
Ach, ich kann mich gar nicht entscheiden, welche der Suleyker Geschichten (aus
Siegfried Lenz - So zärtlich war Suleyken) mir am besten gefällt. Alle sind sie wunderbar.
Das kann
Die große Konferenz sein, in der entschieden werden soll, ob die Poggenwiese nun zu Suleyken oder zu Schissomir gehört. Diese Entscheidung fällt Dank Großvater Hamilkar Schaß' Verhandlungskunst (oder besser Dank seiner Zwiebeln) zu Gunsten von Suleyken.
Das kann auch
Eine Liebesgeschichte sein, in der wir an einer Brautwerbung auf Suleyker Art teilhaben. Der Beginn verdient, zitiert zu werden:
Joseph Waldemar Gritzan, ein großer, schweigsamer Holzfäller, wurde heimgesucht von der Liebe. Und zwar hatte er nicht bloß so ein mageres Pfeilchen im Rücken sitzen, sondern gleichsam, seiner Branche angemessen, eine ausgewachsene Rundaxt.
Es könnte aber auch
Die Verfolgungsjagd sein, in der der begeisterte Jäger Kneck auf Knecken (kein Einheimischer) den Achtundzwanzigender, bekannt unter dem Namen pani pronz, also Herr Stolz, den Stolz der Suleyker Wälder, abschießen will. Die Jagd verläuft etwas sonderbar. Nicht nur sieht der Hirsch kräftig wie eine Kuh aus, auch sein Benehmen nachdem er angeschossen wurde, gibt Rätsel auf:
Das Hinterteil des Hirsches fuhr empor, ein Schmerzensschrei erklang, ein Fluch, ausgestoßen aus rätselhafter Hirschbrust, dann setzte sich das Tier nach anfänglicher Unschlüssigkeit, welche Richtung zu nehmen sei, in Bewegung. Lief in befremdlichen Zickzacksprüngen davon und fluchte in einem fort.
Er rennt Richtung Dorf und tut dort, was man von einem angeschossenen Hirsch nun wirklich nicht vermutet:
Der Hirsch, in seiner Not, lief unerwartet auf ein beleuchtetes Häuschen zu, öffnete die Tür und war in der nächsten Sekunde verschwunden.
Bestürzt blieben die Verfolger stehen, zumal der berühmte Hirsch auch nicht vergessen hatte, die Tür von innen zu schließen.
Überrascht es, dass Kneck auf Knecken beim Betreten des Hauses keinen Hirsch vorfindet?

Einfach großartig, diese Geschichten! Ich empfehle euch allen die Lektüre dieses Bändchens. Hier noch einmal der Link:


Ob ich nun zu einem meiner nichtdeutschen Weltreisebücher greife oder ein weiteres deutsches Buch beginne, weiß ich noch nicht.