Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

E-Mail: Passwort:

Autor Thema: Eshkol Nevo - Wir haben noch das ganze Leben  (Gelesen 235 mal)

illy

  • chronischer Bücherjunkie
  • Global Moderator
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 2757
Eshkol Nevo - Wir haben noch das ganze Leben
« am: 28. August 2010, 17:04:47 »



Israel 1998, vier Männer Anfang 30, seit Jahren miteinander befreundet schauen zusammen Fußball, die WM 1998. Spontan beschließen sie, sich auf Zetteln Ziele zu notieren, was sie bis zur nächsten WM in vier Jahren erreichen möchten. Mich hat an diesem Buch die Darstellung einer „typischen Männerfreundschaft“ gelockt, als Frau fehlt einem da ja doch manchmal der Einblick.

Der Buchtitel „Wir haben noch das ganze Leben“ spiegelt die Stimmung der vier zu Beginn des Buches wieder, sie haben noch das ganze Leben vor sich, alle Ziele sind erreichbar und ihre Zettel mit den Zielen bis zur nächsten WM sind nur Zwischenziele. Aber dann passieren unvorhergesehene Dinge und ihnen wird klar, dass das Leben nicht planbar ist und manchmal auch viel kürzer als erwartet. Auch ihre Freundschaft untereinander wird auf eine harte Probe gestellt, wenn Beziehungen oder Beruf in den Vordergrund rücken. Erfüllen kann keiner seinen Wunschzettel, aber das ist am Ende auch eher unwichtig, wenn ihre Freundschaft wieder die Hauptsache wird. Wenn die Freunde feststellen, dass gerade der stille Erzähler der Kitt ist, der die Freunde zusammenhält, ist das sehr schön geschrieben und die größte Freundschaftserklärung, die ich mir vorstellen kann.

Fast jedes Kapitel beginnt mit der Beschreibung eines Photos, von dem aus der Erzähler dann weitererzählt. Die ganze Geschichte wird als eine Art Testament von ihm erzählt, redigiert von einem anderen der vier und der Autor lässt bis zum Ende das Schicksal des Erzählers offen. Ein bisschen zu offen, muss ich kritisieren, es wirkt so, als ob der Autor sich um eine wirkliche Entscheidung, wie es enden soll, gedrückt hat.

Wer noch mehr über das Buch wissen will, den verweise ich auf die Leserunde hier im Forum, für mich war es auf alle Fälle eine interessante Geschichte, ich weiß allerdings leider immer noch nicht so genau, ob mir israelische Literatur nun liegt oder nicht. Vermutlich eher nicht, denn auch wenn ich keine wirkliche Kritik anzumerken habe, bin ich trotzdem nicht motiviert, nach weiteren Büchern des Autors Ausschau zu halten.

4ratten
Gespeichert
Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen.  (Friedrich Nietzsche)