
Rezi zu Teil 1. DämonenblutErster Satz: Also ist es doch eine Lüge gewesen: mein Leben.KlappentextDie Schlacht gegen die Finsternis ist noch nicht vorbei. Der junge Ritter Rowarn zieht mit seinen Gefährten in das sagenhafte Reich der Heilerin Arlyn. Bald treffen von überall Verbündete von Ardig Hall ein, und man schmiedet Pläne, die Lichtlose Burg des Feindes Femris anzugreifen und ihm die drei geraubten Splitter eines magischen Artefakts zu entreißen. Doch da kreuzt der junge Ritter Rowarn unerwartet den Weg des gefürchteten Dämons Nachtfeuer ...Meine MeinungNach dem eher etwas gemächlichen ersten Teil, konnte mich dieses zweite Buch schnell packen und versöhnte mich auch bald durch einige Grauschleier und Unsicherheiten im Charakter einiger Figuren, so dass die Geschichte auf mich nicht mehr so arg eindimensional erschien, wie noch im ersten Buch. Dadurch wirkten auch die Freundschaften und die Beziehungen der Charaktere untereinander nicht mehr so „erdrückend gut“, auch wenn sie es natürlich immer noch waren und auch neue entstanden. Die Aussicht, dass ein Verräter unter ihnen weilen könnte, entzerrte das Ganze dann doch etwas und brachte Spannung ins Spiel. Und natürlich habe ich die meisten Figuren auch mittlerweile lieb gewonnen und kann mich auch mit ihnen für ihre tolle Gemeinschaft freuen und sehr gut mit ihnen mitfiebern, und ich stehe mittlerweile voll auf ihrer Seite, auch wenn es dafür offensichtlich ein bisschen länger brauchte.
Der zweite Teil beginnt gleich sehr spannend und schließt unmittelbar an das Ende des ersten Buches an. Rowarns Gefangenschaft, seine Flucht und das Zusammentreffen mit seinen Freunden wird flüssig und spannend beschrieben und ließ für mich dabei kaum Längen entstehen. Insgesamt wirkte die Geschichte auf mich nun abwechslungsreicher und hatte viel mehr Tempo. Trotzdem gab es auch einige ruhige Passagen mit viel Poesie und Nachdenklichkeit, was sich aber immer gut einfügte. Nur die immer mal wiederkehrenden Lieder und Trinksprüche habe ich manchmal doch nur überflogen.
Rowarn kam mir hier endlich auch näher. Zudem wirkte er nun endlich etwas reifer und eher seinem Alter von 20 Jahren entsprechend, auch wenn er mir doch oft noch zu weinerlich und mit Selbstmitleid behaftet war. Allerdings hatte er hier auch einiges zu erleiden auf dem Weg zum erwachsen werden und es war teilweise ganz schön brutal, was er an körperlichen und seelischen Qualen erdulden musste. Ein recht harter Weg, um zu sich selbst zu finden und sich selbst, seine Aufgabe und sein Schicksal anzunehmen. Dies hat die Autorin eindringlich beschrieben und somit bei mir doch auch mehr Verständnis für Rowarn entstehen lassen. Auch die anderen Charaktere erhielten z. T. mehr Hintergrund und insgesamt erfuhr man mehr über die Welt, die Götter und Völker, die früheren Geschehnisse und wie alles zusammenhing. Besonders ans Herz gewachsen ist mir hier aber Arlyn, die Heilerin, die gleichzeitig unnahbar, stark und verletzlich wirkte.
Ich empfinde es mehr und mehr als eine interessante und fantasievolle Welt mit spannenden und ausgefallen Geschöpfen und abwechslungsreicher Magie. Nicht nur die wandelbaren Dämonen oder die plötzlich auftauchenden Donnervögel, sondern auch die kleinen biestigen Insektenarten sind immer wieder überraschend und geben der Welt ausgefallenes Leben. Von den wunderbaren Beschreibungen der kleinen Welten innerhalb der großen Welt an sich ganz zu schweigen, z. B. der sichere magische Wald und das Heilerreich Farnheim. Die Schönheit und die Magie, die sich dort befanden, konnte man regelrecht spüren. Und die Szenen, die dort spielten, vermittelten ein Gefühl von Innehalten und Kraft sammeln vor dem nächsten Kampf.
Und gerade die Magie hat mich hier in den Bann gezogen. In der Geschichte gab es aber auch viel davon. Nicht nur die magischen Orte mit ihrer ganz besonderen Atmosphäre oder auch die mächtige Magie, die z. B. vom Visionenritter ausging und die sich im Kampf gegen den Feind entfesselte, waren beeindruckend, sondern auch der persönlichen Zauber, der mehr und mehr bei einzelnen nichtmenschlichen Figuren zu spüren war, sie z. B. für kurze Momente im Zwielicht unsichtbar werden ließ oder ihnen einfach aus den Augen strahlte. Wirkten die Umgebung und auch die Figuren im ersten Buch noch vorwiegend recht neutral, wirkten sie hier im zweiten Teil mehr und mehr magisch auf mich, bzw. konnten sie mich mittlerweile einfangen.
Auch dieses Buch endet wieder mit einem Cliffhanger, nachdem es vorher schon einige überraschende Wendungen zu verdauen gab, und um so mehr bin ich jetzt natürlich auf den letzten Teil gespannt.
