Ich lese das Buch nun auch, weil ich selber gerade versuche meine Internetpräsenz ein wenig einzuschränken. Ich bin recht skeptisch an den Bericht heran gegangen, weil ich mir dachte, dass man sich ja schon denken kann, wie es ihm in dem halben Jahr ergeht: Der Job als Journalist wird schwieriger, weil eben nicht jede aktuelle Information sofort abrufbar ist, er wird merken, wie schnell man im Netz mal eben etwas nachschlagen kann, und seien es nur Telefonnummern etc. Und er wird merken, dass er nichts verpasst, wenn er nicht ständig seine Mails checken und beantworten kann.
Auch, wenn das nun wirklich alles so zu sein scheint, bin ich doch positiv überrascht, weil er einige recht interessante Gedanken, Informationen und Studien einflechtet.
Besonders nahe gegangen ist mir sein Interview mit dem Gefängnisinsassen, der sagt, dass der Freiheitsentzug gar nicht so schlimm für ihn ist. Zuvor sei er auch die meiste Zeit alleine in seinem Zimmerchen gewesen, aber das, was ihm richtig zu schaffen macht ist, dass er im Gefängnis keinen PC und kein Smartphone hat. Denn wenn er vorher alleine war, war er doch ständig in Kommunikation mit seinen Facebook-Freunden. Er bekam Entzugserscheinungen wie ein anderer Suchtabhängiger, hatte ständig das Gefühl, dass das Telefon in seiner Tasche vibriert und hörte auch überall sonst das Geräusch seines Telefons: "Und wenn bei einem der Beamten das Handy klingelt - das ist für mich bis heute so, als wenn du einem Alkoholiker auf Entzug sagst, da hinten steht der Bierautomat". Ja,.. ich erkenne mich da wohl wieder. Daher regt die Lektüre, trotz der gewissen Vorhersehbarkeit, zum Nachdenken an.