Hallo zusammen,
ich habe nun die
ersten beiden Kapitel gelesen und mich etwas schwer getan. Während des Lesens habe ich mich daran erinnern können, dass ich bereits einen Versuch mit dem Buch gestartet habe (und laut Lesezeichen bis Seite 130 gekommen bin). Das Vorwort von Isobel Murray habe ich mir erstmal gespart.
Alle drei Herren sind mir momentan zutiefst unsympathisch, kein guter Start in ein Buch. Bei Hallward ist meine Abneigung noch am geringsten, aber ich widerspreche ihm absolut, wenn es darum geht, ob ein Künstler etwas von sich in ein Kunstwerk einfließen lassen soll. Tut er dies nicht, so wie Hallward verlangt (S. 11 meiner Ausgabe), fehlt es dem Kunstwerk meiner Meinung nach an dem gewissen Etwas, an Seele, egal ob man es mit bildender Kunst oder was auch immer zu tun hat. Lord Wottons Lebensphilosophie geht mit komplett gegen den Strich, erst recht, wenn er diese Thesen nur von sich gibt um deren Wirkung auf Dorian zu testen. Und Dorian selbst ... der soll tatsächlich über zwanzig sein? Er erscheint mir eher wie ein sechzehnjähriger Bengel, der sich angesichts der gesamten Aufmerksamkeit geschmeichelt fühlt, aber nicht damit umzugehen weiß. Und der Hang zum Melodramatischen, der allen dreien eigen ist, geht mir auch auf die Nerven.
Ihr merkt, mein Start in das Buch war nicht der beste, ich freue mich aber auf die Diskussionen mit euch.

Ach, Wildes Vorwort hätte ich fast vergessen. Ich habe mir vorgenommen, immer mal wieder darin zu lesen, wenn ich einen ruhigen Moment habe. Als Vorwort finde ich es schrecklich, weil es so zusammengewürfelt erscheint, nicht aus einem Guss, aber einzelne Aussagen daraus finde ich sehr interessant.
Viele Grüße
Breña

Ich lese übrigens diese Ausgabe: Oxford University Press - The World's Classics, 1994.