Das Buch hatte ich ja seit seinem Erscheinen schon mehrfach in der Hand gehabt. Leider habe ich es damals immer wieder zur Seite gelegt, um andere Bücher zu kaufen.
Dann haben mich aber die Rezis hier am Ende doch überzeugt, dass das Buch auf meiner Wellenlänge liegen könnte.
Der Inhalt wurde ja schon beschrieben, daher spare ich mir weitere Ausführungen.

Die Geschichte selbst, und die Art, wie sie erzählt wird, macht einfach nur Spass.
Man kennt ja schon aus diversen Krimis so manches Ermittlerduo, aber das was die beiden Autoren hier ins Rennen schicken, ist wirklich ungewöhnlich.
Ein alter Thaumaturge der neunten Stufe im Körper eines Jünglings, Hippolit und Jorge, ein Troll bilden eines der ungewöhnlichsten Duos in der Kriminalgeschichte.
Beide sind Ermittler im Dienste der IAIT, des Institutes für angewandte investigative Thaumaturgie. Gemeinsam haben sie schon in der Vergangenheit einige Fälle aufgeklärt.
Gerade weil die Beiden so verschieden sind, ergänzen sie sich hervorragend.
Hippolit, der erfahrene Meiste, meist ruhig und ausgeglichen.
Jorge, im ersten Eindruck nur der große, tumbe Troll, wie man sie aus anderen Fantasybüchern kennt.
Den beiden Autoren gelingt es aber, ihre Figuren auch mal abseits der genreüblichen Klischees zu führen.
So ist Jorge, entgegen dem normalerweise bekannten Trollverhalten, durchaus in der Lage, ebenfalls viel zu den Ermittlungen beizutragen,
auch wenn er im entscheidenden Moment durchaus, und nicht ungerne, die Fäuste schwingen kann.
Aber auch die anderen Figuren und Völker entsprechen nicht unbedingt den genreüblichen Darstellungen.
Auch wenn man in diesem Band nicht viel von ihnen erfährt, gibt das wenige,
das man von ihnen lesen kann, Lust auf weitere Bücher in dieser Welt.
Die Sprache der Geschichte selbst ist stellenweise doch recht derb. Auch wenn die Autoren es schaffen, im entscheidenden Moment wieder auf die witzige Schiene umzuschwenken, sollte man als Leser nicht zu empfindlich sein. An manchen Stellen dachte ich bei mir: Hier wäre weniger besser gewesen.
Was mit gut gefallen hat, waren die atmosphärischen Beschreibungen der Stadt Nophelet und der Schauplätze der Geschichte. Hier konnte man sehr schön den Figuren auf ihrem Weg durch die Geschichte folgen. So hockt z.B. der Troll in düsteren Absteigen, in denen er zur Schlussstunde mal eben vier Humpen Bier als Absacker bestellt, oder die beiden Ermittler erholen sich Gandas güldene Sphäre von ihrer anstrengenden Arbeit. Man hat immer das Gefühl, passend zum Stand der Ermittlung am richtigen Ort zu sein.
Die Handlung selbst ist als Krimi an sich nicht sehr komliziert. Einer der Morde geschieht gleich auf den ersten Seiten. Damit ist man gleich mittendrin im Geschehen, langweilige und umständliche Erklärungen werden hier nicht benötigt. Das tut dem Buch gut, auch im weiteren Verlauf sparen sich die Autoren umständliche und langwierige Schilderungen. Der düstere Humor (ganz nach meinem Geschmack) und die sprechenden Schilderungen der Stadt bringen den Handlungsablauf voran, einen langweiligen Abschnitt habe ich nicht gefunden.
Irgendwie erinnerte mich das Buch immer wieder an die Bücher von Scheibenwelt, die in Ank-Morpok spielen.
Die beiden Städte haben viel gemeinsam.
Der Nachfolgeband „Der Orksammler“ liegt schon auf dem SuB.
Ich freue mich schon drauf.
Von mir bekommt das Buch:
