
InhaltDaria Bignardi erzählt über ihre Familie, insbesondere über ihre Mutter Giannarosa. Zeit ihres Lebens ist sie ein Kontrollfreak, der ständig
in Sorge ist und Veränderungen nicht ausstehen kann. Aber in der italienischen Familie tummeln sich noch allerhand andere Persölichkeiten: der Vater Vico, der kaum zu Hause ist; der Kater Micione, der immer auf dem Fernseher sitzt und mit seinem Schwanz die Sicht darauf versperrt; unzählige Tanten, Onkels, Cousinen oder Großeltern, die alle ihre eigene Geschichte haben. Doch letztendlich geht es um den Mutter-Tochter-Konflikt, der bis über den Tod der Mutter hinweg reicht.
Erster SatzAuf den Schmerz war ich gefasst.Meine MeinungEs fällt mir immer etwas schwer, über Bücher zu urteilen, die eine persönliche Geschichte erzählen. Letztendlich kann man über die Handlung schlecht etwas Negatives sagen, denn so ist es einfach passiert. Allerdings kann ich über die Darstellungsweise und den Schreibstil urteilen.
Ich habe mich ehrlich gesagt etwas schwer getan mit dem Buch. Die Ereignisse werden sehr durcheinander erzählt. Ständig werden kleine Ausschnitte aus früheren oder späteren Erlebnissen eingefügt, die dann erst an ganz anderer Stelle richtig erzählt werden. Mir hätte eine chronologische Darstellung um einiges besser gefallen. So war es doch etwas zu verwirrend.
Zusätzlich werden innerhalb weniger Seiten unglaublich viele Familienmitglieder aufgezählt samt ihrer Geschichte, Nachfahren und Vorfahren. Natürlich werden die Geschichten immer nur kurz angeschnitten und meist nur 1-2 Höhepunkte erzählt. Irgendwann kommt man unweigerlich mit den Namen durcheinander. Ich habe abgeschalten und die Geschichtchen ohne familiäre Einordnung gelesen. Leider sind sie auch nicht soo besonders oder spannend. Daria Bignardi hätte lieber weniger Familienmitglieder vorgestellt, diese aber dafür intensiver. So ist es ein einziges Kuddelmuddel aus Namen und mehr oder weniger langweiligen Ereignissen.
Zusätzlich werden oft Erlebnisse mit irgendwelchen Film- oder Musikstars angepriesen ... von den erwähnten "Stars" kannte ich leider nur 1-2, so dass ich damit nicht wirklich etwas anfangen konnte.
Gut gefallen hat mir hingegen der Teil, der sich um den Mutter-Tochter-Konflikt dreht. Darias Mutter Giannarosa ist eine sehr komplexe Persönlichkeit, die unter einer psychischen Störung leidet. Das macht sie zum hysterischen Kontrollfreak, was natürlich die ganze Beziehung zwischen Mutter und Tochter belastet. Letztendlich wird aber alles recht positiv dargestellt, also keine fiese Abrechnung mit der verstorbenen Mutter. Zum Schluss hin wird alles noch einmal sehr schwulstig und anrührend, typisch italienisch halt.

Nur noch nebenbei: Die Aufmachung des Buches finde ich wirklich sehr schön. Der Umschlag gefällt mir sehr gut und im Buch befinden sich auch einige Fotos der Familie, so dass man den Namen auch teilweise Gesichter zuordnen kann. Sehr unverschämt finde ich jedoch den Preis von 18,00 Euro für ein 190-Seiten-Buch, dass auch nicht besonders groß ist.
