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Autor Thema: Nele Neuhaus - Schneewittchen muss sterben  (Gelesen 1212 mal)

Marypipe

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Re: Nele Neuhaus - Schneewittchen muss sterben
« Antwort #15 am: 17. März 2011, 19:23:33 »

Huhu,

Nele Neuhaus kommt übrigens nach Karlsruhe und liest aus ihrem Roman "Schneewittchen muss sterben" am 29.03. Ich überlege gerade, ob ich da hin gehe. Eintritt kostet 5 Euro und findet im Thalia in der Kaiserstraße statt. Hat da noch jemand Interesse?

Grüße,

Marypipe
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Spatzi79

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Re: Nele Neuhaus - Schneewittchen muss sterben
« Antwort #16 am: 13. Juni 2011, 08:47:32 »

Der vierte Fall für Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff fängt eher unspektakulär an. Eine Leiche wird auf in einem Tank auf einem verlassenen Flughafengelände der US Army gefunden. Aber das Mädchen ist schon seit Jahren tot.

Gleichzeitig wird Tobias Sartorius nach 10 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Er wurde verurteilt, weil er 2 Mädchen umgebracht haben soll. Die Tat hat er nie gestanden, die Mädchen wurden nie gefunden, die Verurteilung beruhte auf Indizien. Tobias kehrt in Ermangelung von Alternativen zurück in sein Heimatdorf. Die Ehe seiner Eltern ist zerbrochen, die Gaststätte des Vaters pleite gegangen, seit Jahren wird sein Vater von der Dorfgemeinschaft geschnitten. Als Tobias nun zurückkehrt, erhitzen sich die Gemüter, niemand will den Mädchenmörder wieder im Ort haben.

Doch war er wirklich der Mörder? Nach und nach enthüllen sich die Beziehungen und Geheimnisse der Dorfbewohner.

Auch im Privatleben der Ermittler passiert wieder so einiges. Pia hat Ärger mit dem Bauamt, Bodenstein hat den Verdacht, dass seine Frau Cosima ihn betrügt. Im Team kracht es auch an allen Ecken, einer der Kollegen hat sogar etwas mit dem alten Fall zu tun.

Meine Meinung:

Wie immer hat Nele Neuhaus einen vielschichtigen Krimi geschrieben, der die wahren Täter und ihre Motive erst langsam enthüllt. Im Gegensatz zu den Vorgängern wurden die Charaktere hier eher nach und nach eingeführt und es war nicht so verwirrend, obwohl es doch wieder eine große Anzahl von Personen gibt. Der Leser wird immer wieder auf neue Spuren geführt, auch wenn dieses Mal relativ früh klar wird, wer etwas mit den Morden zu tun gehabt haben muss, aber die genauen Abläufe und Motive werden erst am Ende wirklich aufgeklärt.

Durch die kleinen Abstecher ins Privatleben der Ermittler erhält die Reihe etwas persönliches, man hat nun schon mehrere Bände mit Bodenstein und Kirchhoff erlebt und liebt, leidet und freut sich regelrecht mit ihnen mit.

Für mich war „Schneewittchen muss sterben“ bisher der Höhepunkt der Reihe und ich bin gespannt, ob der nächste Band hieran anknüpfen kann!


 5ratten
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Alexa

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Re: Nele Neuhaus - Schneewittchen muss sterben
« Antwort #17 am: 06. Januar 2012, 16:40:40 »

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und auch da hatte ich nicht das Gefühl, die Vorgängerbände kennen zu müssen.

Nein, müssen muss man nicht  :smile: . Ich habe aber gleich am Anfang festgestellt, dass etwas thematisiert wird, das viel Spannung für einen Vorgängerband nimmt. Also lieber doch in der richtigen Reihenfolge lesen  :smile: .

Angefangen habe ich übrigens vorhin in der Badewanne und viel zu spät gemerkt, dass das Wasser kalt wurde  :rollen: - ein Zeichen, dass das Buch gut ist, auch wenn mir dann ziemlich kalt war.

Bislang fasziniert mich vor allem, dass der Fall in der Vergangenheit liegt...das mag ich immer am liebsten. Mehr kann ich Euch dann später sagen  :winken: .
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Lew Tolstoi - Anna Karenina
Nele Neuhaus - Unter Haien

Alexa

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Re: Nele Neuhaus - Schneewittchen muss sterben
« Antwort #18 am: 08. Januar 2012, 14:11:44 »

So, mittlerweile bin ich durch  :smile: . Ich kann bei den Büchern von Frau Neuhaus eigentlich immer gleich eine Lobhudelei anstimmen, mir gefällt es einfach zu gut, wie sie Krimis schreibt!

@Holden
Mir hat Bodensteins Entwicklung sehr gut gefallen! Für mich hat das Ganze sehr authentisch gewirkt und ich bin mir sicher, dass Herr von Bodenstein auch in der Zukunft weiter an Entwicklung zulegt - ebenso wie Pia, die mir diesmal aber ein bißchen blass vorkam. Hier erhoffe ich mir beim nächsten Band mehr.

Reizvoll ist der Bezug zur Vergangenheit und ich habe automatisch angefangen nachzudenken....auch wenn das Durchschnittsleben weder eine solche Gegenwart (in einer solchen Dorfgemeinschaft) noch eine solche Vergangenheit aufweisen kann wird hier doch deutlich, dass eben alles Spuren hinterlässt und jede unserer Handlungen Konsequenzen für unser zukünftiges Leben haben kann. Sehr interessant.

An Personen hat mich besonders Thies gereizt, über Tobias hätte ich gerne noch mehr erfahren, hier fehlt mir einiges an Information. So mancher Verdacht meinerseits wurde bestätigt, trotzdem war es nicht langweilig...

Ich werde jetzt eine kurze Neuhaus-Pause einlegen, bevor ich mich dem derzeit letzten Band der Reihe widme...

LG
Alexa
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Lew Tolstoi - Anna Karenina
Nele Neuhaus - Unter Haien

allegra

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Re: Nele Neuhaus - Schneewittchen muss sterben
« Antwort #19 am: 08. Januar 2012, 19:49:28 »


Das Buch stand während Monaten auf den Spitzenplätzen der Bestsellerlisten, begegnete einem in Riesenstapeln in jeder Buchhandlung und wird allgemein mit großer Begeisterung gelobt.  Ich habe mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt. Durch häufige Perspektivwechsel die durch cliffhanger voneinander abgesetzt sind, wird die Spannung durchgehend hoch gehalten, teilweise driftet sie aber auch in Folge der vielen beteiligten Personen in Hektik ab. Der Krimi liest sich so leicht, dass man ihn sich locker auch in einer unruhigen Umgebung zu Gemüte führen kann; eine ideale Lektüre für die S-Bahn.
Das Buch wurde von vielen Kritikern hoch gelobt, mich hat das aber leider nicht wirklich befriedigt. Obwohl die Hauptpersonen durchaus mit einer gewissen Tiefe charakterisiert werden, empfinde ich das ganze Buch als eher oberflächlich. Die Protagonisten werden relativ früh und gut und böse eingeteilt und es ist relativ bald absehbar, wer als Bösewicht die Strippen zieht.

Vom Sprachlichen her ist es mir zu einfach gehalten. Der Schreibstil ist sehr gerade aus, sehr anschaulich, lässt aber wenig Spielraum für eigene Vorstellungen und Gedanken.
Inhaltlich sehe ich den einzigen Anspruch darin, dass eine Vielzahl von Personen eingeführt werden, von denen ich aber am Ende nicht sicher bin, ob sie einfach offene Enden darstellen oder ob es sich um cliffhanger handeln soll und sie in späteren Bänden wieder aufgegriffen werden.
Die Motive für die Morde sind sexueller Natur bzw. Habgier und Geltungssucht. Ich hoffe nicht, dass im Taunus die Strafdelikte tatsächlich in dieser Reihenfolge vorkommen, aber auch für einen Krimi ist es für mich etwas zu dick aufgetragen. Die Dorfgemeinschaft ist sehr flach beschrieben, das Volk ist als boshaft, schwatzhaft, relativ ungebildet und unsympathisch beschrieben. 

Generell werden mir zu viele Klischees und Sehnsüchte bedient. Die Protagonisten sind relativ jung angesichts des beruflichen Erfolgs, den sie bereits errungen haben. Oliver von Bodenstein, ist adlig; seine Eltern besitzen ein Gut mit Pferdezucht. Er ist verheiratet mit einer erfolgreichen Frau, und obwohl sie zusammen ein Baby haben, können sich beide Ehepartner beruflich frei entfalten und brauchen offensichtlich kaum Rücksicht auf familiäre und häusliche Pflichten zu nehmen. Pia Kirchhoff, liiert mit dem Direktor des Opelzoos, ist vom Beruf her zeitlich sehr engagiert und schafft es dennoch nebenbei einen kleinen Bauernhof zu betreiben, was die aktuelle Sehnsucht nach dem Landleben auf eine ziemlich kitschige Weise bedient. Dazu fahren alle wichtigen Personen natürlich noch adäquate Luxuskarossen, was mir persönlich etwas zu sehr in die Richtung „Schleichwerbung“ geht.

Ein solider Regionalkrimi, der lockere, gute Unterhaltung bietet. Aber vermutlich nicht unbedingt ein Buch, an das ich mich noch nach Jahren erinnern werde.

Ich vergebe    3ratten   :marypipeshalbeprivatmaus:
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kleinerHase

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Re: Nele Neuhaus - Schneewittchen muss sterben
« Antwort #20 am: 24. Januar 2012, 16:56:27 »

Habe das Buch eben beendet und bin nicht enttäuscht worden, hatte mir einiges erhofft!
Zuerst muss ich euch zustimmen: Der Titel ist ziemlich gut gewählt, er bleibt im Gedächtnis und verrät rein gar nichts vom Inhalt. Hatte mir das Buch gekauft, auch wenn ich wusste, dass es schon das vierte der Autorin ist - Buchhandlungen verführen zu so etwas  :breitgrins:

Zum Inhalt: Was gibt es Besseres für ein großes Geheimnis, in das Außenstehende nicht eingeweiht werden als ein kleines Dorf? Der Schauplatz bietet sich an und ist sehr gut gewählt! Finde die Atmosphäre, die im Dorf herrscht, sehr gut beschrieben (kenne so was von dem Dorf meiner Eltern, nur einen Mord gab es da bisher nicht).
Außerdem sind die Charaktere alle sehr "naturgetreu" beschrieben, alles Menschen mit Stärken, Schwächen, eigenen Sorgen und einem Gewissen.
Die Geschichte, die Nele Neuhaus erzählt, lädt dazu ein, immer wieder Vermutungen über den Täter anzustellen. Immer wieder kommen neuen Details heraus und so ändern sich auch immer wieder die Tatverdächtigen.

Ein sehr gutes Buch! 4ratten
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"Wie wichtig du jemandem bist, erkennst du daran, wie viel Zeit er sich für dich nimmt."

odenwaldcollies

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Re: Nele Neuhaus - Schneewittchen muss sterben
« Antwort #21 am: 05. Februar 2012, 18:56:05 »

Meine Meinung:
Ich bin mit meiner Meinung eher bei Holden und allegra.

Der Krimi ist ziemlich spannend und man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen; die Art, wie die Autorin schreibt, gefällt mir recht gut. Positiv finde ich die detaillierte Beschreibung der Chraktere und ihres beruflichen und privaten Umfeldes.

Daher finde ich es schade, daß sie sich ein Thema gewählt hat, daß ich in dieser Form schon vielfach als Fernsehkrimi gesehen habe und ich daher etwas "ausgelutscht" empfunden habe:
Spoiler (Klick zum Anzeigen/Verbergen)
.
Die Autorin bringt in diese Thematik leider keine Neuerungen rein, sondern bedient sich recht vieler Klischees - schade, ich bin überzeugt, daß hätte Nele Neuhaus besser hinkriegen können, denn der ein oder andere Handlungsstrang lag wirklich bis fast zum Schluß im Dunkeln, da hätte sie die offensichtlicheren eher vernachlässigen sollen.

Von Bodenstein war mir anfangs auch nicht sehr sympathisch (ich kenne die anderen Bände nicht, daher war das mein erstes Kennenlernen der Charaktere), was sich aber mit der Zeit gewandelt hat.

Ich persönlich fand das zu übertrieben, auch wenn ich denke das die Figur sich wohl absichtlich in diese Richtung bewegt hat damit sie in der Entwicklung nicht stehen bleibt. Trotzdem, hier hätte ich mir etwas weniger Dramatik gewünscht.

So ging es mir auch, teilweise war seine Entwicklung mir ebenfalls zu dramatisch.

Insgesamt gab es mir etwas zu viel Affären in dem Buch - das erscheint mir zu unrealistisch. Und ich muß sagen, ein Teil des Endes - für mein Empfinden auch etwas zu langgezogen - fand ich sogar regelrecht abstrus. Aber sowohl bei Bodenstein als auch beim Ende hat die Autorin es dann gerade noch geschafft, die Kurve zu kriegen, um mich wieder versöhnlich zu stimmen  :breitgrins:

Zum Inhalt: Was gibt es Besseres für ein großes Geheimnis, in das Außenstehende nicht eingeweiht werden als ein kleines Dorf? Der Schauplatz bietet sich an und ist sehr gut gewählt! Finde die Atmosphäre, die im Dorf herrscht, sehr gut beschrieben (kenne so was von dem Dorf meiner Eltern, nur einen Mord gab es da bisher nicht).

Das kann ich so gar nicht bestätigen, jedenfalls für unser Dorf  :breitgrins:  Aber wer weiß, in einem Nachbardorf geschah am Hlg. Abend ein Mord, der bisher nicht aufgeklärt werden konnte - vielleicht tun sich dort noch solche Abgründe auf  :breitgrins:

 3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:



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HoldenCaulfield

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Re: Nele Neuhaus - Schneewittchen muss sterben
« Antwort #22 am: 06. Februar 2012, 14:02:20 »

@odenwaldcollies
Du kannst ja  Nele Neuhaus eine Email schreiben, wenn sie mal wieder Stoff für ihre Romane braucht muss sie nur ein bissl in der Gegend bleiben :breitgrins:
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Seltsam im Nebel zu wandern.... H.Hesse

"[...] wir sind hier alle verrückt. Ich bin verrückt, du bist verrückt" *L.Carroll*

Mein Interview mit Gail Carriger :elch:
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odenwaldcollies

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Re: Nele Neuhaus - Schneewittchen muss sterben
« Antwort #23 am: 06. Februar 2012, 14:26:40 »

@odenwaldcollies
Du kannst ja  Nele Neuhaus eine Email schreiben, wenn sie mal wieder Stoff für ihre Romane braucht muss sie nur ein bissl in der Gegend bleiben :breitgrins:

Gute Idee  :breitgrins:
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Bine1970

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Re: Nele Neuhaus - Schneewittchen muss sterben
« Antwort #24 am: 28. Februar 2012, 15:19:45 »

Auch ich habe das Buch jetzt beendet und fand es ganz gut. Ich lese ja ganz gerne Regionalkrimis(was jetzt nicht heisst das ich diese Buch als solchen sehe) und obwohl ich nicht aus der Gegend der Geschichte komme, kennt man doch so einiges.
Zum Inhalt muß ich mich ja nicht auch noch äussern.
Es hat mich jetzt nicht vom Hocker gerissen, aber Frau Neuhaus hat mich schön an der Nase herum geführt.
Niemals hätte ich mit diesem Ende gerechnet.
Trotzdem war ich von der aufgebauten und wieder abgebrochenen Spannung leicht genervt,denn das erinnerte mich an Tanja Kinkels Schreibstil,welcher mir nicht gefällt.
Die Protagonisten, fand ich sehr gut beschrieben, und ich habe mit einigen sehr mitgefühlt und bei anderen war ich kurz davor nur noch Hass zu empfinden.
Einerseits war ich fasziniert wie ein  einziger Mensch ein ganzes Dorf in Schach halten kann  und doch war ich von diesem Menschen angewidert.

Im Großen und ganzen sehr gutes Buch, alltäglich Krimi-Thematik,teils verwirrend, aber gut
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:biene: 
liest u.a.
SLW 2012   Coverliste 3/10   

Da ich eher selten hier bin wünsche ich allen Geburtstagkinder alles liebe und gute

Heimfinderin

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Re: Nele Neuhaus - Schneewittchen muss sterben
« Antwort #25 am: 13. März 2012, 13:47:21 »

Erster Satz: Die rostige Eisentreppe war schmal und führte steil nach unten.

Klappentext
An einem düsteren Novembertag finden Bauarbeiter auf dem stillgelegten Flugplatz der US-Armee in Eschborn ein menschliches Skelett, nur wenig später wird eine Frau von einer Brücke auf die Straße gestoßen. Die Ermittlungen führen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in die Vergangenheit: vor vielen Jahren verschwanden in dem kleinen Taunusort Altenhain zwei Mädchen. Ein Indizienprozess brachte den mutmaßlichen Täter hinter Gitter. Nun ist er in seinen Heimatort zurückgekehrt. Als erneut ein Mädchen vermisst wird, beginnt im Dorf eine Hexenjagd.

Meine Meinung
Ich lese die Krimis von Nele Neuhaus sehr gerne, besonders natürlich, da ich aus der weitläufigen Gegend komme und deshalb einige Örtlichkeiten ihrer Krimis kenne.  Auch mag ich die beiden Hauptermittler mittlerweile sehr gerne, so dass ich auch deren weitere Entwicklung in diesem vierten Fall mit Spannung verfolgt habe.  Allerdings bekam mir das Privatleben, besonders das von Bodenstein,  schon fast zu viel Dramatik in Verbindung mit den ebenso dramatischen Geschehnissen des Kriminalfalles, auch wenn ich es mit Spannung und Mitgefühl verfolgt habe. Fast hatte ich aber schon das Gefühl, es wurde zu viel auf einmal in das Buch gepackt. Denn so spannend natürlich auch die ganzen Verwicklungen zwischen den Dorfbewohnern zu lesen waren, war es mir gegen Ende dann dort auch etwas zu dick aufgetragen und ich dachte nur, so viele Verbrechen jetzt und in der Vergangenheit, so viel Betrug, Vertuschung, Mord und Totschlag  und auch noch zahlreichen Affären zwischen all den Leuten auf einem Fleck waren doch etwas zu viel auf einmal. Mit der Zeit wirkte es teilweise auf mich, als hätte die Autorin alle Vergehen, die es noch irgendwie gibt und so viele Leute wie dafür möglich sind, zusammengeworfen, um es noch dramatischer zu machen. Das hat mich innerlich ein bisschen die Augen rollen lassen.

Aber trotzdem, und das schafft die Autorin mit ihren Büchern immer wieder, hat mich der Krimi vom Anfang bis zum Ende gefesselt und ich konnte das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen.  Abgründe taten sich in dem kleinen Dorf auf, als die Autorin die vergangenen Morde durch die Ankunft des damals verurteilten Tobias wieder aufleben ließ. Ich wurde so richtig wütend auf die Falschheit und Verbohrtheit dieser Menschen und ahnte schnell, dass es böse enden wird und die wirklichen Täter alles dafür tun würden, dass die Vergangenheit verborgen blieb. Diese bedrohliche Stimmung hat die Autorin toll spüren lassen. Die Spannung blieb dabei fast immer oben und jede neue Erkenntnis und jede neue Entwicklung ließ mich immer weiterblättern. Dabei hat man als Leser aufgrund der Perspektivwechsel auch immer einen zusätzlichen Einblick in Vorgänge auf Seiten der Dorfbewohner, was noch mehr Stoff zum Spekulieren gab und natürlich auch kommende Verbrechen früher erahnen und die Spannung nochmals steigern ließ.

Trotz der teils an Personen und dramatischen Ereignissen etwas überladenen Geschichte war auch dieser Fall wieder ein Pageturner für mich und ich freue mich schon auf den nächsten Fall der Autorin.

 4ratten  :marypipeshalbeprivatmaus:
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LIEBE GRÜßE
HEIMFINDERIN