
Inhalt1591. Laurentz ist ein angesehener Hamburger Kaufmann und Ratsherr, Simon evangelischer Bischoff im norwegischen Bergen. Beide sind Milchbrüder und werden nach zehn Jahren wieder aufeinandertreffen, da Simon den Sommer bei seinem Freund verbringen will. Doch kurz nach seiner Ankunft wird er ermordet.
Meine MeinungDas Buch möchte ein historischer Krimi sein, daher gibt es auch direkt zu Anfang eine Leiche. Kurz darauf sogar eine zweite. Wer sich deswegen eine spannende Lektüre verspricht, der sollte zu einem anderen Roman greifen. Die Mörder werden schnell gefasst und bestraft, die Zusammenhänge zwischen beiden Fällen gefunden und die Tathergänge rekonstruiert - und dann folgt der "spannende" Teil, nämlich die Suche nach dem Motiv. Leider wird dies schon verraten, wenn der Leser das erste Mal einen Blick auf den Romantitel wirft...
Einen Krimi wollte ich eh nicht lesen, daher war das kein Problem. Die Hoffnung auf schwankende Schiffsplanken und Pulverrauch habe ich schnell aufgegeben (obwohl dies später eingebaut wird!), bleibt aber noch das historische Hamburg im ausgehenden 16. Jahrhundert, eine interessante Zeit. Frerk hat auch nicht mit historischen Fakten gespart, baut diese allerdings so oberlehrerhaft in Handlung und Gedanken der Protagonisten ein, dass mir alle Neugier verging. Fehlen dürfen natürlich auch die obligatorischen Zufälle nicht, denn warum sollte man sich einen Zaunplatz während der Hinrichtung von Thomas Morus entgehen lassen? Darüber hinaus sind besonders die religiösen Dispute oder das Aufdröseln juristischer Feinheiten ermüdend. Leider verfällt Frerk auch noch zeitweise in einen holprigen Stil mit unnötigen Wiederholungen.
Positiv erwähnt werden muss aber die Aufmachung des Buches: vorne gibt es eine historische Karte von 1589, hinten umfangreiche Erläuterungen, und den Beginn eines jeden Kapitels zieren Abbildungen wie zeitgenössische Holzschnitte oder Kupferstiche. Aber das sind Lorbeeren, die an den Verlag gehen.
Gelesen habe ich das Buch im Rahmen des Monatsprojekts zum Thema "Familienbande", und dort gibt es noch ein paar Eindrücke (
eins-
zwei-
drei-
vier).

Eine Ratte für die Recherche:

.
Viele Grüße
Breña