

Ausgewählte Gedichte. Aus dem Arabischen übersetzt von Khalid Al-Maaly und Heribert Becker
Der zweisprachige arabisch-deutsche Band enthält gut 40 Gedichte, deren Reihenfolge hier laut Nachwort der Chronologie der Veröffentlichung folgt. Und ich habe wieder einmal feststellen müssen, daß Lyrik einfach nicht meine bevorzugte Gattung ist. Hier kam sicherlich noch erschwerend die kulturelle Differenz hinzu, denn mit vielen Bildern und Symbolen kann ich wohl weniger anfangen als ein arabischer Leser. So haben mich die meisten dieser Gedichte auch eher ratlos zurückgelassen, je kürzer sie waren desto krasser war dieser Eindruck.
Aber manchmal meinte ich doch, hinter der vordergründigen Anordnung der Worte einen weiteren Sinn erfassen zu können, das war dann entsprechend eher bei den längeren Gedichten der Fall. Einige der Gedichte sind ganz offensichtlich von ar-Rahbis Aufenthalt in Europa geprägt, aber meist geht es doch auch um seine Heimat Oman, und da wurden zum Teil wirklich schöne Bilder präsentiert, Bilder der Wüste und Bilder der Menschen, die in dieser Wüste leben. Auffällig fand ich vor allem auch, daß der häufig auftauchende Wolf nicht negativ konnotiert war, jedenfalls kam es mir nicht so vor. Und das Durst und Wasser eine zentrale Rolle spielten, verwundert angesichts der Herkunft des Autors auch nicht unbedingt.
Ich kann schlecht beurteilen, ob der arabische Text einem Reimschema folgt, glaube es aber nicht. Und man hat auch in der Übersetzung zum Glück gar nicht erst versucht, etwas derartiges zu erreichen, wahrscheinlich hätte es sowieso nicht funktioniert. Dadurch fehlte mir manchmal ein wenig ein tragender Rhythmus, aber als Prosa ließ es sich auch nicht lesen. Das hinterließ dann einen etwas „rumpelnden“ Eindruck und hat meinem Verständnis sicher nicht weitergeholfen.

Schönen Gruß,
Aldawen