Freiheit wirklich nahe kommen.
Über den AutorPai Kit Fai ist der chinesische Name des englischen Autors Geoff Pike. In seiner Heimat verbrachte er allerdings nach seiner Jugend nur noch wenig Zeit, dafür umso mehr in Australien und Asien. In Hongkong heiratete er in eine der führenden chinesischen Familien ein. Mit der fernöstlichen Kampfkunst, Kultur und Medizin ist er bestens vertraut, zumal er mit deren Hilfe seinen Krebs besiegen konnte.
Meine Meinung zum BuchIch bin etwas zwiegespalten. Ich hatte einen historischen Roman erwartet, der mich in die fernöstliche Kultur und der dortigen Lebensweise entführt, was dem Buch eigentlich auch gelungen ist. Trotzdem gibt es einige Aspekte, die mir negativ aufgefallen sind, dazu aber später mehr.
Das Buch erzählt zwei Lebensgeschichten. Zunächst die von Li-Xia, die Tochter einer Konkubine, die in ihrem Leben schwer zu kämpfen hat. Diese Geschichte hat mir insofern gut gefallen, dass sie Einblicke in Bereiche gegeben hat, die ich bisher noch nicht erforschen konnte. So erlebt man z.B. den Alltag der Feldarbeiterinnen auf einer Seidenplantage mit. Siu-Sings Erlebnisse haben mir noch besser gefallen, denn sie erlebt auf ihrer Suche nach ihren Eltern einiges an Abenteuern und verschafft dem Leser dadurch Einblicke in die Bordellstruktur und die Macht der Triaden.
Überhaupt ist die Vielfalt der angesprochenen Themenbereiche in diesem Buch sehr groß. Von spirituelle Themen wie Geisteranbetung oder Zukunftsdeutungen über altchinesische Kampfkunst bis hin zu kulturellen Bereichen wie das Abbinden der Füße oder das Leben in einer gehobenen Opium-Liebes-Höhle ist wirklich alles dabei. Das alles macht das Buch natürlich spannend, manchmal hatte ich aber auch das Gefühl, dass der Autor zu viel ansprechen wollte. Man hätte mindestens zwei Bücher aus dieser Informationsvielfalt machen können und meiner Meinung nach wäre das auch besser gewesen. So wird nämlich einiges zu schnell abgehandelt und verschwindet dann wieder in der Versenkung.
Dieses schnelle Abhandeln von Handlungseinheiten ist mir allgemein negativ aufgefallen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass ganze Abschnitte rausgekürzt wurden, ohne dass eine adäquate Überleitung hinzugefügt wurde. So befinden sich manchmal Personen an einem Ort, um im nächsten Absatz ohne erkenntlichen Einschnitt wo anders zu sein. Diese Plätze liegen nicht wirklich weit voneinander entfernt (z.B. ein Pavillon im Garten und der Balkon des Haupthauses) und es sind keine schlimmen Patzer, aber ich fand sie störend. Auch der Schreibstil wirkte teilweise etwas stockend und unausgegoren auf mich, dass kann aber am Übersetzer liegen. Es gibt manchmal etwas seltsame Wortkombinationen wie "sorgfältige Sorgfalt" (diese Beispiel genau gibt es wahrscheinlich nicht, aber so in der Art). Dass sind alles nur Kleinigkeiten, aber in ihrer Gesamtheit haben sie mich doch etwas genervt.
Handlungstechnisch haben mich auch einige Dinge gestört. Bis auf ein paar Ausnahmen sind alle Chinesen korrupt, sexgeil und grausam, während alle auftauchenden Weißen gütig und heldenhaft sind. Meiner Meinung nach eine etwas einseitige Darstellung. Auffallend ist auch, dass die zwei Hauptcharaktere den meisten Gefahren, denen sie ausgeliefert sind, ohne große Schäden entkommen. Li-Xia trifft es zwar manchmal hart, aber Siu-Sing hat übermäßig viel Glück.
Sie entkommt einigen Vergewaltigungsversuchen (Li-Xia übrigens auch), dem Oberhaupt der Triade "Gelber Drache", an den sie verkauft werden soll, einer Naturkatastrophe und sie behält ihre Jungfräulichkeit, obwohl sie in einem Bordell arbeitet.
Naja, dieser Handlungsverlauf scheint mir dann doch etwas weit hergeholt.
Ich weiß, das alles klingt nicht wirklich so als hätte mir das Buch gefallen. Aber eigentlich fand ich die Geschichte ganz unterhaltsam. Das chinesische Flair kommt durchaus rüber und wie bereits erwähnt, hat mir die Vielfalt der Themenbereiche an sich gut gefallen. Deswegen gibt es von mir