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Autor Thema: 2 - Kapitel 4 bis Kapitel 7 (Seite 81 - 157)  (Gelesen 692 mal)

nanu?!

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Re: 2 - Kapitel 4 bis Kapitel 7 (Seite 81 - 157)
« Antwort #15 am: 18. August 2010, 23:16:09 »

Und zeigt mir wiederrum in was für einem Paradies ich hier lebe.

Das für Dich ein Paradies ist, weil Du Bürger Deines Landes bist. Wenn Dich das interessiert, dann versuche mal, z. B. über Kirchen oder humanitäre Organisationen Informationen (Kontakt wird nur schwer möglich sein) über Illegale in Deiner Nähe zu bekommen. Du wirst möglicherweise den Eindruck gewinnen, daß auf einmal von einem ganz anderen Land die Rede ist ...

Du hast vermutlich recht. Vor zwei oder drei Jahren hat der belgische Staat eine Familie aus Kosovo nach acht oder neun Jahren zurückgeschickt. Die Kinder kannten ihr "Heimatland" nicht weil sie als Babys rüberkamen, sie gingen hier zur Schule, hatten ihre Freunde hier. Es gab große Proteste deswegen, aber es half alles nichts, die Familie mußte "weg", ob sie wollten oder nicht. Die Familie wohnte nur ein paar Kilometer weit von hier.
Ich meinte mit Paradies das wir hier nicht im Krieg leben, es zumindest hier kein Rassismus gibt, zumindest kein offener, hier kann man Nachts durch die Straßen laufen. Würde in der nächsten belgischen Provinzstadt aber nicht drauf wetten. Aber ich glaube, das ist in jeder größeren Stadt so.
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schokotimmi

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Re: 2 - Kapitel 4 bis Kapitel 7 (Seite 81 - 157)
« Antwort #16 am: 21. August 2010, 17:47:57 »

Hallo,

ich bin mit Kapitel 7 noch nicht ganz durch und poste dann danach ausführlich, ich hab nur eine Frage: Coetzee, ist dass ein weit verbreiteter Name in Südafrika? Ich lese gerade einen Artikel in der NG in dem auch von einem Coetzee die Rede ist, der war allerdings Attentäter und sitzt im Gefängnis, zum googlen hatte ich leider keine Zeit, vllt. wißt ihr ja was?!

Grüße
schokotimmi
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Aldawen

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Re: 2 - Kapitel 4 bis Kapitel 7 (Seite 81 - 157)
« Antwort #17 am: 21. August 2010, 20:59:14 »

Ganz selten ist er wohl nicht, ich kann aber keine Zahlen zur Häufigkeit nennen.
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schokotimmi

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Re: 2 - Kapitel 4 bis Kapitel 7 (Seite 81 - 157)
« Antwort #18 am: 22. August 2010, 12:50:53 »

Hallo,

diesen Teil habe ich nun auch beendet. Nun bestätigt sich ja schon unsere Vermutung das Richard zu Abayomi geht und sie wird sich wohl auch an ihn wenden um ihrem Mann zu helfen.
Seine Überlegungen spiegelen sich seiner Reaktion bei der Abendgesellschaft recht gut wieder. Man merkt das er sich noch in Überlegungen befindet, seine Gedanken zu ordnen versucht und merkt, dass er in seinem Leben eigentlich überhaupt kein Verständnis dafür findet. Ich bin gespannt, wie er sich entwickelt und wie weit er sich in diese "neue Welt" vorwagt.
Das Unrecht, welches Ifasen widerfährt finde ich schrecklich, aber auch hier ist es wie im richtigen Leben - ich schaue hilflos zu, warum kann ich nicht mal sagen.

Amanda ist für mich so eine typische Hausfrau mit reichem Mann, klischeehaft dargestellt - ihr Leben reduziert auf Kind, Haus und Dinerparties. Mal sehen ob der Autor diesem "Vorurteil" treu bleibt oder uns hier vllt. noch zu überraschen vermag.

Insgesamt läßt sich das Buch recht gut und flüssig lesen und trotzdem fehlt mir ein wenig der Zugang zu den Personen - ich bin gespannt, wie sich dies weiter entwickelt.
 
Ganz selten ist er wohl nicht, ich kann aber keine Zahlen zur Häufigkeit nennen.
Das reicht mir schon, war ja nur reiner Zufall, dass ich über den Namen in der NG gestolpert bin und hatte im ersten Gedanken einen Zusammenhang vermutet.

Viele Grüße
schokotimmi
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dubh

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Re: 2 - Kapitel 4 bis Kapitel 7 (Seite 81 - 157)
« Antwort #19 am: 22. August 2010, 13:25:22 »

Hallo zusammen,

jetzt habe ich endlich auch den zweiten Abschnitt beendet. Nachdem im ersten der Fokus mehr auf der Vorstellung der Personen lag, war er jetzt doch deutlicher bei der weiteren Entwicklung der Geschichte.

Ifasen verdient sein Geld mehr als bitter: in sengender Hitze steht er auf einer asphaltierten Straße und versucht billige Mobiles an die wartenden Autofahrer zu verkaufen. Was allerdings noch schlimmer ist, sind die Beleidigungen oder verächtlichen Blicke, die er über sich ergehen lässt. Der alte Rassismus - denn wie Coetzee an anderer Stelle sagt, muss man ja jetzt aufpassen, was man so sagt :rollen: - projiziert sich nun auf Nigerianer, Mosambikaner, Simbabwer, ... Auch der Xhosa-sprechende Polizist, der Ifasen festnimmt, berurteilt ihn aufgrund seiner Herkunft sofort negativ. Apropos Festnahme: dieser widerliche BMW-Fahrer! Beim Abendessen bei Amanda und Richard habe ich überlegt, ob es sich dabei wohl um Coetzee handeln könnte... Aber das wäre vielleicht ein bißchen viel Zufall - obwohl das großkotzige und rassistische Verhalten passen würde.

Richard besucht Abayomi und ist somit tatsächlich der Mann aus dem Prolog. Obwohl es letztlich ein Sex-Besuch und kein Massage-Termin war, fand ich die Szene ziemlich gut dargestellt - der Autor war nicht obszön oder pornographisch in seiner Beschreibung, wie ich finde. Und schlußendlich erlebt Richard eine Veränderung... Anfänglich habe ich sie eher für kurzfristig empfunden, aber in Richard setzt sich offensichtlich wirklich etwas in Bewegung - spätestens in der Kneipe und beim Abendessen mit Gästen wird das deutlich. Richard stellt sich plötzlich elementare Fragen, die ihn zuvor nicht sonderlich interessiert haben. Da trifft es sich gut, dass er zuerst auf den Mosambikaner trifft, der ihm die menschenverachtende Situation, unter der die "Gastarbeiter" leben müssen, schildert und später dann als Kontrast Coetzee, der mit seinem überlegenen, arroganten Getue einfach nur anwidert.
Aber auch die Familiensituation zeigt sich plötzlich anders: Richard scheint sich die Jahre zuvor in einen Kokon zurück gezogen zu haben: die Einladungsarien Amandas hat er über sich ergehen lassen, ebenso wie die dumpfen Unterhaltungen mit den ihm unbekannten Gästen. Selbst die unterkühlte, ja, fast nicht vorhandene Beziehung zu seiner Tochter Raine, hat ihn nie wirklich gekümmert... Ob sich das alles ändern lässt oder ob dann alles in die Brüche geht? Amanda scheint ja relativ großen Wert auf materielle Dinge und das Repräsentieren zu legen... Was Richard - man sieht es am Mercedes SLK und seine Reaktionen auf die Wagen der Kollegen oder aber an den Wein-Kaufentscheidungen - ja auch nicht fern liegt. Aber das könnte sich weiter ändern - wenn ich jetzt einfach mal spekuliere: Abayomi erfährt von der Verhaftung ihres Mannes und kontaktiert Richard wirklich. Dann wird Richard sicherlich noch mehr Einblicke in des Leben der Minderheiten in seinem Land erfahren...

So, nun lese ich erstmal Eure Beiträge.

Liebe Grüße
dubh
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dubh

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Re: 2 - Kapitel 4 bis Kapitel 7 (Seite 81 - 157)
« Antwort #20 am: 22. August 2010, 13:34:42 »

Diese Amanda stelle ich mir eiskalt vor. Sie ist eine Person, die nach außen hin eine perfekte Welt darstellen will. Ein Abendessen, deren Ablauf perfekt geplant wird, das in einem perfekten Esszimmer eingenommen wird und das mit perfekten Gästen. Das wäre mir auf Dauer auch zu anstrengend. Nur ihre Tochter scheint ihr wichtig zu sein.

Und die zwei Hunde. :zwinker: Die müssen nur raus, wenn der ach so wichtige Besuch zur Dinnerparty kommt.


Mich hat ziemlich betroffen gemacht, auf welche Weise Ifasen versucht, seinen Beitrag zum Familieneinkommen zu leisten. Seine Frau verdient in einer Stunde 1000 Rand und er bekommt pro Mobile 15 Rand und muss dazu noch die Verachtung der Passanten ertragen. Das ist heftig.

Wobei man sich von der 'freundlichen' Atmosphäre bei Abayomi nun auch nicht täuschen lassen darf: auch wenn Ifasen sein klägliches Geld auf sehr harte Weise verdient (und unter Beschimpfungen und Übergriffen leidet), so verkauft Abayomi doch letztendlich sich selbst.


Liebe Grüße
dubh
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