liest: Cyprian Ekwensi: Den Frieden überleben
Der Roman beginnt in der Endphase des Biafrakrieges. Es wird gemunkelt, Biafra habe kapituliert, die Soldaten wechseln zurück in ihre Zivilkleidung und werfen die Waffen weg (die dann von zukünftigen Banditen gerne aufgesammelt werden), aber Ordnung und Frieden kehren natürlich noch nicht sofort wieder ein. Immer noch sind viele Menschen auf der Flucht, weil sie den Verlautbarungen, die sie im Radio hören, nicht trauen. Lebensmittel sind knapp, aber an völlig überraschenden Orten tauchen dann mal tonnenweise Lebensmittel aus Hilfslieferungen auf. Übergriffe vor allem gegen Frauen sind eine ständige Gefahr. Odugo und Vic, die sich vom Radio her kennen, haben bei Pa Ukoha, einem alten Bekannten Odugos, Unterschlupf gefunden. Benne, die Frau von Pa Ukohas Neffen, läßt sich mit Offizieren der nigerianischen Bundesarmee ein, was zwar die Versorgungslage der Familie verbessert, von Pa Ukoha aber trotzdem mit Unwillen gesehen wird. Jeder überlegt, wo und wie er wohl am besten seine Angehörigen wiederfindet, die er im Krieg aus den Augen verloren hat.
Die Stimmung ist – wenig überraschend – recht düster und bedrückend. Gerade diese Übergangszeit zwischen Krieg und Frieden, diesen Zustand der Gesetzlosigkeit, muß man erst einmal überstehen, das zeigt Ekwensi sehr deutlich an allen Charakteren.