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Autor Thema: Alex Rühle - Ohne Netz  (Gelesen 1835 mal)

Arjuna

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Re: Alex Rühle - Ohne Netz
« Antwort #15 am: 12. September 2010, 09:39:22 »

maximal 25 Prozent der Mails eine nähere Betrachtung wert sind (bei mir sind es im Haufen nach einem Urlaub ca. 20 Prozent); der Rest ist cc-Kategorie oder läuft ohnehin mehrfach in der Redaktion ein. Am Ende ist das Kondensat noch viel kleiner. Aber man muss sie sich wirklich alle angucken, wenn man am Rechner sitzt und eine neue Mail gemeldet bekommt? Ist man dazu verpflichtet? Muss man das?

Wer hat eigentlich diese Sch... CC erfunden? Für die, die Mails gerne zur Sicherheit an alle, fast alle oder so ziemlich jeden schicken, wäre das Experiment sicher ganz hilfreich zu probieren. Wenn ich nämlich jeden im Haus, einen Zettel vorbei bringen muss, überlege ich es mir nochmal wie viele wirklich diese Mail brauchen.  :grmpf:
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Aldawen

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Re: Alex Rühle - Ohne Netz
« Antwort #16 am: 12. September 2010, 09:43:28 »

Wer hat eigentlich diese Sch... CC erfunden?

Och, das gab's doch schon zu Papierzeiten als man noch Durchschläge angefertigt hat. Schließlich bedeutet CC ja Carbon Copy, nur daß heute kaum noch jemand mit Kohlepapier arbeitet  :breitgrins:
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Arjuna

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Re: Alex Rühle - Ohne Netz
« Antwort #17 am: 12. September 2010, 09:46:49 »

Wer hat eigentlich diese Sch... CC erfunden?

Och, das gab's doch schon zu Papierzeiten als man noch Durchschläge angefertigt hat. Schließlich bedeutet CC ja Carbon Copy, nur daß heute kaum noch jemand mit Kohlepapier arbeitet  :breitgrins:

Ja, schon, aber da überlegst Du trotzdem etwas genauer, wie viele Durchschläge notwendig sind.
Ich finde es nur wichtig, sich zu überlegen, muss das wirklich sein.
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Aldawen

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Re: Alex Rühle - Ohne Netz
« Antwort #18 am: 12. September 2010, 09:56:07 »

Stimmt schon. Bei den Durchschlägen war das ganze einfach technisch beschränkt. Viel schlimmer als diese CCs finde ich aber Mailinglisten, wo im Zweifelsfall mal lieber ein größerer als kleinerer Kreis gewählt wird. Darüber bekomme ich viel mehr überflüssiges Zeug als mit einem expliziten CC.
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Arjuna

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Re: Alex Rühle - Ohne Netz
« Antwort #19 am: 12. September 2010, 13:25:46 »

Stimmt, die habe ich jetzt nicht gesondert erwähnt, ich meinte eh generell diese Mails, die eigentlich nicht an einen selbst adressiert sind, wo man aber doch immer drüber lesen muss und sich fragt, betrifft mich das jetzt oder nicht.  :rollen:
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Anja

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Re: Alex Rühle - Ohne Netz
« Antwort #20 am: 02. März 2011, 18:22:35 »

Und hier meine Meinung zum Buch:


Ein Journalist 6 Monate lang ohne Internet – das geht nicht? Alex Rühle, studierter Literaturwissenschaftler und seit 2001 SZ-Redakteur, tritt den Gegenbeweis an. Ein halbes Jahr (von Dezember 2009 bis Mai 2010) verbringt er offline und ohne sein heißgeliebtes Blackberry-Smartphone – einen Monat zuhause, den nächsten wieder in der Redaktion. Von seinen Erlebnissen und Gedanken in dieser Zeit erzählt er in „Ohne Netz“:

In einem wunderbaren, lakonisch-selbstironischen Schreibstil berichtet Rühle von den Reaktionen seiner Umwelt und seinen Schwierigkeiten, in einer digitalen (Arbeits-)Welt analog zu überleben. Von seiner Brieffreundschaft mit einem Gefangenen und der philosophischen Weltsicht seiner Kinder. Und nicht zuletzt davon, wie er in der Matthäus-Passion Wale entdeckte und fast zum Demonstranten in einem Sex-Shop wurde.

Alex Rühle nimmt weder sich noch andere sonderlich ernst, Netz-Fanatiker und Kultur-Pessimisten bekommen gleichermaßen ihr Fett weg und man bekommt zusätzlich einen Einblick hinter die Kulissen einer Zeitungsredaktion. Viele Bücher führt er an, von soziologischen Studien bis zu Thoreaus „Walden“ – meine „Muss ich unbedingt noch lesen!“-Liste hat sich beim Lesen dieses Buches doch um einiges vergrößert.

Mein Fazit: Ich liebe dieses Buch!
 5ratten :tipp:



Linktipp: Der Verlagsblog zur Entstehung von „Ohne Netz“: http://ohne-netz.de/netzstille/
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Impulsee

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Re: Alex Rühle - Ohne Netz
« Antwort #21 am: 27. Mai 2011, 22:37:04 »

Ich habe dieses Buch gerade ausgelesen und finde es sehr gut. Es ist einfach ein Realitätsbericht, der nichts beschönigen will und einfach beschreibt wie es teilweise abläuft. Ich fand es sehr witzig, aber auch nachdenklich geschrieben. Der Schreibstil von Herrn Rühle war mir sehr sympathisch :)
Und Hut ab wenn man das als Journalist schafft.

So ganz hineinversetzen konnte ich mich dann doch nicht, weil ich durchwegs einige Tage ohne Internet aushalte. Aber wenn man wirklich das gewöhnt ist, ist es schon hart und ich denke in der heutigen Zeit fehlt einem das mehr denn je. Interessant ist ja, dass er ja zum Computer konnte - und das Wesentliche ist nicht der Computer an sich, sondern das Internet!! Das denke ich mir bei mir teilweise auch schon öfters... rein zum PC und gleich Internet angeschaltet.
Und gerade in diesem Buch kommen Beispiele vor, an die man gar nicht gedacht hätte. Allein schon das mit dem Mailen, weil es viel lockerer ist als Briefe und schneller geht... und man schon fix ausgeht, dass jeder Mailadresse und Handynr. hat.
Und da kann ein halbes Jahr schon lang werden :)

Tolles Buch!!
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Bettina

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Re: Alex Rühle - Ohne Netz
« Antwort #22 am: 27. Juni 2011, 19:59:01 »

Könnte es sein, dass Tim Bendzko sein Lied passend zu diesem Buch geschrieben hat :gruebel:
Nur noch kurz die Welt retten

Ein Radiosender ließ jüngst mal nachrechnen, wieviele Mails Bendzko in diesem Song noch checken will. Erschreckend viele :breitgrins:
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Impulsee

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Re: Alex Rühle - Ohne Netz
« Antwort #23 am: 27. Juni 2011, 20:55:34 »

Könnte es sein, dass Tim Bendzko sein Lied passend zu diesem Buch geschrieben hat :gruebel:
Nur noch kurz die Welt retten

Ein Radiosender ließ jüngst mal nachrechnen, wieviele Mails Bendzko in diesem Song noch checken will. Erschreckend viele :breitgrins:

Cooles Lied! Aber das einzige was mich da an das Buch erinnert ist das mit den vielen "Mails checken" ;)

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Bettina

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Re: Alex Rühle - Ohne Netz
« Antwort #24 am: 27. Juni 2011, 21:28:30 »

Die Mails auf alle Fälle. Ich sehe noch eine andere Verbindung: Man will nichts verpassen, hält sich für so wichtig, dass man alles mitbekommen muss, dass ohne einen nichts läuft, dass ohne diese permanente Kommunikation und Informationsbeschaffung nichts mehr läuft.

Im Buch merkt Rühle zum Beispiel, dass das Meiste auch ohne die ständige Verkabelung funktioniert. Langsamer, vielleicht umständlicher, aber es funktioniert. Man verpasst nichts. Wie Rühle am Ende sagt: Man verpasst 5644 Mails, aber keine Revolution, nichts weltbewegend Neues. Der Typ im Song denkt, dass er durch die Mails und das Online-Sein irgendetwas Weltbewegendes täte, aber er sitzt derselben Täuschung auf und verpasst es, Zeit mit jemandem zu verbringen, der das fordert und der diese Zeit vermisst.
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Re: Alex Rühle - Ohne Netz
« Antwort #25 am: 26. Januar 2012, 11:03:47 »

Ich lese das Buch nun auch, weil ich selber gerade versuche meine Internetpräsenz ein wenig einzuschränken. Ich bin recht skeptisch an den Bericht heran gegangen, weil ich mir dachte, dass man sich ja schon denken kann, wie es ihm in dem halben Jahr ergeht: Der Job als Journalist wird schwieriger, weil eben nicht jede aktuelle Information sofort abrufbar ist, er wird merken, wie schnell man im Netz mal eben etwas nachschlagen kann, und seien es nur Telefonnummern etc. Und er wird merken, dass er nichts verpasst, wenn er nicht ständig seine Mails checken und beantworten kann.
Auch, wenn das nun wirklich alles so zu sein scheint, bin ich doch positiv überrascht, weil er einige recht interessante Gedanken, Informationen und Studien einflechtet.
Besonders nahe gegangen ist mir sein Interview mit dem Gefängnisinsassen, der sagt, dass der Freiheitsentzug gar nicht so schlimm für ihn ist. Zuvor sei er auch die meiste Zeit alleine in seinem Zimmerchen gewesen, aber das, was ihm richtig zu schaffen macht ist, dass er im Gefängnis keinen PC und kein Smartphone hat. Denn wenn er vorher alleine war, war er doch ständig in Kommunikation mit seinen Facebook-Freunden. Er bekam Entzugserscheinungen wie ein anderer Suchtabhängiger, hatte ständig das Gefühl, dass das Telefon in seiner Tasche vibriert und hörte auch überall sonst das Geräusch seines Telefons: "Und wenn bei einem der Beamten das Handy klingelt - das ist für mich bis heute so, als wenn du einem Alkoholiker auf Entzug sagst, da hinten steht der Bierautomat". Ja,.. ich erkenne mich da wohl wieder. Daher regt die Lektüre, trotz der gewissen Vorhersehbarkeit, zum Nachdenken an.
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Re: Alex Rühle - Ohne Netz
« Antwort #26 am: 26. Januar 2012, 12:58:00 »

Ja, das mit dem Gefängnisinsassen fand ich auch heftig. Da wird deutlich, was für eine Strafe das sein muss, wenn man so von der virtuellen Welt abgeschnitten wird. Wahrscheinlich hätte es schon gereicht, wenn man dem Straftäter nur einen lebenslangen Internet-Entzug aufgebrummt hätte.  :zwinker:  (Natürlich war das ein blöder Scherz. Straftäter sitzen zu Recht.)

Zum Nachdenken war aber auch das Beispiel mit dem kleinen Jungen und seinem Unfall, bei dem Rühle sein Handy natürlich nicht dabei hatte, aber alle anderen drumherum schon.

Ich habe dieses Buch auch gelesen und fand es ziemlich unterhaltsam. Vom Hocker gerissen hat mich da nichts, aber man muss wohl bedenken, dass er zu einer Berufsgruppe gehört, in der es auf Schnelligkeit ankommt. Und ohne Smartphone ist man da heutzutage aufgeschmissen.
Ob dieser Selbstversuch für mich in Frage käme, kann ich nicht sagen. Ich bin keine Internet-, sondern nur LitSchock-Süchtige. Und ein Smartphone besitze ich auch nicht. Insofern kenne ich es gar nicht anders.
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Re: Alex Rühle - Ohne Netz
« Antwort #27 am: 30. Januar 2012, 20:11:18 »

Wahrscheinlich hätte es schon gereicht, wenn man dem Straftäter nur einen lebenslangen Internet-Entzug aufgebrummt hätte.  :zwinker:  (Natürlich war das ein blöder Scherz. Straftäter sitzen zu Recht.)
Anscheinend ist das für einige wirklich der schlimmste Teil der Strafe. Schon heftig.

Das Tagebuch von Alex Rühle hat mich nicht nur gut unterhalten, sondern wirklich ein wenig zum Nachdenken angeregt. In vielem habe ich mich (leider) wiedererkannt, und gerade in der derzeitigen Debatte um die Zensur im Internet fand ich diese Lektüre ziemlich spannend. Am besten hat mir das Gedankenexperiment gefallen, wie es wohl gewesen wäre, wenn es das Internet vor den Büchern gegeben hätte. Wie ein paar Revoluzzer in ihrer Garage damit begannen die Seiten auszudrucken und zusammenzuheften. Dann verloren die Eltern den Zugang zu ihren Kindern, weil diese stundenlang zusammen saßen und Lesemarathons veranstalteten. Und Google kann darüber erst nur lachen.. Herrlich! :breitgrins:

Ich  hatte erst die Befürchtung, dass der Autor zu dem Schluss kommen wird, dass das Internet eigentlich gar nicht so wichtig ist, und man auch alles ohne erledigen kann. Aber er hat nicht nur die Nachteile unserer Netzwelt aufgezeigt, sondern auch die Momente, in denen Internet und Handy durchaus nützlich und hilfreich sind.
Zum Nachdenken war aber auch das Beispiel mit dem kleinen Jungen und seinem Unfall, bei dem Rühle sein Handy natürlich nicht dabei hatte, aber alle anderen drumherum schon.
Da nämlich zum Beispiel. Die Dosierung macht es eben.

Ich musste so manches Mal laut lachen und nehme einige interessante Buchempfehlungen mit, zum Beispiel die Bücher über den "Aussteiger" Henry Thoreau. Hier gibt es einen dicken Pluspunkt von mir, da er am Ende weiterführende Literatur und seine Inspirationsquellen anführt.
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Re: Alex Rühle - Ohne Netz
« Antwort #28 am: 31. Januar 2012, 13:14:39 »

Ich lese das Buch nun auch, weil ich selber gerade versuche meine Internetpräsenz ein wenig einzuschränken.

Dafür ist es gut geeignet. Mir hat es geholfen, für mich herauszufinden, wie viel bzw. wie wenig Internet, Technikgedöns und Kommunikation auf allen Kanälen heutzutage eigentlich nötig ist. :zwinker: Ich glaube, ich sollte das Buch mal für einen Re-Read in Betracht ziehen. Zumindest immer dann, wenn ich's mal wieder zu bunt treibe im Internet. :breitgrins:

Die Dosierung macht es eben.

Das ist wie mit allem. Zu viel ist ungesund. :smile:
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