

Originaltitel: The Coffee Trader
Miguel Lienzo ist ein spanischer Jude, der glücklich der Inquisition entkommen ist und nun in Amsterdam als Börsenmakler agiert. In letzter Zeit ist er geschäftlich allerdings eher wenig erfolgreich und außerdem hat er sich Parido zum Feind gemacht, der erfolgreicher als er ist und außerdem Mitglied im Ma’amad, dem Ältestenrat der jüdischen Gemeinde. Doch dann kommt ihm die Idee zu einem Coup, der ihn zum reichen Mann machen könnte – allerdings müsste er dafür verbotenerweise für einen Nichtjuden - noch dazu eine Frau – makeln.
Davis Liss beschreibt interessant und verständlich den Börsenhandel im 17. Jahrhundert. Das ist aber leider auch das Interessanteste an diesem Buch. Miguel wirkt unsympathisch: geschäftemacherisch, feige auf sein Image bedacht, nicht vertrauenswürdig. Er findet immer wieder Ausreden für sein Gewissen, wenn er wieder einmal jemanden hintergeht. Dass seine holländische Geschäftspartnerin undurchsichtig bleibt, mag Absicht sein, aber die andere weibliche Hauptrolle, Miguels Schwägerin Hannah bleibt ebenfalls ziemlich blass.
Im Vergleich zu den in London spielenden Büchern des Autors (Falschspieler, Papierverschwörung) die atmosphärisch einfach dichter sind, bekommt man in „Der Kaffeehändler“ abgesehen von der Börse kaum einen Eindruck vom Alltag in Amsterdam.
Insgesamt las sich „Der Kaffehändler“ zwar ganz ordentlich, ist aber nicht unbedingt eine Empfehlung, die oben genannten anderen Bücher des Autors sind jedenfalls die bessere Alternative.

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EDIT: Den Betreff um ein e ergänzt. LG Seychella