Hallo!
@BettinaOh je! Gute Besserung deinen Kindern, ich hoffe es geht ihnen schon wieder besser.
Natürlich können wir etwas langsamer lesen. Obwohl es bei mir nur so dahinflutscht, ich könnte lesen und lesen...
Ich bin inzwischen bis
Kapitel XXI vorgedrungen, kann aber mal eine kleine Pause einlegen. In den nächsten Tagen werde ich sowieso weniger Zeit haben.
Ich lese die Übersetzung von Herrn Seelow und ich denke das wird wieder sehr gut werden.
Wenn ich das lese, bin ich ja sehr versucht, mir auch noch die Neuübersetzung zuzulegen. Zwar liest auch die alte sich gut, aber an manchen Stellen scheint es mir ein wenig zu haken... Aber gleich im neuen Jahr wieder so viel Geld ausgeben

...mal sehen.
Olafur ist mir in den ersten beiden Kapitel doch sehr sympathisch rübergekommen, ...
Ich glaube einfach, er ist "anders" ...
Ja, auch mir ist er sympathisch. Auch, weil er auf all das, was die anderen ihm antun, nie so reagiert, daß er selber bösartig wird.
Ohne Eltern wächst er als "Gemeindekind" (wie wird das auf Deutsch gleich im 3. Satz genannt?)
Genau so: Gemeindekind.
Ich habe auch schon ein wenig darüber gegrübelt, weil ich den Begriff im Deutschen so nicht kenne (obwohl er natürlich unmittelbar verständlich ist). Geläufiger sind mir Waise (was er aber nicht ist, da seine Eltern noch leben) oder Findelkind (was er auch nicht ist, da man dann die Eltern nicht kennt). Wie würde man das heute nennen? Straßenkind? Heimkind?
Saltanah, daß du sogar das Buch herausgefunden hast, das Magnina hat!

Alle Achtung! Mir kam gar nicht mal der Gedanke, daß es sich dabei um ein real existierendes Buch handeln könnte.
Nach dem, was in den folgenden Kapiteln, als Magnina Olafur daraus vorliest, so über den Inhalt des Buches zutage kommt, muß das aber ein ziemlicher Schmarren sein, auch nach Laxness´ Meinung. Was damals halt so in Büchern stand. Für Olafur, der kaum andere Eindrücke bekommt, eröffnet es eine Welt.
Überhaupt diese Kapitel, in denen Magnina Olafur vorliest. Das ist (neben dem Gespräch mit Jarthrudur im
Kapitel XVIII) so gut wie die einzige Zuwendung, die er bekommt, obwohl sie nie wirklich mit ihm redet.
Dass es Olafur irgendwann besser gehen könnte, kann ich mir zur Zeit nicht vorstellen, aber irgendwie muss Laxness ja die noch folgenden vielen Seiten füllen, daher erwarte ich, dass Olafur doch wenigstens nicht gleich stirbt, wie man sonst annehmen könnte.
Ich erwarte auch, daß er noch eine ganze Weile leben wird.
Hierzu stehen im
Kapitel VIII ein paar Zeilen, die ich sehr schön fand.
"Ich bin bereit zu sterben, wenn Gott ruft", sagte der Junge. "Es ist gar nicht sicher, daß er dich ruft", sagte Josep. "Als ich so jung war wie du, war ich auch zum Sterben bereit. Aber es kann einem so vorkommen, daß er sich nichts daraus macht, die zu sich zu nehmen, die bereit sind, von hinnen zu gehen. Es sieht so aus, als wären die anderen eher dran."Wie wahr!
Ich glaube, daß Olafurs Bettlägerigkeit mit der Zeit mehr und mehr darauf zurückzuführen ist, daß seine Muskeln vom langen Liegen geschwächt sind. Bekäme er Gelegenheit, ein bißchen Fitness zu erlangen, könnte er sicher aufstehen. Aber darum kümmert sich ja niemand, es ist so viel bequemer, ihn einen nutzlosen Faulpelz zu schimpfen. Und er selber ist dazu auch nicht in der Lage: weder kann er sich dazu entschließen, noch wüßte er wie er es anstellen soll. Und nachdem er als Kind schon so mit Arbeit überfordert wurde, kann ich seine Kraftlosigkeit sogar ein bißchen verstehen. Obwohl er als junger Mensch eigentlich einen Lebenshunger haben müßte, der ihm Kraft gibt.
Ich bin gespannt, auf welche Weise er es schaffen wird, schließlich aufzustehen. Unterdessen hat er ja nur einen Sonnenstrahl, an dem er sich festhält.
Jetzt halte ich mich mal mit weiteren Kommentaren zurück und warte auf euch.