Meine Meinung:
Was für eine Geschichte, was für ein Autor! Ich bin regelrecht geplättet und weiss gar nicht richtig, was ich von dem ganzen halten soll. Es ist von Anfang an klar, dass das, was geschieht, unweigerlich geschehen muss. Theres und Teresa, ich weiss nicht, welche der beiden Lebensgeschichten mich mehr berührt haben. Beide sind sehr feinfühlig erzählt. Der Autor hat die Fähigkeit, ganz tief in die menschlichen Abgründe und die Psyche zu gucken und es so auszudrücken, wie man es fühlen würde. Man merkt, wie die beiden auf einen Abgrund zu schlittern, man kann es nicht greifen, nur fühlen.
Die Protagonisten sind alle sehr detailliert und lebensecht beschrieben, genau wie ihre Gefühlswelt. Der Autor versteht es, Dinge auf den Punkt zu bringen, derer man sich gar nicht so richtig bewusst ist, die man aber in der einen oder anderen Form schon zu kennen glaubt. Die Geschichte ist geprägt von einer gewissen Schwermut, die die Protagonisten bisweilen durchschüttelt. Lindqvist geht mit seinen Figuren nicht zimperlich um und manche Geschehnisse sind ziemlich blutig und eklig. Aber auch menschlich und traurig, alle Emotionen sind vertreten.
Das Ende der Geschichte ist sehr passend, denn die ganze Geschichte arbeitet darauf hin. Dennoch lässt es mich ein wenig ratlos und traurig zurück. Immerhin bringt es mich dazu, darüber nachzudenken und es nicht so schnell zu vergessen. Was eigentlich typisch ist für Romane von Lindqvist. Nur dieses Mal ist es indirekter, nicht greifbar. Die Botschaft ist irgendwo in mir angekommen, doch nicht so direkt wie sonst bei seinen Büchern. Ich habe das Gefühl, die Botschaft ist unterbewusst angekommen, kommt aber leider nicht ins Bewusstsein.
Daher gebe ich eine Ratte weniger, denn direkte Botschaften sind mir irgendwie lieber!
