Zwei weitere Feuer-Geschichten sind gelesen.
John le Carré - The King Who Never Spoke ist ein wunderbares Märchen über einen König, der immer schweigt, auch wenn seine Berater ihn dazu auffordern, nun endlich in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und dem Feind den Krieg zu erklären, denn
enemy cows are trampling down your royal fences and eating the elderflowers in your royal pastures. The enemy's young men make shameless love to our womenfolk and are not punished. Enemy bees pilfer your royal pollen.
Vor allem letzteres "Die feindlichen Bienen stibitzen den königlichen Pollen"

ließ mich laut losprusten. Im Folgenden wird dann beschrieben, was passiert, wenn diese furchtbaren Übergriffe des Feindes nicht aufs Härteste geahndet werden:
The enemy cows came and went as they pleased and the King's cows took to doing much the same. [...]
The enemy's young men continued their shameless pursuit of the kingdom's womenfolk, and the young men of the kingdom were obliged to pursue the enemy's womenfolk in return and met with very little resistance.
Thus mixed marriages occured, and many children were born who didn't know who they were supposed to hate, so they didn't bother to hate anyone.
Und die Bienen tuen sich natürlich auch am Klee auf beiden Seiten der Grenze (deren Verlauf auch nicht mehr so ganz genau bekannt ist, da die Zäune nicht repariert werden), gütlich und die Leute mögen den einen oder anderen Honig lieber, ganz nach Geschmack und
nobody shed blood for the honour of his honey.
Und das alles nur, weil ein König schweigt. Ein Märchen leider nur, aber ein schönes!
William Sutcliffe - Sandcastles: a Negotiation ist ein Ausschnitt aus seinem nächsten Roman. Phil, aus dessen Sicht die Ereignisse geschildert werden, ist mit Frau und zwei kleinen Kindern im Urlaub am Meer. Die Ehe ist nicht mehr das, was sie mal war, die beiden Partner sind einander fremd geworden und Phil hat das Gefühl, dass nichts was er tut Joannas Ansprüchen gerecht werden kann. Um ihr eine ruhige Stunde in der Sauna zu ermöglichen, erklärt er sich bereit, so lange auf die 1 und 4 Jahre alten Kinder aufzupassen. Das erweist sich nicht als ganz einfach - zumindest nicht für Phil, dem es einfach an Übung im Umgang mit den Kindern fehlt. Gleichzeitig Windeln wechseln und Sandburgen wieder aufbauen schafft er einfach nicht und noch frustrierter wird er, als sein kleiner Sohn ihn in ihrer Diskussion in echte Beweisschwierigkeiten bringt.
Dies ist wunderbar beschrieben. Man kann mit Phil mitfühlen, dahinter wird aber doch immer klar, dass wir nur Phils Seite der Medaille erfahren und die Sache aus einer anderen Perspektive ganz anders aussehen könnte. Ob ich allerdings den ganzen Roman lesen möchte, weiß ich nicht, denn das Ende der Episode deutet darauf hin, dass sich diese Geschichte einer Ehe in Krise in eine Richtung entwickeln könnte, die mir nicht zusagt. Dies könnte natürlich auch eine hinterlistige falsche Spur des Autors sein.
@Kiba&Breña:
Das Livio-Salatöl kenne ich auch von früher. Damals waren die Büchsen allerdings nicht so
bunt.
Wollt ihr wirklich alle schon schlafen gehen? Ich werde jedenfalls noch ein paar Geschichten lesen, wünsche allen müden Seelen aber schon mal eine