liest: Conescu - Der Mann in der Schlange vor der Kinokasse
Soviel ist sicher: auch mit Parallellektüre wird das Buch nicht bis zum 11.9. vorhalten. Es liest sich flüssig weg und ist ganz unterhaltsam, ohne bisher allerdings das gewisse Etwas zu versprühen. Daniel ist nicht mehr der anfängliche Antiheld, der in Gegenwart einer Frau keinen geraden Satz zustande bringt, und auch sonst ist der Ton ernsthafter geworden. Und da es schließlich nicht nur um Daniel geht, kann ich auch ein paar Sätze zu den anderen Protagonisten verlieren, die immer mehr an Tiefe gewinnen.
Graham ist ein sehr talentierter Pianist, ist aber zur Zeit arbeitslos bzw. verdient sich sein Geld als schwuler "Escortservice". Er fühlt sich nicht bereit, vor Publikum zu spielen, und auch die Sonate, die er schreibt, wartet auf ihre Fertigstellung. Delia unterstützt ihn soweit sie kann, seit sie ihn am Konservatorium kennengelernt hat. Sie selbst singt, hat jedoch ihre Ausbildung abgebrochen und hat den Weg des geringsten Widerstands gewählt. Auch Jon kennt die beiden vom Konservatorium, wo er allerdings Schauspiel studiert hat. Auch er hat sich gegen diese Karriere entschieden und arbeitet als Barkeeper in einer Schwulenbar, ist aber von allen am glücklichsten mit seinem Leben. Monty ist Delias ältester Freund, der aus einer verarmten Millionärsfamilie stammt und auf dem Weg ist, erneut Reichtum zu erlangen. Zusammen sind sie eine quirlige Gruppe, die auch schon mal beim Pseudo-Promi-Spiel, bei dem sie sich in einem Restaurant für Stars ausgeben, ihre Umgebung aufmischen. Doch unter dieser Fassade scheint immer auch etwa ihres Unglücks, ihrer Unzufriedenheit durch.
Viele Grüße
Breña