

Bei Ausgrabungen in Jerusalem findet das Team um den exzentrischen Chaim Raful, seit Jahren als erbitterter Gegner der katholischen Kirche bekannt, nicht nur einen antiken Teller, auf dem etwas dargestellt ist, das die Geschichte von Jesus Christus, wie sie die Kirche lehrt, widerlegen könnte, sondern auch das Grab eines Tempelritters und darin eine alte Schriftrolle. Wenig später verschwindet Chaim und die Rolle mit ihm, während es im Umfeld des Archäologenteams zu mysteriösen Unfällen kommt.
Ungefähr zeitgleich in Bayern: der grummelige, zynische Kommissar Stefan Bukowski und seine junge Kollegin Lisa Herrmann ermitteln in zwei Fällen, bei denen ein alter Mönch in Ettal und der Küster der Wieskirche brutal getötet wurden. Auch der Pfarrer der Wieskirche ist kurz zuvor gestorben, offiziell bei einem Unfall, doch bei näherem Hinsehen finden sich dort einige Ungereimtheiten.
Während Bukowski und Lisa auf internationale Verwicklungen stoßen, lassen die Unglücksfälle in Israel Tom Stein aus der Grabungsmannschaft keine Ruhe, und er versucht, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. In Rom läuten derweil die Alarmglocken auf den höchsten Ebenen im Vatikan, denn das, was Rafuls Team entdeckt hat, könnte die Daseinsberechtigung der Kirche vollkommen in Frage stellen.
Mal wieder ein Kirchenthriller. Man gibt die Hoffnung ja nicht auf, irgendwann mal wieder auf einen wirklich spannenden zu stoßen, wenn die Verschwörungstheorie darin auch abstrus sein mag. Leider hat Ulrich Hefner diese Hoffnung für mich nicht erfüllen können.
Der Ansatz ist nicht schlecht, wenn auch nicht direkt neu. Alte Dokumente mit brisantem Inhalt, der geheimnisumwobene Vatikan, die Tempelritter und ein sympathischer Archäologe, der die seltsamen Vorfälle nicht auf sich beruhen lassen will, sind schon die richtigen Zutaten, doch die Figuren bleiben weitgehend hölzern, die Dialoge steif und so richtige Spannung kam für mich auch nicht auf. Das Buch wirkt wie der krampfhafte Versuch, ein deutscher Dan Brown zu werden, was aber nicht gelingt. Brown mag kein großer Literat sein und seine Bücher inhaltlich Blödsinn, aber immerhin konnte er mich fesseln. Hefner kriegt das nicht hin. Die einschlägigen Versatzstücke eines Verschwörungsthrillers werden zwar aneinandergereiht, die üblichen Cliffhanger und Ortssprünge sind auch zu finden, aber der Funke springt nicht wirklich über, vieles ist vorhersehbar. Hinzu kommt, dass Bukowski mir ziemlich unsympathisch war (und dann auch noch diese dämliche Affäre mit seiner Kollegin und ein ziemlich schmalziger Schluss).
