Autor: Walker, MartinTitel: Grand CruOriginaltitel: The Dark VineyardÜbersetzer: Michael WindgassenFormat: HCVerlag: DiogenesISBN: 325706750X
Zum Inhalt:Ein Feuer auf einem Feld. Brandstiftung.
Was zunächst etwas merkwürdig anmutet, führt Bruno, Chef de police von Saint-Denis,
bald in das Milieu millitanter Umweltschützer. Dass das dann auch Paris auf den Plan ruft ist klar.
Doch das ist nicht seine einzige Sorge. Fernando Bondino, Großwinzer aus Kalifornien und
Investor in vielen Weinbaugebieten in der Welt möchte in Saint-Denis investieren. Und hier liegt dann ein großes Problem.
Ein großer Investor und die Ereignisse in Saint-Denis passen nicht zusammen.
Als dann noch zwei Tote gefunden werden, und auch der Investor mehr und mehr unangenehm auffällt,
werden die Ermittlungen für Bruno nicht einfacher. Und die Anwesenheit seiner alten Flame macht es natürlich auch nicht einfacher.
Meine Meinung:So ganz erreichte für mich der zweite Band dieser Reihe den Flair des ersten Bandes nicht mehr.
Man begegnet natürlich wieder vielen alten Bekannten und auch die Umgebung ist wieder Gegenstand der Geschichte.
Aber der Ton der Geschichte hat sich geändert.
Wo das Städtchen im ersten Band sozusagen unter sich blieb, so muss es sich jetzt der großen Welt öffnen.
Was zwar, wie gesagt, ein wenig den Flair des ersten Bandes vermissen läßt,
aber für solch ein Touristenstädtchen ein durch aus zeitgemäßes Problem darstellt.
Wie weit darf man sich öffnen,ohne dabei seine eigene Identität zu verlieren.
Doch die Protagonisten im Buch lösen natürlich auch dieses Problem auf ihre eigene, und ich muss sagen, durchaus clevere Art und Weise.
Was mich dann auch zu einem Punkt bringt, der mich ein wenig gestört hat.
Bruno ist ein schon angenehmer Zeitgenosse.
Aber ich hatte immer ein wenig das Gefühl, mit Superman in Zivil zu tun zu haben.
Irgendwie gelingt es ihm, alle Probleme im Handumdrehen zu lösen, Leute zu aktivieren und nichts ging schief.
Wenigstens hat er in seinem Liebesleben dann nicht so viel Geschick, da bleibt dann doch ein wenig Platz für Zweifel.
(und natürlich Stoff für die weiteren Bände. Ich bin gespannt, wie er sich entscheidet. Obwohl es eigentlich doch schon feststeht.)
Ein wenig zu intensiv fand ich auch die Ausflüge in den Weinbau. Hier kam es hin und wieder schon vor, dass ich gar nicht mehr wußte,
um was es denn hier geht. Aber dem Handlungsverlauf tut dies keinen Abbruch, und beim Lesen hatte ich seltsamer Weise irgendwie
immer Lust auf ein Gläschen Wein.

Insgesamt hat mir dieser Band wieder gut gefallen.
Der Flair eines kleinen Städtchens, die französische Lebensart mit Essen und Trinken
(wobei die ein oder andere Spezialität dann wohl doch nicht mein Fall wäre)
und eine recht spannender Fall runden das Buch zu einem kurzweiligen Lesevergnügen mit einigen kleineren Schwächen ab.
Meine Wertung:
+
