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Autor Thema: Thomas Finn - Weißer Schrecken  (Gelesen 1014 mal)

Emily

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Thomas Finn - Weißer Schrecken
« am: 02. November 2010, 22:59:15 »



Im Berchtesgadener Land liegt das Dörfchen Perchtal. Nikolaus steht vor der Tür, der Winter hat schon Einzug gehalten, Schnee und Eis lassen das Dorf in winterlicher Stille ruhen. Doch der Frieden trügt. Nicht nur, dass einige Familien düstere Geheimnisse hinter der soliden Fassade verbergen. Beim Eislaufen finden die fünf Freunde Andreas, Robert, Niklas, Elke und Miriam eine Leiche, eingefroren im dicken Eis des Sees. Das alleine wäre schon schrecklich genug, doch die Tote sieht auch noch haargenau so aus wie Elke und ihre Zwillingsschwester Miriam. Wie kann das sein? Auf der Suche nach des Rätsels Lösung stoßen die fünf auf noch viel düstere Geheimnisse. Eine uralte Macht bedroht das Dorf, die Erwachsenen scheinen etwas zu wissen, erzählen ihnen aber nichts. Geisterhafte Stimmen versuchen sie vor dem zu warnen, was kommen wird. Was seit Jahrhunderten immer wieder über das Dorf hereinzubrechen droht. Werden sie es aufhalten können?

„Weißer Schrecken“ ist ein Mystery Thriller erster Klasse. Ich konnte mich kaum mehr von dem Buch lösen, klebte atemlos an den Seiten und versank ganz und gar in der Geschichte. So sehr, dass ich mich beim wieder auftauchen kurz wunderte, dass draußen gar kein Schnee liegt. Mit jedem neuen aufgedeckten Puzzlestück steigt die Spannung, wer auf wessen Seite steht, bleibt bis zum Schluss das größte Rätsel, neben der geheimnisvollen dunklen Macht.

Aber nicht nur die Spannung lässt einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Thomas Finn hat sich intensiv mit den verschiedensten Sagen und Legenden zum heiligen Nikolaus und seinem dunklen Begleiter Knecht Ruprecht, auch als Krampus bekannt, beschäftigt und sie in diesem Buch zu einer faszinierenden Geschichte verwoben. Uralte keltische Mythen werden ebenso erwähnt wie der Versuch der Kirche, die heidnischen Bräuche zu ihren Gunsten umzuwandeln. Der Leser lernt hier einiges über den Ursprung des Nikolaustages, den ich in Zukunft mit ganz anderen Augen betrachten werde.

Die gründliche Recherche fiel mir auch an vielen anderen Stellen auf. Ein Teil des Romans spielt 1994, zu der Zeit war ich nicht viel älter als die Protagonisten. An die meisten der hier erwähnten Filme, Bands und Spiele kann ich mich noch gut erinnern. Diese kleinen Rückblicke in die Vergangenheit sind ein kleines Schmankerl für alle, die 1994 ebenfalls gerade in den Jugendjahren steckten.

„Weißer Schrecken“ war mein Lesehighlight für Oktober, die perfekte Lektüre für kalte und düstere Winterabende. Lasst euch vom Krampus in seinen Bann ziehen, folgt den Geistern in Eis und Schnee und genießt die Gänsehaut, während ihr gemütlich in der warmen Stube sitzt.

 5ratten   :tipp:
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Kiala

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Re: Thomas Finn - Weißer Schrecken
« Antwort #1 am: 03. November 2010, 12:30:45 »

Sehr schöne Rezension! Danke dafür!
Das klingt richtig gut und macht Lust das Buch zu lesen.

Aber sag mir bitte mal wie unheimlich ist das Buch wirklich?
Es ist zwar schon eine ganze Weile her, dass ich "Es" gelesen habe, aber mir war das ehrlich doch etwas zu gruselig damals.
Da bin ich eben ein echter Schisser und Horrorfilme sehe ich mir nie an. Gut, außer sie sind lustig... Aber richtiger Horror ist einfach nicht so mein Genre.
Da dieses Buch ständig mit "Es" verglichen wird, würde ich gerne deine Einschätzung hören.
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apassionata

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Re: Thomas Finn - Weißer Schrecken
« Antwort #2 am: 03. November 2010, 15:54:59 »

Das klingt richtig gut und macht Lust das Buch zu lesen.

Am 10.Dezember startet dazu auf Leserunden.de eine autorenbegleitete Leserunde mit Verlosung. 
Meine... für alle die noch Lust haben.  :zwinker:

Hier: Weißer Schrecken / Leserunde



Ich bin auch schon sehr gespannt.
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Emily

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Re: Thomas Finn - Weißer Schrecken
« Antwort #3 am: 03. November 2010, 17:04:55 »

@Kiala: ich schaue auch keine Horrorfilme, weil ich danach nicht schlafen könnte. ;) ES war mir ebenfalls zu gruselig. "Weisser Schrecken" hat mir zwar die ein oder andere Gänsehaut verpasst, war aber trotzdem gut verdaulich, ich hatte keine schlaflosen Nächte. Es fliest wenig Blut, aber die geheimnisvolle dunkle Macht ist manchmal schon ganz schön unheimlich. Mit ES würde ich es aber nicht vergleichen. Ich hatte bei "Weißer Schrecken" eher diesen wohligen "wie gut, dass ich da nicht mittendrin stecke!" Gruseleffekt.

Hier gibt es eine Leseprobe. Wenn Du die überstehst, schaffst Du auch den Rest des Buches.  :zwinker:

@apassionata: habe immer noch ein klein wenig ein schlechtes Gewissen, weil ich euch im Stich gelassen habe. Aber die Versuchung war größer.  :redface:
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apassionata

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Re: Thomas Finn - Weißer Schrecken
« Antwort #4 am: 03. November 2010, 21:21:37 »

@apassionata: habe immer noch ein klein wenig ein schlechtes Gewissen, weil ich euch im Stich gelassen habe. Aber die Versuchung war größer.  :redface: 

Keine Sorge, diese Runde ist sowieso gut bestückt und manchmal packt einen halt die Neugier ganz spontan.  :smile:
Da kann man dann der Versuchung eben nicht widerstehen.

... und so machst du mir gerade mit deiner Rezi Heißhunger auf dieses Buch.  :breitgrins:
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Kiala

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Re: Thomas Finn - Weißer Schrecken
« Antwort #5 am: 04. November 2010, 11:54:20 »

Hier gibt es eine Leseprobe. Wenn Du die überstehst, schaffst Du auch den Rest des Buches.  :zwinker:
Vielen Dank für deine Antwort!
Die Leseprobe habe ich schon mal gut überstanden. Und es beginnt sehr interessant.
Eigentlich hatte ich mir doch geschworen keine Dezember-Leserunden mehr zu machen, aber ich fürchte ich muss meine Grundsätze dieses Jahr mal wieder brechen...  :breitgrins:
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Emily

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Re: Thomas Finn - Weißer Schrecken
« Antwort #6 am: 04. November 2010, 22:33:18 »

@Kiala: Perfekt, dann füllst Du meinen Platz in der Leserunde wieder auf, und ich muss kein schlechtes Gewissen mehr haben.  :breitgrins:
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Tikva

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Re: Thomas Finn - Weißer Schrecken
« Antwort #7 am: 25. November 2010, 02:13:41 »



Meine Meinung:
Schon das Cover wirkte auf mich sehr unheimlich.
In der oberen Hälfte ist ein menschliches Auge zu sehen, ganz in Blau gehalten. Umringt wird das Auge von aufwirbelndem Schnee und im Augenlid selbst sind lauter kleine Eiszapfen. Vielleicht ist es auch nur eine Spiegelung von dem, was das Auge sieht, aber genau sagen könnte ich es nicht.
In der unteren Hälfte ist mit großen blutroten Buchstaben der Titel zu sehen.

Die Geschichte spielt im Dezember um Nikolaus herum. Am 4. des Monats beginnen die unerklärbaren Vorkommnisse.
Die fünf Jugendlichen, um die es geht, Zwillingsmädchen und drei Jungs, werden anfangs nacheinander vorgestellt. Es handelt sich hierbei um Elke und Miriam, Andreas, Robert und Niklas.
Ich erfuhr in kurzen Zügen, in welchen Familienverhältnissen sie aufwachsen und wie ihr Umgang untereinander ist.
Im Laufe der Handlung konnte ich zu den Jugendlichen immer besser eine Verbindung aufbauen.
Die Fünf sind einem mysteriösen Geheimnis auf der Spur, das ganz Perchtal in Gefahr bringen könnte. Dabei wird das Verhalten der Erwachsenen immer mysteriöser, je näher sie der Lösung kommen ...

Anfangs war alles etwas verwirrend, da die Geschichte mit einem erwachsenen Andreas begann, der nach 16 Jahren in seine alte Heimat zurückkam.
Aber schnell wurde mir bewusst, dass mir der Autor durch Rückblicke die Geschichte erzählen möchte. Durch das Wechseln der Zeiten und unerklärliche Handlungen wurde die Geschichte immer interessanter. Sehr oft bekam ich sogar eine Gänsehaut, da immer mehr seltsame Dinge geschahen, die der normale Menschenverstand nicht erklären kann.

Ich konnte den Roman nur mit Pausen lesen, da mir sonst die mysteriösen Geschehnisse zu viel geworden wären. Zudem brauchte ich Ruhe, um das Geschehen häppchenweise zu verdauen.
Wenn es allein nach der Spannung gegangen wäre, hätte ich den Roman an einem Stück gelesen!
Von Anfang an hielt Herr Finn die Spannung hoch. Immer, wenn ich dachte, ich könne mal wieder ruhiger durchatmen, kam die nächste Szene, die mir den Atem raubte.
Nach der Hälfte des Thrillers ließ der Autor eine Bombe platzen und danach wurde es teilweise richtig dramatisch und die Spannung stieg ins Unermessliche. So bekam ich nur noch geringe bis gar keine Verschnaufpausen mehr.

Als es parallele Situationen gab, in denen z. B. die Zwillinge etwas erlebten und zur gleichen Zeit Niklas oder Roland und Andreas etwas herausfanden, wurden diese Erlebnisse durch Cliffhanger sehr spannend gemacht.
Trotz der Pausen hatte ich immer einen Drang weiterzulesen. Ich musste immer wissen, wie es weitergeht.

Wenn ich in diesem Buch schmökerte, konnte ich die Kälte des bayerischen Dezembers richtig spüren. Auch konnte ich mit den Jugendlichen mitfühlen und es war, als würde ich alles hautnah miterleben. Durch die gesamte Handlung zog sich eine Beklemmung vor etwas Unbekanntem, die mich ebenfalls von Beginn an erfasste.

Dieser Thriller war zudem auch sehr informativ. Ich erfuhr einiges über den geschichtlichen Hintergrund von Nikolaus, ich erhielt Kenntnisse über die Kelten und ihre Bräuche und wie durch Knecht Ruprecht all das vermischt wurde. Der Autor ließ zwischendurch auch immer wieder örtliches Wissen in die Handlung einfließen, wie zum Beispiel was Berchtesgaden ausmacht oder was der Name von Perchtal bedeutet.
Auch gab es vor der Geschichte eine Inhaltsangabe, aus der ersichtlich wurde, dass der Thriller nur vier Kapitel hat. Diese sind in Abschnitte unterteilt, deren Titel den Inhalt beschreiben.
Weihnachtslieder oder Notizen wurden in Kursivschrift dargestellt.

Fazit:
Dies war der erste Mysterythriller, der mir eine Gänsehaut bescherte, und die kam nicht nur von der winterlichen Handlung.
Ich vergebe mit gutem Gewissen fünf klirrend kalte Sterne.

5ratten


Vielen Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar!
© Tikva aka haTikva @ Nethas Schmökerkiste 23.11.2010
Dieser Text darf weder komplett noch teilweise ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet oder veröffentlicht werden.
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gesegnete grüße, dine *wink* :schmetterling:

Heimfinderin

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Re: Thomas Finn - Weißer Schrecken
« Antwort #8 am: 26. Dezember 2010, 22:20:15 »

Der Roman beginnt mit einem grausigen Prolog, über den ich immer mal wieder im Laufe der Geschichte nachgegrübelt habe, bis er dann irgendwann eine schreckliche Auflösung erhielt. Und dies ist schon gleich ein gelungener Start in die Geschichte, denn geheimnisvolle Prologe mag ich sehr.

Die Geschichte wird in zwei Handlungsträngen erzählt, von denen einer gegenwärtig spielt und der andere den Leser in die Geschehnisse zurückversetzt, die die damals jugendlichen Freunde erleben mussten. Dies wird geschickt verflochten, so dass man sich als Leser nicht nur mit den damaligen dramatischen Ereignissen beschäftigt, sondern auch mit deren möglichen Auswirkungen auf die jetzigen Pläne der Freunde, deren erneutes Zusammentreffen offensichtlich ganz besondere Gründe hat. So entsteht bis zum Ende Puzzleteil für Puzzleteil vor dem Leser ein erschreckendes Bild mit einer überraschenden Wendung.

Handlungsort ist ein kleines verschneites Dorf, das wetterbedingt regelrecht von der Außenwelt abgeschnitten wurde, was allein schon eine unangenehme Vorstellung ist. Unheimlich wurde es aber dann immer mehr durch anfangs kleine mysteriöse Erscheinungen und unerklärliche Begebenheiten. Diese erzeugten einen angenehmen Grusel bei mir, der sich im Laufe der Geschichte immer mehr steigerte. Denn nicht nur, dass die Vorkommnisse immer heftiger und auch beängstigender wurden, so wurden auch die dafür möglichen Ursachen im Laufe der Recherchen, die die Jugendlichen zudem noch in immer gefährlichere Situationen brachten, stets unheimlicher. Denn Thomas Finn hat sich hier sehr gründlich mit alten Sagen und Bräuchen rund um Nikolaus, Ruprecht, Perchta und Co. beschäftigt, sie mit der Geschichte verbunden und damit Erklärungen zu den unheimlichen Geschehnissen geboten, die mir noch im Nachhinein die Haare zu Bege stehen lassen. Denn wenn mir zusätzlich eines einen besonderen Grusel beim Lesen erzeugt hatte, dann die Überlegung, ob vielleicht etwas Wahrheit in dem grausigen Unheil stecken könnte, das dem Ort widerfuhr. Diese Erkenntnisse  über alte Bräuche und Sagen wurden dabei sehr unaufdringlich und passend  in die Geschichte eingefügt und boten nebenbei noch zusätzliche interessante Einblicke, ohne den Lesefluss zu stören.

In die fünf Freunde konnte ich mich sehr gut hineinversetzen, denn ihre Ängste und Sorgen wurden sehr emotional und intensiv beschrieben und sie wirkten damit von Anfang an sehr lebendig auf mich. Aber auch die Verbissenheit und Kompromisslosigkeit der Erwachsenen kam sehr gut rüber, so dass ich auch von ihnen ein deutliches Bild vor Augen hatte. Die Handlungen Einzelner wirkten dadurch beängstigend realistisch und zusammen mit den unnatürlichen Geschehnissen ist es dem Autor damit gelungen, eine für mich erschreckende und unheimliche Atmosphäre zu schaffen. Selbst Tage nach der Lektüre denke ich noch viel an die Geschehnisse und hängen die gruselige Atmosphäre und Bilder noch in mir nach.

Ein mystischer Thriller, der durch die Vermischung mit alten Sagen und Bräuchen, eine ganz besondere Gruselatmosphäre schafft, ohne auf eine "Holzhammermethode" angewiesen zu sein und damit sicher auch für Leser geeignet ist, die normalerweise keine Horrorthriller lesen. Mich hat er begeistert.

 5ratten
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LIEBE GRÜßE
HEIMFINDERIN

apassionata

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Re: Thomas Finn - Weißer Schrecken
« Antwort #9 am: 27. Dezember 2010, 10:20:07 »


Zum Buch:
Als das kleine Örtchen Perchtal im Berchtesgadener Land  Anfang Dezember eingeschneit und von der Außenwelt abgetrennt wird, macht die 15-jährige Elke während eines verbissenen Eishockeyspiels eine grausige Entdeckung. Nach einem kuriosen Sturz sieht sie sich plötzlich einer Leiche unter dem Eis gegenüber, die ihr aufs Haar gleicht. Wer ist das tote Mädchen und warum wissen sie und ihre Zwillingsschwester Miriam nichts von einer weiteren Schwester? Während sich die Erwachsenen des Dorfes in bizarres Schweigen hüllen, machen sich Elke und Miriam mit ihren drei verbündeten Freunden auf, das Geheimnis zu lüften. Dabei treffen sie immer mehr auf Ungereimtheiten, die kaum zu erklären scheinen. Auch Jahre später scheint das tödliche Rätsel noch nicht gelöst…
 
Meine Meinung:
Eine sehr spannungsgeladene und rasant erzählte Mystery-Geschichte um Freundschaft, Brauchtum, Legenden, die ihren Ursprung bei den Kelten finden und einem tödlichen Geheimnis. Dabei ist die Story sehr gut aufgebaut mit ihren zwei unterschiedlichen Zeitschienen der fünf Freunde, als Jugendliche und später im Erwachsenenalter. Alles sehr gut recherchiert und unglaublich gruselig. Hier konnte ich stets mit den authentisch gestalteten Charakteren mitfiebern. Besonders mit den fünf Freunden, die allesamt aus ganz unterschiedlich zerrütteten Familien stammten. Ich hing sozusagen richtig an den Seiten und wollte stets wissen wie es weiter geht. Denn sonderbare Dinge, die hier nach und nach ans Licht kamen, die einen an Normalität glauben lassen sollten und doch alles andere als harmlos waren, jagten mir so manches Mal eine angenehme Gänsehaut über den Rücken und trieben mich weiter. Trotzdem hat der Autor es geschafft die Geschichte so zu erzählen, dass ich mich fragen konnte, ob es nicht genau so gewesen sein könnte. Ein Aspekt den ich sehr gerne mag. An Dramatik hat es dabei in keinem Kaptitel gemangelt. Aber auch die menschlichen Seiten der Protagonisten und die unterschiedlichen Empfindungen ihrer Freundschaft zueinander wurden von Thomas Finn gekonnt in Szene gesetzt. Die unterschiedlichen Sichtweisen und Ansätze der fünf Freunde und die verstörenden Verhaltensmuster ihrer Eltern und anderen Bewohner dieses Dorfes konnte ich richtig gut erfassen. Irritiert, ängstlich und voller Zweifel versuchten die erwachsen gewordenen  Jugendlichen von damals auf die Lösung dieses grauenhaften Geheimnisses zu kommen, welches sie alle nicht zum ersten Mal aus der Bahn zu werfen drohte. Dabei ging es für alle auch stets um Leben und Tod. Dass ich bei diesem Spannungsschmöker zum Weglesen ganz nebenher auch noch jede Menge über alte Bräuche und Traditionen rund um das Thema Nikolaus und Knecht Ruprecht hinzu gelernt habe, hat mich gefreut. Zumal all diese Informationen nicht schulmeisterlich herüber kamen. Ein gelungener Mystery-Thriller den man sicher nicht nur in der verschneiten Jahreszeit lesen kann. Aber genau dort bietet er sich natürlich geradezu an. Es war mein erstes Buch von Thomas Finn, und ich kann mit Sicherheit sagen, dass es nicht mein letztes von ihm war. Ich kann "Weisser Schrecken" mit gutem Gewissen jedem empfehlen der gerne spannende Literatur mit dem richtigen Touch Gruselfaktor liest.

Von mir:  5ratten

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Seychella

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Re: Thomas Finn - Weißer Schrecken
« Antwort #10 am: 02. Januar 2011, 18:39:20 »

Dieser Roman hat eine mysteriöse Grundstimmung - von Anfang an passieren Dinge, die man sich nicht erklären kann. Im Verlauf der Geschichte nehmen diese unheimlichen Ereignisse zu, die Atmosphäre wird intensiver und bedrohlicher. Man versucht die Ereignisse, Andeutungen und einzelnen Verbindungen zu einem großen Ganzen zusammenzufügen - und ist schneller als man denkt wild am Spekulieren!

Bis auf ein paar wenige Szenen, die mir etwas zu grausam waren, fand ich den Grusel-Faktor angenehm. Nicht blutig, sondern schaurig und sehr fesselnd. Damit ist es auch für zarter besaitete Gemüter wie mich sehr geeignet. Außerdem gefällt mir die mythische Seite auch sehr - die ganzen dezent eingestreuten Sagen und Bräuche rund um den Nikolaus, Ruprecht, Perchta und die wilde Jagd.
In die 5 Freunde konnte ich mich größtenteils leicht hineinversetzen, nur bei einer Figur hatte ich manchmal Schwierigkeiten, die ein oder andere Handlung so ganz nachzuvollziehen. Die Charaktere wirkten auch aufgrund der beschriebenen Gefühlswelt sehr realistisch und vor allem menschlich auf mich.

Die Geschichte hinterlässt bei mir einen absolut runden Eindruck, auch wenn vieles offen gelassen wurde. So wirkt das Buch aber auch noch länger nach, denn über einige Dinge werde ich sicher noch öfter nachdenken und mir detaillierte Entwicklungen oder Möglichkeiten vorstellen.
Jedenfalls bin ich sehr froh, dass mich die recht spontan besuchte Lesung (was tut man nicht alles für sympathische Autoren und eine nette Begleitung) zu diesem Buch verführt hat. Ich habe die Lesezeit sehr genossen, trotz (oder wegen?) so einiger eiskalter Schauer - und die Zeit rund um Nikolaus sehe ich nun mit ganz anderen Augen. Wer weiß, ob sich in den alten Geschichten nicht doch ein Körnchen Wahrheit verbirgt...

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Jaqui

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Re: Thomas Finn - Weißer Schrecken
« Antwort #11 am: 27. Januar 2011, 13:40:26 »

Dann will ich auch mal meinen Senf dazu geben. Ich bin nicht ganz so angetan von dem Buch wie ihr alle. Ich habe es zwar auch in einem Rutsch gelesen und war innerhalb von zwei Tagen durch, dennoch hat mich das Buch mit einem komischen Nachgeschmack zurück gelassen.

Wirklich bennenen kann ich das gar nicht, aber ich fand einiges einfach unglaubwürdig. Vor allem der Schluss war nicht ganz meins, ich habe auf eine andere, eine logischere Erklärung gehofft und nicht wieder ganz so was mystisches. Auch wenn ich es sehr spannend fand, wie der Autor tatsächliche Ereignisse, die in der Erdgeschichte passiert sind, ins Buch mit einbaut. Alle, die es gelesen haben, wissen hoffentlich was ich meine.

Man erkennt, dass sich der Autor extreme Mühe mit kleinen Details gegeben hat und die habe ich auch anerkannt, aber es gibt noch etwas was mich extrem genervt hat. Das waren sehr viele Rechtschreibfehler. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass dieses Buch kein Lektor gelesen hat. Und auch Personenfehler sind mir aufgefallen. Zweimal wurde ein falscher Nachname genannt, einmal auch ein falscher Vorname. Das hat mir dann das Lesen sehr vermiest.

Alles in allem eine spannende Lektüre für zwischendurch, aber mehr auch nicht. Vielleicht habe ich aber auch durch das extreme Hochhypen des Buches was total tolles erwartet und bin daher ein wenig enttäuscht, dass ich das nicht geboten bekommen habe.

Katrin

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Kiala

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Re: Thomas Finn - Weißer Schrecken
« Antwort #12 am: 27. Januar 2011, 14:12:56 »

Ich habe vor einiger Zeit bei der tollen Leserunde (natürlich bei Lesrunden.de) zu diesem Buch mitgemacht und es erst diese Woche geschafft noch ein Fazit zusammenzubasteln.

"Weisser Schrecken“ ist eine ganz andere Art Weihnachtsbuch!
Der Vergleich mit „Es“ von Stephen King ist nicht ganz an den Haaren herbei gezogen. Es gibt doch einige Parallelen, aber „Weisser Schrecken“ liest sich keineswegs abgekupfert.
Im Gegensatz zu „Es“ gibt es in diesem Roman auch keine Längen, sondern die Spannung wird kontinuierlich aufrecht erhalten und steigert sich subtil immer mehr bis zum Ende.
Das Buch ist allerdings nicht nur spannend, sondern auch gruselig, wie es sich für einen Horrorroman gehört.
An einigen Stellen erwischte ich mich, wie ich misstrauisch forschend ins Schneegestöber vor dem Fenster starrte.
Allerdings überstieg das Gruselgefühl nicht meine Toleranzschwelle (und ich bin doch wirklich ein kleiner Angsthase), so dass man das Buch beruhigt allen Lesern empfehlen kann.

Thomas Finns Stil ist eingängig und lässt sich herrlich flüssig lesen. Die Protagonisten sind sympathisch und von Beginn an glaubwürdig charakterisiert.
Alle fünf Protagonisten kommen aus gestörten Elternhäusern. Wieso das so ist, wird nach und nach enthüllt.
Der Plot ist wunderbar durchdacht und die Geschichte in sich rund. Die Verbindung zwischen Legenden, historischen Hintergrundwissen und dem Geschehen rund um das Nikolausfest ist geschickt gelungen.
Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen, wobei die Haupthandlung im Jahr 1994 stattfindet. Verständnisprobleme sollte jedenfalls keine auftreten.
Trotz des schlüssigen Endes fehlten mir zum Schluss doch ein paar mehr Erklärungen zu bestimmten Geschehnissen.
Durch die Leserunde hatte ich da viel Glück, denn Thomas Finn gab uns Teilnehemern noch weitere Informationen. Normale Leser müssen sich hingegen mit den eher dürftigen Erklärungen im Buch zufrieden geben. Andererseits bleibt dem Leser so genug Stoff zum Spekulieren. Ich selbst hätte mir da aber mehr Aufschluss gewünscht.

Ein spannender Roman, der einen den 6. Dezember künftig mit ganz anderen Augen sehen lassen wird!

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Re: Thomas Finn - Weißer Schrecken
« Antwort #13 am: 27. Januar 2011, 14:31:17 »

Hallo Jaqui,
super nun auch deine Meinung hier zu lesen. Sozusagen als "Sololeserin".  :smile:

Wirklich bennenen kann ich das gar nicht, aber ich fand einiges einfach unglaubwürdig. Vor allem der Schluss war nicht ganz meins, ich habe auf eine andere, eine logischere Erklärung gehofft und nicht wieder ganz so was mystisches.

Ich kann hier sehr gut nachspüren, was du meinst. Wir hatten den Schluss ja auch in der Leserunde diskutiert. Ich kann dir sagen, du stehst mit deiner Meinung sicher nicht alleine da.  :zwinker: Für mich persönlich war das Buch aber als "Mystery-Thriller" deklariert, weshalb ich mich an dieser Art Schluss jetzt so gar nicht gestört habe. Hätte ich diesen Roman allerdings unter der Vorinformation "Krimi" (oder ähnliches) gelesen, hätte ich sehr wohl das gleiche Problem gehabt.
Gut, wir hatten jetzt auch noch zusätzlich den Vorteil, dass wir über alles ganz unverblümt mit dem Autor diskutieren konnten, der uns eigentlich alles recht logisch darstellen konnte. Ist natürlich jetzt ein kleiner Vorteil den am außerhalb der Runden nicht unbedingt hat, ganz klar.


 

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Kiala

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Re: Thomas Finn - Weißer Schrecken
« Antwort #14 am: 27. Januar 2011, 14:43:38 »

Wirklich bennenen kann ich das gar nicht, aber ich fand einiges einfach unglaubwürdig. Vor allem der Schluss war nicht ganz meins, ich habe auf eine andere, eine logischere Erklärung gehofft und nicht wieder ganz so was mystisches.

Ich kann hier sehr gut nachspüren, was du meinst. Wir hatten den Schluss ja auch in der Leserunde diskutiert. Ich kann dir sagen, du stehst mit deiner Meinung sicher nicht alleine da.  :zwinker: Für mich persönlich war das Buch aber als "Mystery-Thriller" deklariert, weshalb ich mich an dieser Art Schluss jetzt so gar nicht gestört habe. Hätte ich diesen Roman allerdings unter der Vorinformation "Krimi" (oder ähnliches) gelesen, hätte ich sehr wohl das gleiche Problem gehabt.
Gut, wir hatten jetzt auch noch zusätzlich den Vorteil, dass wir über alles ganz unverblümt mit dem Autor diskutieren konnten, der uns eigentlich alles recht logisch darstellen konnte. Ist natürlich jetzt ein kleiner Vorteil den am außerhalb der Runden nicht unbedingt hat, ganz klar.
Ganz meine Meinung. Deshalb konnte ich auch keine fünf Ratten vergeben. Hätte ich das Buch alleine gelesen, hätten mich die fehlenden Erklärungen gestört.

Unglaubwürdig fand ich das Buch nie, weil ich es ja unter der Prämisse "Das iat ein Horrorroman, der "Es" von King ähnelt" gelesen habe. Wäre ich mit der Erwartung einen Thriller vor mir zu haben an das Buch heran gegangen, wäre ich sicher enttäuscht worden. So habe ich Mystisches und eigentlich Unglaubwürdiges geradezu erwartet.

Interesant finde ich, dass du das Ende zu mystisch fandest. Bei einigen Rezensionen, die ich zusätzlich gelesen habe, haben viele kritisiert, dass das Mystische zu sehr von dem eher "wissenschaftlichen" Ansatz am Ende zerstört wurde. Mich hat persönlich hat das nicht gestört.
Was für ein Ende hätte Dir gefallen, Jaqui?
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