Inhalt:Tom Sawyer könnte ein wunderbares Leben führen, wären da nicht Dinge wie die Schule, die Kirche und seine Tante. Trotzdem schafft es der Lausebengel, sich in allerlei abenteuerliche Geschichten zu verstricken, nicht nur, dass er sich oft in Robin Hood verwandelt. Zusammen mit seinen Freunden spielt er Seeräuber und Schatzsucher und sogar Höhlen werden erforscht. Oftmals gehen Toms Abenteuer dabei nur glimpflich aus, so zum Beispiel als er und sein Freund Huck einen Mord beobachten...
Meine Meinung:"Tom Sawyer" von Mark Twain ist ein zeitloser Klassiker der Jugendliteratur. Um diesen und andere berühmte literarische Werke jungen Lesern näher zu bringen, hat der Verlag Ueberreuter die Reihe "Ueberreuter Klassiker" ins Leben gerufen.
Da diese Ausgabe für junge Leser gedacht ist, hat der Verlag die Originalausgabe gekürzt und überarbeitet, somit kann man das Buch sehr gut lesen, ohne dass jedoch die besonderen sprachlichen Feinheiten der damaligen Zeit ganz verloren gehen.
Auch durch diese Ausgabe erhält man einen guten Einblick ins Leben von Tom Sawyer und seinen Freunden, die allesamt richtige Lausbuben sind.
Schön ist auch, dass man das Leben im 19ten Jahrhundert, dazu noch in einem Dorf, wirklich gut kennenlernt. Man erfährt, wie mit den Jungen und Mädchen in der Schule umgesprungen wird, das religiöse Leben und was die Jungen damals gespielt haben.
Dabei fiel mir auf, dass das jugendliche Gedankengut von damals sich gar nicht so sehr vom heutigen unterscheidet. Ich fühlte mich auf angenehme Art wieder in meine Kindheit versetzt. So konnte ich die Vorgänge in den Köpfen von Tom und Huck umso besser nachvollziehen und das Buch berührte mich durch und durch.
Überhaupt kommt man nicht darum herum, Tom Sawyer zu mögen. Manchmal erschien er mir zwar fast schon zu egozentrisch, aber das änderte sich bald, denn je mehr Tom erlebt, desto reifer wird er. Obwohl Tom Sawyer einfach immer Tom Sawyer bleiben wird.
Die Abenteuer des Jungen sind packend dargestellt und wenn er sich über Geister und Flüche unterhält muss man mehr als einmal schmunzeln. Ein weiterer anrührender Punkt. Die Abergläubigkeit, die im Dorf sehr verbreitet ist, hat mich indes überrascht und ich konnte mich gut damit unterhalten, was die Jungen alles taten oder glaubten oder einfach nur neu erfanden, um besser dazustehen.
Ab und an mag das Buch etwas unkonditioniert wirken, aber Twain verliert die Hauptaspekte nicht aus den Augen. Wir erleben Toms Abenteuer mit und dabei werden oftmals Themen, die angesprochen wurden, an späterer Stelle wieder aufgenommen und gelöst.
Was ich an "Tom Sawyer" auch mochte, waren Twains wunderbare Darstellungen der Knabbeleien zwischen Mädchen und Jungen, dargestellt durch Tom und Becky. Und wieder einmal muss man anmerken, dass sich daran bis heute gar nicht viel verändert hat. Nur Toms erste Freundin kam mir hier etwas zu kurz.
Da Tom Sawyers Abenteuer im Sommer stattfinden, eignet sich das Buch sogar als Ferienlektüre. Man wird direkt hineingezogen in die Wälder, die Flüsse, die wilde Natur des Mississippis, das Tom erforscht. Mir war, als wäre ich selbst beinahe dort.
Fazit:Die Ausgabe aus der Reihe "Ueberreuter Klassiker" ist für Kinder ab 10 Jahren gut lesbar, auch wenn darauf geachtet wurde, dass die damalige Sprechweise nicht zu sehr geändert wurde. Somit können die Bücher der Reihe auch von Erwachsenen gelesen werden, die sich (noch) nicht an das Original heranwagen, aber schon immer einmal erleben wollten, was der berühmte Tom Sawyer so anstellt.
Für mich war es ein schönes Erlebniss, endlich diesen berühmten Klassiker zu lesen. Wenn ich könnte, würde ich mich gleich auf "Huckleberry Finn" stürzen, da mir die Welt und die Zeit, in die Twain uns zu versetzen vermag, so sehr gefiel.


