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Autor Thema: Ronald Reng - Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben  (Gelesen 367 mal)

DiarySheSmiledAtMe

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Ronald Reng - Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben
« am: 07. Dezember 2010, 18:59:03 »



Schönen Guten Tag,

hat jemand die Biografie von/über Robert Enke bereits gelesen? Ist sie empfehlenswert?
Würde mich doch stark dafür interessieren, aber wollte mich vorher vergewissern dass
es zumindest gute Rezensionen bekommt.

EDIT: Betreff angepasst und Amazonlink eingefügt. LG, Saltanah
« Letzte Änderung: 07. Dezember 2010, 19:46:19 von Saltanah »
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MacOss

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Re: Ronald Reng: Ein allzu kurzes Leben
« Antwort #1 am: 07. Dezember 2010, 19:18:21 »

Ich verlass' mich da ganz auf das Urteil von Denis Scheck, der nur wenig Schmeichelhaftes über dieses Buch sagen kann:

Zitat
Dieses Buch trägt bei aller aufklärerischen Absicht zum Thema Depression durchaus seinen Teil bei zur idiotischen Heroisierung des Sports, zur Verblödung insbesondere der deutschen Männer und zur Verödung unserer Medien durch die groteske Überschätzung jenes nationalen Irrsinns namens Fußball, der daraus resultierenden Überhöhung des Banalen und der Banalisierung des Hehren, zum Verlust von Werten und zur Eintrübung des ästhetischen Geschmacks. Früher wurden solche Bücher über abgeschossene Fliegerasse oder ums Leben gekommene Entdeckungsreisende geschrieben. Ein Buch, mit dem ich daher wenig Federlesens mache.

Nachzulesen beim Deutschlandfunk: klick
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Auf zu neuen Ufern! :smile:

DiarySheSmiledAtMe

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Re: Ronald Reng - Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben
« Antwort #2 am: 08. Dezember 2010, 15:11:20 »

Sehr harte Kritik. Genau diese sportliche Seite daran hat mich zweifeln lassen ob es wirklich gut ist.
Vielen Dank für das Zitat. Entschuldigt den falschen Threadnamen.  :redface:
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Cuddles

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Re: Ronald Reng - Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben
« Antwort #3 am: 08. Januar 2012, 14:29:35 »

Hallo!

Ich habe das Buch gelesen und kann die Meinung von Denis Scheck, den ich sonst sehr schätze, überhaupt nicht nachvollziehen. Fußball ist wohl so eine Sache, die einen fasziniert oder eben nicht. Daraus, dass er von Fußball nicht viel hält, macht Denis Scheck keinen großen Hehl. Und auch wenn ich als Fan da vielleicht nicht objektiv urteilen, so behaupte ich einfach mal, dass Fußball nicht zur Verblödung beiträgt. Natürlich gibt es unter den Fußballfans viele, die sich nicht gerade als Intelligenzbestien bezeichnen dürfen, aber ich bezweifle doch stark, dass die allein durch den Fußball dumm geworden sind.

Aber nun zum Buch: Ich finde, es trägt überhaupt nicht dazu bei, jemanden zu idolisieren, ganz im Gegenteil. Ronald Reng gibt dem Leser die Möglichkeit, Robert Enke als Menschen mit all seinen Stärken und Schwächen kennenzulernen. Der Autor beschreibt Enkes Lebensweg von seinen Anfängen als junger Torwart in Jena, der Zeit in Mönchengladbach, ersten Panikattacken bis zum ersten Ausbruch der Depression 2003, seinen langen Weg zurück zum Erfolg bis 2009 erneut die Depression zuschlägt. Dabei unterschlägt er aber auch nicht die glücklichen Zeiten wie z.B. in Lissabon.

Ronald Reng war mit Robert Enke befreundet und hat dieses Buch in enger Zusammenarbeit mit dessen Witwe Teresa geschrieben. Er schafft dabei das Wunder, auch viele private Details einfließen zu lassen, ohne dass sich der Leser als Voyeur fühlt. Neben einigen erhellenden Anekdoten aus der Fußballwelt sind es vor allem die Einblicke in die Psyche eines depressiven Menschen, die diese Biographie auszeichnen. Vor allem für mich als Außenstehende war es sehr interessant und wichtig zu erfahren, was diese Krankheit aus einem Menschen machen kann.

Mich hat dieses Buch sehr erschüttert und danach musste ich mich erst mal sammeln. Robert Enke war ein Mensch, den ich zutiefst sympathisch fand, und deswegen bin ich sehr traurig, dass er viel zu früh von uns gegangen ist. Es ist deshalb auch schwer für mich, dieses Buch objektiv zu beurteilen, aber wenn ich es müsste, würde ich sagen, dass es eine sehr gut geschriebene Biographie ist.

Fazit:
Ein sehr ergreifendes Buch, das keine Antwort, aber zumindest eine Erklärung für alle bietet, die sich am 10.11.2009 gefragt haben: „Wie konnte das passieren?“