Richard trifft Ifasen im Gefängnis und erfährt, dass er mit Abayomi verheiratet ist. Als Ifasen Richard wegen seiner Bekanntschaft mit Coetzee als Verteidiger ablehnt, ist Richard fast erleichtert bei dem Gedanken, dass Ifasen dann länger im Gefängnis bleiben muss. Das ist verständlich, aber ihm muss doch klar sein, dass Abayomi ihren Mann nicht verlassen wird, sonst würde sie sich kaum so für ihn einsetzen. Richard sollte froh sein, dass ihm die Augen geöffnet und ein Anstoß gegeben wurde, sein Leben zu ändern. Ifasen erzählt auch, dass Abayomi einmal eine Nacht im Gefängnis verbracht hat, wo sie bei ihrem Aussehen sicher nicht unbehelligt blieb. Vielleicht hat sie da gelernt, dass auch Sex eine Art von Währung ist. Das könnte auch ein Fingerzeig in die von Aldawen angedeutete Richtung sein, dass Abayomi etwas zu verbergen hat.
Ich bin nicht sicher, was Richard Farbigen gegenüber empfindet. Würde er für Abayomi wirklich sein geordnetes Leben aufgeben, sie offiziell an seiner Seite präsentieren und wahrscheinlich die Verachtung seines Umfeldes auf sich ziehen? Bei dem Leben, das er führt, ist es fraglich, ob er im Zweifelsfall bereit wäre, ihr einen angemessenen Status zu bieten.
In dem Hotelzimmer im 20. Kapitel kommen seine Zweifel zum Ausbruch, als er ihr Geld anbietet, um zu sehen, wie sie reagiert. In gewisser Weise kann ich das verstehen; es ist gut möglich, dass sie ihn nur als Mittel zum Zweck benutzt. Doch wenn das nicht der Fall ist, müsste das Vertrauen zwischen ihnen getrübt sein, denn Abayomi versteht die Geste sicher so, wie sie gemeint ist. Spätestens damit hat er eine gemeinsame Basis zerstört.
Nach diesem Teil des Buches fällt mir auf, dass der Titel gut gewählt ist. Bei den drei Hauptfiguren spielt die Würde doch eine wesentliche Rolle.