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Autor Thema: 3 - Kapitel 8 bis Kapitel 12 (Seite 158 - 246)  (Gelesen 653 mal)

Annabas

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Re: 3 - Kapitel 8 bis Kapitel 12 (Seite 158 - 246)
« Antwort #15 am: 22. August 2010, 23:07:25 »

Wahrscheinlich haben die beiden sich schon in einer gewissen Weise auseinander gelebt. Zumindest Ifasens Reaktion auf den Streit mit seiner Frau deutet irgendwie auf eine innere Distanz hin, oder? Die beiden tun mir sehr leid - alleine, weil sie durch die äußeren Umstände zu ihrem Handeln gezwungen werden und so nie eine richtige Chance auf ein 'normales' Familienleben haben (werden).

Ob sie es in Nigeria gehabt hätten, ist auch noch die Frage, aber zumindest wären die Rahmenbedingungen insgesamt andere gewesen und die Chance damit tendentiell höher. Unter den Bedingungen der Flucht und der Illegalität bzw. des Vielleicht-irgendwie-geduldet-sein-wenn-man-genug-schmiert ist es wohl unmöglich, das sehe ich auch so.

Für mich wird das Verhältnis zwischen den beiden von Scham beherrscht.
Abayomi schämt sich, weil sie sich prostituieren muss und Ifasen schämt sich, weil er am Straßenrand billige Mobiles verkaufen und sich demütigen lassen muss und die Familie nicht versorgen kann. Beide haben sich ein Stück weit in sich selbst zurück gezogen.

Vielleicht nimmt er auch nur unbewusst Abstand vor ihr, weil sie durch ihren Kontakt mit anderen Männern beschmutzt" ist.

Ich denke, dass Ifasen sich selbst auch beschmutzt fühlt. Über seinen sozialen Abstieg macht er sich wohl keine Illusionen.

Grüße von Annabas  :winken:
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Aldawen

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Re: 3 - Kapitel 8 bis Kapitel 12 (Seite 158 - 246)
« Antwort #16 am: 23. August 2010, 06:18:46 »

Ja, ich denke auch, daß „Scham“ hier ein Schlüsselwort ist (weshalb ich den deutschen Titel Würde auch besser gewählt finde als den englischen Refuge), und wie Annabas sagt, gilt das auf beiden Seiten. Wobei das hier:

Vielleicht nimmt er auch nur unbewusst Abstand vor ihr, weil sie durch ihren Kontakt mit anderen Männern beschmutzt" ist.

Ich denke, dass Ifasen sich selbst auch beschmutzt fühlt. Über seinen sozialen Abstieg macht er sich wohl keine Illusionen.

davon wohl nicht zu trennen ist, genauso wie beide vermutlich bestürzt sind über das, was der jeweils andere auf sich nimmt, und darunter leiden. Rein rational weiß Ifasen ja, daß Abayomi an ihrer Arbeit nicht reinen Spaß empfindet, und genauso wird Abayomi nachvollziehen können, wie er sich mit seinen Mobiles fühlen muß. Aus dieser Schuld-Scham-Demütigungskonstellation ist nicht leicht herauszukommen, der status quo ante läßt sich sowieso nicht wieder herstellen, schließlich könnte keiner sein Gedächtnis löschen. Das macht es so tragisch.
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schokotimmi

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Re: 3 - Kapitel 8 bis Kapitel 12 (Seite 158 - 246)
« Antwort #17 am: 23. August 2010, 16:57:46 »

Ich habe nun auch diesen Abschnitt beendet - scheinbar hänge ich ein wenig hinterher.

Die Beschreibung der Situation im Gefängnis hat mich errschreckt, aber eigentlich nicht überrascht. Solche Verhältnisse gibt es bestimmt auch in vielen anderen Teilen der Welt, leider. Die Menschen sind eben nicht wirklich aus dem ihren düsteren Zeiten herausgekommen.

Abayomi verstehe ich leider nicht wirklich, warum lädt sie Richard an einen Ort ein wo so viele Bekannte von ihr zugegen sind, warum lädt sie ihn überhaupt ein? Einen Grund gab es ja nicht wirklich dafür. Auch die Verbindung zwischen Mandla, Jenker und ihr verstehe ich nicht ganz - Jenker als korruper Polizist und "Bote" von Mandla? Einerseits leidet er unter dem Schicksal seines Sohnes und was Drogen anrichten und schürt daraus seinen Hass, andererseits scheint er in die "krummen" Geschäfte und korrupte Machenschaften involviert zu seinen. Ein tolles Anzeichen von Doppelmoral.
Mandla könnte schon ein "Kumpel" von Svirtsky sein, ich denke schon das letzterer schon noch eine bedeutende Stelle in der Geschichte inne hat.

Insgesamt geht die Geschichte gut voran, aber so richtig erkenne auch ich den roten Faden nicht, ich hoffe aber, dass es sich am Ende auflösen wird.

Viele Grüße
schokotimmi
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