Bönder (1963)
Mal wieder eine Saltanah-Rezi der Kategorie "Rezensionen, die das Forum nicht braucht", da das Buch soweit ich feststellen konnte, in keine Sprache übersetzt wurde und somit nur des Schwedischen oder Skandinavischen Mächtigen zugänglich ist. Da das aber hier doch immerhin einige sind und auf eine Liste zum Thema "Bauernhof" unbedingt ein Buch gehört, dessen Titel
Bauern lautet, musste ich es einfach auf die SLW-Liste setzen.
Der Ich-Erzähler, ein Großstadtkind, verbringt als 14-jähriger aus unbekanntem Anlass einen Sommer und Herbst auf dem Lande und erzählt uns von einer sterbenden Welt, der der Klein- und Kleinstbauern, die schon zur Entstehungszeit des Buches 1963 am Verschwinden war. Erzählt wird von Anton, bei dem der Erzähler wohnt, dem Nachbarn Ibert, mit dessen Sohn Nils sich der Erzähler angefreundet hat, und von den anderen Bewohnern der nächsten Umgebung, die zu einem guten Teil mit Anton oder Ibert verwandt, aber auf jeden Fall alle gute Bekannte sind.
Erzählt wird auch von den Ereignissen dieses Sommers und Herbstes, dem Roden eines Waldstückes, dem Wachsen und Ernten des Hafers, dem Tod von Iberts alter Mutter z. B., und vor allem von dem illegalen Krebsfang, der von dem Erzähler und Nils initiiert wurde und an dem sich immer mehr Nachbarn beteiligten.
Dabei scheint immer wieder durch, dass diese Welt so nicht mehr lange bestehen bleiben wird; sie wird mit den allmählich alt werdenden Bauern sterben. Die jüngere Generation geht schon in dem benachbarten Städtchen in die Fabrik zum Arbeiten, da die Landwirtschaft nicht annähernd ertragreich genug ist, um weiter bestehen zu können. Einen Eindruck, wie klein die Verhältnisse sind, bekommt man dadurch, dass sich Anton und Ibert, die ja jeweils einen "Hof" besitzen, einen Ackergaul teilen.
Ein wehmütiger Ton zieht sich durch die gesamte Erzählung - einen Roman möchte ich dieses 95-seitige Büchlein nicht nennen. Dabei wird das Leben der Bauern aber nicht idyllisiert; die Härte des Lebens und der Arbeit und die Scheu der Bauern davor, ihr Leben zu genießen, nur um dann umso stärker von unausweichlichen Schicksalsschlägen getroffen zu werden, wird eindringlich dargestellt. "Das Leben ist Leiden" scheinen die Bauern in fast buddhistischer Haltung zu glauben, und dieses Leben und Leiden gilt es irgendwie zu überstehen.
So erscheint es nicht erstrebenswert, diese Lebenswelt zu erhalten, aber dennoch ist es traurig, dass sie zu Ende geht, so wie es immer traurig ist, wenn etwas unwiderruflich verschwindet, scheint Claesson zu meinen und so setzt er - selbst Stadtmensch - dem Landleben verflossener Tage mit diesem Buch ein Denkmal. Dabei passt er sich stilistisch an die Wortkargheit seiner Protagonisten an. In kurzen Sätzen und ebenso kurzen Absätzen, die oft nur aus einem Satz bestehen, die aber in ihrer Kürze so viel mehr beinhalten als eigentlich dasteht, erzählt er seine Geschichte und trifft mich dabei immer wieder voll ins Herz. Ein Satz wie z. B. "På andra sidan kräftorna väntade hösten" (etwa "Jenseits der Krebse wartete der Herbst"), erweckt in mir in seiner lapidaren Kürze ein Bild des Spätsommers, der bald vergehenden Natur, der Unausweichlichkeit des Schicksals und der Sterblichkeit alles Lebendigen. Ob jemand das so nachvollziehen kann ist fraglich, aber mir egal.
Durch seine kurzen Sätze und die einfache Sprache eignet sich dieses Buch auch gut für Schwedischlernende, die von längeren und komplizierteren Büchern noch überfordert wären.
Dass meine Bewertung nicht besser ausfällt, liegt an der für meinen Geschmack zu langen Schilderung des Krebsfanges. So vergebe ich positive

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