

Lawrence von Arabien kennt man, wenn auch häufig am ehesten wegen des großartigen Films. „Empire of Sand“ spielt ein paar Jahre bevor Lawrence seinen großen Ruhm erlangte und beschreibt eher, wie sich sein Aufgabengebiet das erste Mal vom Schreibtisch in die Wüste verlagert. Und so wartet man am Anfang darauf, dass er Kairo endlich verlässt und beobachtet interessiert, wie er sich gleichzeitig in die Mentalität der Einheimischen einfühlt und versucht sie zu manipulieren.
Robert Ryan erhebt nicht den Anspruch, den historischen Menschen Lawrence korrekt darzustellen, wie er in seinem Nachwort schreibt, stattdessen hat er sich nur an ihm orientiert und rund um diese teilweise reale, teilweise erdachte Figur einen interessanten und netten Abenteuerroman geschrieben. Als solcher hat mir „Empire of Sand“ sehr gut gefallen, meiner Meinung nach spricht nichts dagegen, das Buch erfolgreich zu verfilmen und ich werde auch mal schauen, was Robert Ryan sonst noch so geschrieben hat.
Lawrence Gegenspieler in diesem Roman ist Wilhelm Wassmuss, ein Deutscher, der eigentlich genau das gleiche versucht hat, was Lawrence später berühmt gemacht hat – arabische Stämme für sein Vaterland einzunehmen und als (Guerilla-) Kriegstruppen einzusetzen. Daran, welcher von beiden berühmt geworden ist, sieht man mal wieder, dass Geschichte immer durch die Sieger geschrieben wird. Schade, dass es kaum Literatur über Wassmuss gibt, das hätte mich durchaus interessiert.
Der Autor empfiehlt in seinem Nachwort einige andere Autoren und Bücher zum Thema Arabien zu Beginn des 20. Jahrhunderts, eines davon, über Gertrude Bell, habe ich hier auch schon rezensiert:
Janet Wallach - Königin der Wüste.
