

Georgina wächst elternlos bei Verwandten auf, nur bei einer Tante, bei der auf dem Land, sie ein paar Wochen im Jahr verbringt, fühlt sie sich wirklich wohl, sie fördert den Wissensdrang des Mädchens und nimmt ihre Meinung ernst. Eines Tages erhält Georgina aus undurchsichtiger Quelle zwei Truhen mit Fossilien, als noch interessanter entpuppt sich aber wohl ein in den Truhen verstecktes, geheimnisvolles, altes Dokument.
Susanne Goga ist, wie sie im Nachwort schreibt, durch Bill Brysons "Eine kurze Geschichte von allem" auf die Pioniere der Geologie aufmerksam geworden und wollte das in einem Roman verarbeiten Ich mag eigentlich Romane, die in den frühen Stadien einer Wissenschaft spielen, ich finde es interessant die Anfänge der Forschung und die dabei auftretenden Fragen und Schwierigkeiten mit unserem heutigen Allgemeinwissen zu betrachten. . Es ist der Autorin aber leider nicht gelungen, mir die Faszination der Geologie ebenfalls nahe zu bringen. . Ich hatte dabei auch generelle Probleme, diesen Gegensatz Geologie-Religion nachzuempfinden. Die wissenschaftliche Brisanz des Titel gebenden "Leonardo-Papiers" hat sich mir dann auch überhaupt nicht erschlossen.
Ich habe das Gefühl, die Autorin wollte in "Das Leonardo-Papier" einfach zu viel: Geologie mit all ihren Widersprüchen zur Religion, ein geheimnisvolles Dokument, eine Beziehungsgeschichte, ein selbstgerechter "Bösewicht", Familiengeheimnis, ... Am Ende hatte das Buch von allem etwas aber nichts davon wirkte wichtig
Die Hauptfigur wirkte etwas zu selbstbewusst und gesellschaftlich unkonform, war dabei aber insgesamt trotzdem zu blass, um das halbwegs glaubwürdig zu verkörpern, so dass sie die Geschichte nicht zu tragen vermochte.
Das Buch ließ sich zügig lesen, bei mir blieb aber trotzdem ein Gesamteindruck von Langeweile zurück, ich konnte mich eines "na und, was sollte das jetzt?" - Eindrucks nicht erwehren.
