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Autor Thema: Seanan McGuire - Rosemary and Rue / Winterfluch (October Daye, Band 1)  (Gelesen 206 mal)

Pandora

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SLW 2010 - Buch 5

 

Als Tochter einer Fae und eines Menschen lebt October Daye zwischen zwei Welten, ohne zu einer der beiden wirklich zu gehören. Wie gefährlich dieser Balanceakt ist, bekommt sie schmerzhaft zu spüren, als ihr eines Tages die mühsam aufgebaute menschliche Existenz zerstört wird.
Danach zieht sie sich in sich selbst zurück. Will weder zu Fae noch zu Menschen wirklich Kontakt. Doch eine alte Bekannte zwingt sie zurück auf das verhasste Spielfeld des Feenvolks: Die einflussreiche Evelyn Winterrose wird ermordet. Noch vor ihrem Tod spricht sie einen Fluch aus, der Toby dazu zwingt, ihren Mörder zu finden. Oder selbst zu sterben, sollte sie versagen...


Ich wollte dieses Buch wirklich mögen. Im letzten Jahr hatte es in einschlägigen Blogs und Communities einen kleinen Hype ausgelöst und es klang so, als wäre es ein Buch, das ich lieben würde. Umso enttäuschter war ich, dass das nicht der Fall war.
„Rosemary and Rue“ ist ein gutes Beispiel dafür, dass gute Zutaten allein noch lange kein gutes Buch machen. Denn im Prinzip war alles da; außer einem guten Spannungsbogen. Und dieser Mangel an Spannung im Mittelteil zerstört viel von dem, was dieses Buch hätte sein können.

Viele Rezensenten haben den Prolog gelobt und ich kann nur zustimmen, er ist wirklich ein optimaler Einstieg in dieses Buch. Danach hat man richtig Lust weiterzulesen. Auch die Idee, Toby mittels eines Fluchs an die Lösung des Falls zu binden ist ein toller Aufhänger für die Geschichte. Man freut sich auf spannende Ermittlungen im Kampf gegen die Zeit. Aber dann passiert... nichts.
Man möchte nicht glauben, dass Toby in der Vergangenheit als professionelle Ermittlerin gearbeitet hatte, denn wie sie an diesen Fall herangeht, zeigt keinerlei Methode. Sie läuft nach und nach alte Bekannte aus ihrem früheren Leben ab und erzählt ihnen von Evelyns Tod. Und dem Leser bleibt nichts, als ihr dabei zu folgen und sich zu fragen, wohin das führen soll und wann eigentlich die Ermittlungen des Falls beginnen. Oder überhaupt etwas passiert. In dieser Phase des Romans, die gute 200 Seiten lang ist und damit den Großteil des Buches einnimmt, wird der Leser förmlich mit Informationen beworfen. Wir lernen, welche Wesen es in der Feenwelt gibt, welche Regeln gelten, welche Vorgeschichte Toby mit dieser und jener Figur hat. Man erfährt viel mehr, als man zum Verständnis der Geschichte an sich bräuchte. Ein guter Erzähler bindet diese Informationen geschickt in die Handlung ein, lässt sie aber nie zum Hauptthema werden. Aber genau das ist leider hier passiert. Die Handlung ertrinkt in dieser Infoflut, gerät zeitweise völlig in den Hintergrund.

Dabei gibt es Dinge, die ich mochte: Die Hintergründe sind gut durchdacht, es entfaltet sich eine interessante, wenn auch manchmal etwas triste, Welt, voller spannend angelegter Charaktere. „Rosemary und Rue“ ist auch definitiv keine dieser platten Mainstreamproduktionen, die es seit dem Boom des Genres Zuhauf gibt.
 
Im Gegensatz zu vielen Lesern mag ich auch Toby. Sie ist keine großmäulige Heldin wie Kate Daniels oder Anita Blake, obwohl auch sie ihre schlagfertigen Momente hat. Aufgrund ihrer Vorgeschichte und ihrer Herkunft  ist sie körperlich und seelisch verletzlicher als andere Heldinnen des Genres. Es wäre fast wert die weiteren Bände zu lesen, um zu sehen, ob dieser Charakter mit der Zeit wächst und das Erlebte verarbeitet.
Was mir aber weniger gefallen hat: Toby ist so überzeugt davon, dass alle Welt sie hasst und ihr etwas übel nimmt, dass es beinahe lächerlich ist. Da ist eine Person, von der sie mehrmas sagt, dass er sie hasst. Aber schon die erste Szene benimmt sich diese Figur in keinster Weise feindselig. Ganz im Gegenteil, man merkt schon nach wenigen Sätzen, dass der Gute definitiv etwas für Toby übrighat. Ich habe keine Ahnung, ob es von der Autorin beabsichtigt war, dass der Leser das so früh merkt. Es lässt Toby auf jeden Fall ein wenig hysterisch wirken, denn es gibt eine ganze Reihe von Leuten, die sie mögen und das sehr deutlich zeigen, auch wenn sie das nicht glauben will.
Vielleicht macht es vor dem Hintergrund von Tobys Charakter auch Sinn, dass sie lange durch die Geschichte stolpert, eher auf der Flucht vor dem ihr aufgezwungen Fall als ihn wirklich anpackend. Zum Heulen langweilig ist es leider trotzdem – schon wegen der bereits erwähnten Infoflut.
Und so bleibt es für mich trotz einiger Lichtblicke ein eher enttäuschendes Buch. Für einen Moment hatte ich noch daran gedacht, mir die Fortsetzung „A Local Habitation“ zuzulegen. Dann erinnerte ich mich wieder daran, dass ich 2 Monate gebraucht habe, um mich durch „Rosemary and Rue“ zu quälen und habe es gelassen.

3ratten
(Wegen des tollen Prologs und weil der Rosegoblin so niedlich war. *habenwill*  :herz:)


EDIT: Betreff angepasst. LG Seychella
« Letzte Änderung: 27. Dezember 2010, 10:43:00 von Seychella »
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Kati

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October-Daye Serie
1. Winterfluch
2. Nebelbann
3. Nachtmahr

"Sobald man zugegeben hat, dass man am Leben ist, wird einem in der Regel nicht mehr erlaubt, sich weiter tot zu stellen."

October Daye gehört zu den Wechselbälgern in San Francisco. Sie hat sich mit ihrem Dasein als Außenseiterin abgefunden und versucht ein Leben unter Menschen zu führen, versteckt zwischen Zaubern und Lügen. Früher verdiente sie ihr Geld als Privatdetektivin mit magischen Aufträgen, aber ein Zwischenfall zwang sie viele Jahre in ein Gefängnis des Vergessens. Doch ihre Bestimmung holt sie ein. Durch einen Fluch gebunden, ermittelt Toby erneut.... gegen die Zeit und den Tod.

Richtig wohlfühlen konnte ich mich mit dem Buch nicht. Der Beginn der October-Daye Reihe ist natürlich spannend, jedoch wird dieser Vorteil durch viel zu genaue Beschreibungen zerstört. Die Kriminalhandlung ist sehr ausführlich ausgeschmückt, damit wirkt es stellenweise eher nervend und langweilig. Auch der Witz konnte das nicht retten, er ging einfach unter.

Natürlich habe ich mich gefragt, ob das Buch zu anspruchsvoll für meinen Geschmack sein könnte. Eine komplexe Geschichte zur falschen Lesezeit? Aber auch da fand sich keine Lösung. Zwischen Anspruch und zu voll gepackt, besteht ein großer Unterschied. Niemand wird sich die Details merken können und sie helfen auch nicht, die Welt von October Daye besser zu verstehen. Sie machen eher blind für das Wesentliche.

Bis auf Toby selbst fand ich die Charaktere sehr oberflächlich. Seanan McGuire schafft es aber, die Haupthandlung zu einem guten Abschluss zu bringen und den Kriminalfall gut gelöst zu präsentieren. Wenn schon die Vorgehensweise bei der Ermittlung nicht überzeugte, das Ergebnis kann sich sehen lassen. So hatte ich nicht das Gefühl, für das Buch Zeit verschwendet zu haben.

Fazit: Wechselbalgkrimi der anstrengenden Art. Schade!

 2ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

LG Kati  :winken:
« Letzte Änderung: 25. August 2011, 11:47:43 von Kati »
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>>>Mein SUB
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fantastische A-B-C Reise 0/26