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Autor Thema: Jonathan Stroud: Bartimäus - Der Ring des Salomo  (Gelesen 269 mal)

Ati

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Jonathan Stroud: Bartimäus - Der Ring des Salomo
« am: 03. November 2010, 23:08:02 »



Bartimäus – Der Ring des Salomo
von Jonathan Stroud


Titel der englischen Originalausgabe: Bartimaeus – The Ring of Solomo
cbj, München
ISBN 978-3570139677
Fantasy, Jugendbuch
1. Auflage 2010
aus dem Englischen von Katharina Orgaß und Gerald Jung
Umschlaggestaltung Klaus Renner
Hardcover, 480 Seiten

www.cbj-verlag.de


Zum Autor

Der in Bedford/England geborene und bei London lebende Jonathan Stroud schreibt bereits seit 33 Jahren Geschichten, hat also seine Vorliebe dafür bereits mit sieben Jahren entdeckt. Nachdem er Jahre später zunächst als Lektor für Kindersachbücher tätig war, beschloss er nicht nur seine eigenen Kinderbücher zu veröffentlichen. Er wollte sich auch fortan ganz dem Schreiben widmen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. (Autorenhomepage: www.jonathanstroud.com)

Zum Buch

„Bartimäus – Der Ring des Salomo“ ist eigentlich die Entstehungsgeschichte zu den bereits veröffentlichten Bänden der Bartimäus-Trilogie. Ein in sich abgeschlossenes Buch, in dem es um einen gewitzten, stets zu Streichen aufgelegten Dschinn geht, der immer wieder wider Willen von Magiern heraufbeschworen wird. Man kann es völlig unabhängig von der Trilogie lesen.

Gleich zu Beginn folgt eine Liste der Hauptpersonen, eine Karte mit den Ländern Israel, Saba und deren Umgebung zum Handlungszeitpunkt. Nach dem eigentlichen Schluss der Geschichte kommen noch Anmerkungen zu Zauberei und Geistern. Und nach Erwähnung der Trilogie ein kleines Kapitel, von dem ich ausgehe, dass es sich um ein Kapitel des ersten Bandes der Trilogie handelt – die ich leider noch nicht gelesen habe.

Doch zum Inhalt. Bartimäus ist ein Dschinn. Ein Wesen, das seinem Meister alle Wünsche erfüllen muss. Sein Herr ist Magier am Hofe König Salomos 959 v. Chr. in Jerusalem. Salomo wiederum, Hüter eines Ringes, der ihm unendliche Macht und Reichtum verleiht, scheint sich alle umliegenden Königreiche untertan machen zu wollen. Er schreckt nicht davor zurück, den Geist des Ringes heraufzubeschwören, um seine Macht zu erhalten und sein Gefolge gefügig zu halten.

Als Salomo das Königreich Saba bedroht, schickt die Königin eine ihrer Wächterinnen nach Jerusalem. Diese soll den König töten und den Ring nach Saba bringen. Asmira, die Wächterin macht sich sofort auf den Weg und trifft dabei auf Bartimäus und seinen Herrn. Mit ihrer Hilfe gelangt sie schneller als erwartet in den Palast Salomos.

Doch dort stellt sich heraus, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Ihr blinder Gehorsam gegenüber ihrer eigenen Königin ist plötzlich infrage gestellt, als sie mit Bartimäus Hilfe in den Besitz des Ringes zu kommen versucht. Ist Salomo ein tyrannischer Machthaber oder gehen hinter seinem Rücken Dinge vor, die er nicht weiß? Herrscht er oder wird er beherrscht? Sie und der Dschinn müssen einige Schwierigkeiten meistern und um ihr Leben kämpfen.

Meine Meinung

Ich würde das Buch in die Kategorie All-Age (zumindest ab 14 aufwärts) einsortieren und wurde von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhalten. Stroud hat mich in eine fantastische Welt aus Zauberern, Kobolden, Dämonen und Menschen eintauchen lassen. Der Schauplatz ist größtenteils im antiken Jerusalem, wobei Zeit und Ort vermutlich auch hätten beliebig ausgetauscht werden können, denn es ist gewissermaßen eine ganz eigene Welt, in die man sich beim Lesen begibt. Am Ende kommt wie gesagt vermutlich der Auftakt der Trilogie. Jedenfalls landet der Dschinn in der modernen Zeit bei einem Jungen in London.

Doch soweit ist es anfangs noch nicht. Bösartige und gewalttätige Dschinns werden beschrieben, die immer bereit sind auf ihren Herrn zu stürzen und diesen zu töten, sobald dieser die kleinste Schwäche zeigt. Und ihre Sehnsucht nach Freiheit, die genau genommen nie erfüllt wird, denn jeder der ihren Namen kennt, kann sie heraufbeschwören und sie müssen ihm bedingungslos gehorchen oder werden bestraft. Bartimäus ist ein bereits uralter Dschinn, sarkastisch und humorvoll und trotz seiner Hinweise auf seinen Appetit kommt er liebenswert herüber. Er glaubt an das Gute im Menschen, als er auf Asmira trifft, und wird gewissermaßen belohnt. Sie schafft es nicht nur, den Bann, der ihn an seinen bisherigen Herrn bindet, zu brechen (an der Stelle habe ich mich köstlich amüsiert, wer die Gelegenheit hat einen Blick auf die Seiten 276-280 zu werfen, weiß vielleicht warum). Sie verspricht ihm auch die Freiheit, sobald er ihr geholfen hat, den Ring zu bekommen. Asmira wiederum würde alles für ihre Königin tun, sogar ihr eigenes Leben opfern. Blind gehorcht sie jedem Befehl, bis sie zu begreifen beginnt, dass Gehorsam vielleicht nicht alles ist und es zwischen Schwarz und Weiß viele Grautöne gibt.

Stroud lässt zum einen Bartimäus selbst zu Wort kommen, zum anderen wird die Geschichte von einem Beobachter erzählt. Was mich anfangs etwas störte, waren die Fußnoten, die keiner eigentlichen Erklärung dienen, sondern genau genommen teilweise recht biestig-eloquente Gedanken des Dschinns sind. Doch das war wie gesagt nur anfangs, was vielleicht wiederum am äußerst lebendigen Stil und modernen Sprachgebrauch des Autors liegen könnte. Damit führt er einen leicht verständlich in die Handlung ein, wobei er gleichzeitig von Anfang an Spannung aufbaut. Seine Ideen sind durchdacht, nichts wirkt langatmig. Die Beschreibung seiner Figuren, wie auch ihrer Erlebnisse ist detailliert.

Fazit

Das Buch hat eindeutig nicht nur für Jugendliche Unterhaltungswert. Mich hat es auf die bereits 2006/2007/2008 erschienene Trilogie mehr als neugierig gemacht. Auf einer Skala von 1 – 5 bekommt „Bartimäus – Der Ring des Salomo“ die volle Punktzahl, weil einfach alles stimmt.

Copyright © 2010 Antje Jürgens

 5ratten
« Letzte Änderung: 03. November 2010, 23:17:25 von Ati »
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Man sagt, dass die Welt ohne Fantasie ein trostloser Ort wäre.
Doch was wäre die Fantasie ohne Worte? Sie sind die Flügel, auf denen Fantasien in die ganze Welt gelangen können.

Marypipe

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Re: Jonathan Stroud: Bartimäus - Der Ring des Salomo
« Antwort #1 am: 13. Dezember 2010, 19:00:04 »

Huhu,

auch ich habe mir unbedingt den vierten Bartimäus-Band zulegen müssen. Gelesen hatte ich ihn auch schnell.
Meine Rezension
Dieses Mal erzählt Jonathan Stroud die Geschichte vor der Geschichte. Sie spielt nämlich in einer Zeit, lange bevor Nathaniel auf den Dschinn trifft. Erzählt wird die Geschichte um den König Salomo, der mithilfe seines magischen Ringes sich die Welt zum Untertan gemacht hat.
Bartimäus dient einem seiner 17 Zauberer und setzt natürlich wieder alles dran, den Leser zu unterhalten, ihn zum Schmunzeln zu bringen und vor allem aus der Gefangenschaft zu entfliehen.
Helfen soll ihm dabei die Wächterin der Königin von Saba. Das Mädchen Asmira wird zum Palast Salomos geschickt, nachdem eine Drohung dessen, das Königreich Saba zu vernichten, Unmut bei der Königin auslöst. Asmira soll Salomo töten.
Wie es der Zufall will, treffen Bartimäus und das Mädchen aufeinander und nach anfänglichen Schwierigkeiten, verfolgen die beiden gemeinsam das Ziel, dem König den Ring zu entwenden. Jeder der beiden hat natürlich so seine eigenen Beweggründe...  :breitgrins:
Meine Meinung
Für mich war es schön, mal wieder was von Bartimäus zu lesen. Allerdings kommt der Roman etwas langatmig und zu oberflächlich daher. Die Charaktere sind lange nicht so ausgeklügelt wie in der Trilogie rund um Nathaniel. Während sich die Figuren aus den ersten drei Romanen, allen voran Nathaniel, entwickeln und tiefe Beweggründe haben, bleiben die Figuren in diesem Roman sehr plastisch. Das führt dazu, dass ich diesem Buch nur 3 Ratten geben kann. Für den ein oder anderen Lacher hat es auf alle Fälle gesorgt.

 3ratten

Grüße,

Marypipe
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Alfa_Romea

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Re: Jonathan Stroud: Bartimäus - Der Ring des Salomo
« Antwort #2 am: 19. Januar 2012, 18:14:48 »

Ich habe mich auch ein weiteres Mal mit Bartimäus ins Abenteuer gestürzt und es nicht bereut.

Inhalt:
Bartimäus, der frechste Dschinn aller Zeiten, ist zurück. Während die Trilogie um den jungen Zauberer Nathaniel in der heutigen Zeit spielt, wird diesmal eine Geschichte erzählt, die sich zu Zeiten des grossen Königs Salomo zutrug – also etwa 1000 vor Christus. Bartimäus steht mit vielen anderen Geistwesen in den Diensten des ehrgeizigen Zauberers Khaba, der mit 16 weiteren Kollegen wiederum Salomo dient. Und Salomo selber hält den Laden unter Kontrolle, weil er über einen Zauberring verfügt, der Wesenheiten heraufbeschwören kann, die so mächtig sind, dass kein Mensch so recht weiss, was das überhaupt für Gestalten sind.

Salomo lebt in aller Pracht und das kostet natürlich. Da er über genügend Macht verfügt, kann er es sich leisten, die umliegenden Königreiche zu Schutzgeldzahlungen zu erpressen. Das geht gut, bis er sich mit der Königin von Saba anlegt, die die geforderten Abgaben nicht leisten will und ihm stattdessen die junge, talentierte Palastwächterin Asmira auf den Hals schickt. Sie soll Salomo töten und ihm seinen Ring nehmen.

Meine Meinung:
Nach ein paar Jahren Unterbruch fand ich es sehr erfrischend, wieder etwas von Bartimäus zu lesen. Besonders positiv finde ich dabei, dass es sich bei «Der Ring des Salomo» um einen Einzelband handelt, eine Trilogie hätte ich nicht nochmal gelesen. So hatte das Wiedersehen genau die richtige Länge und entsprechend habe ich es genossen.

Der Plot ist auch in diesem Buch relativ vorhersehbar, aber das ist angesichts der Zielgruppe kein negatives Kriterium. Zudem hat Jonathan Stroud einen Dreh in der Geschichte platziert, der im letzten Drittel des Buches so einiges in eine andere Perspektive rückt. Im Grossen und Ganzen lebt das Buch aber von Bartimäus, seinen Frechheiten und den sarkastischen Fussnoten. Da gibt es so manche Szene, in der man sich fragt, ob Bartimäus eigentlich mit Absicht Ärger sucht. Ein Beispiel dafür ist eine Szene, in der diverse Dschinn an Salomos Tempel bauen sollen – und zwar ohne Hilfe von Magie. Natürlich halten sich die Dschinn in unbewachten Momenten keineswegs an diese Vorgaben, aber Bartimäus ist der einzige, der zu seiner Arbeit ausserdem noch Spottlieder über Salomo singt und in einer Gestalt auftritt, die eine Karikatur einer der beleibteren Frauen des Königs ist. Trotz seiner 2000 Jahre, die er schon auf dem Buckel hat, scheint Bartimäus immer noch einen recht jugendlichen Geist zu haben, der ihn zu solchen Possen veranlasst. Daneben beweist er allerdings auch immer wieder psychologisches Geschick, indem er sein Gegenüber analysiert und mehr oder weniger geschickt manipuliert.

«Der Ring des Salomo» war für mich wie ein Besuch bei einem alten Freund, es hat kaum zwei Seiten gedauert, bis ich mich in Bartimäus' Welt wieder heimisch gefühlt habe, auch wenn das letzte Treffen ein paar Jahre her ist. Das liegt zum einen sicher daran, dass die Welt mit ihren Regeln und Besonderheiten recht überschaubar ist, zum anderen ist sie eben auch recht einprägsam gestaltet. Es hat mir Spass gemacht, sie für die Länge eines Buches wieder zu entdecken. Und auch wer noch keines der Bartimäus-Bücher gelesen hat, wird sich schnell zurechtfinden.

Fazit:
Ein äusserst gelungenes Jugend-Fantasybuch, an dem auch Erwachsene ihren Spass haben dürften.

8 von 10 Punkten
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Jari

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Re: Jonathan Stroud: Bartimäus - Der Ring des Salomo
« Antwort #3 am: 20. Januar 2012, 10:23:14 »

Ach, dieser Teil subbt bei mir schon seit Erscheinen :breitgrins: Irgendwie habe ich etwas Bammel davor, dass es mich enttäuschen wird...
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Alfa_Romea

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Re: Jonathan Stroud: Bartimäus - Der Ring des Salomo
« Antwort #4 am: 20. Januar 2012, 11:43:48 »

Nur Mut, mir gefiel dieser Band besser als die Trilogie. Gut, auch dort fand ich die Passage, in der Bartimäus seine Geschichte mit Ptolemäus erzählt, am schönsten. Mir gefällt dieses altertümliche Setting bei Stroud besser als seine Version des modernen London.

Falls es dir ähnlich ging, wirst du von Bartimäus 4 nicht enttäuscht sein  :smile:
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Jari

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Re: Jonathan Stroud: Bartimäus - Der Ring des Salomo
« Antwort #5 am: 20. Januar 2012, 19:14:37 »

Das klingt gut. Bei mir ist es schon ein grosser Vorteil, wenn Kitty nicht auftaucht :err:
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