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Autor Thema: Erich Kästner - Das doppelte Lottchen  (Gelesen 541 mal)

Avila

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Erich Kästner - Das doppelte Lottchen
« am: 18. Juli 2010, 22:40:44 »



Klappentext:
Es ist schon merkwürdig, wenn sich zwei kleine Mädchen, die nichts voneinander wußten, plötzlich in einem Ferienheim gegenüberstehen und feststellen müssen, daß sie sich gleichen wie ien Ei dem anderen. Luise Palfy aus Wien hat zwar lange Locken und Lotte Körner aus München zwei streng geflochtene Zöpfe - das ist abera uch wirklich der einzige Unterschied. Luise und Lotte beschließen, dem Geheimnis ihrer Ähnlichkeit auf den Grund zu gehen: Luise fährt als Lotte nach München zurück und Lotte als Luise nach Wien ...

"Mehr als bei jedem anderen Autor fühlt der Leser bei der Lektüre von Kästners Werken, wie sehr dieser Mann nicht nur Kindern zugetant war, sondern - im wohlverstandenen Sinne - auch wie ein Kind zu denken und zu fühlen verstand. Ein exzellentes Beispiel dafür ist 'Das doppelte Lottchen'."
Deutsche Welle, Köln

Meine Meinung:
Auch mit dem "Doppelten Lottchen" hat Kästner mal wieder ein Meisterwerk der Kinderliteratur geschrieben. Die Verwechslungsgeschichten gibt es häufig, aber so niedlich wie Kästner sie für Kinder hier niedergeschrieben hat, ist kaum eine. Ich habe als Kind schon die Verfilmung "Charlie und Louise" geliebt und das Buch hier ist genauso toll, wenn nicht sogar noch viel besser. ;)
Kästners Schreibstil ist kindgerecht, aber trotzdem auch für Erwachsene nicht langweilig oder nervig-kindlich. Besonders mag ich noch die alten Wörter, die zu Kästners Zeiten üblich waren, wie zB "Watschen". Für mich nicht nur interessant, sondern auch wichtig. Klar wandelt sich Sprache auch und vor diesem Wandel sollte man sich nicht verstecken, aber trotzdem finde ich den Erhalt von Sprache, auch sei sie veraltet, dennoch wichtig.
Die beiden Charaktere von Lotte und Luise sind toll. Beide so unterschiedlich, aber dennoch wertvoll. Und genauso wird es auch von Kästner beschrieben. Zwar ist Lotte vorbildlich, kocht gut und fleißig in der Schule, aber auch Luise, das etwas quirligere Mädchen, dass ein wenig fauler ist, ist mit ihrer lebensfrohen Art unglaublich wertvoll. Kästner zeigt hier sehr gut, dass jedes Kind, egal welche Charaktereigenschaften es nun prägt, sehr wichtig ist. Das gefällt mir sehr gut. :)

Für mich kriegt das Buch auf jeden Fall verdiente
5ratten .
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Arjuna

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Re: Erich Kästner - Das doppelte Lottchen
« Antwort #1 am: 18. Juli 2010, 23:05:53 »

Besonders mag ich noch die alten Wörter, die zu Kästners Zeiten üblich waren, wie zB "Watschen". Für mich nicht nur interessant, sondern auch wichtig. Klar wandelt sich Sprache auch und vor diesem Wandel sollte man sich nicht verstecken, aber trotzdem finde ich den Erhalt von Sprache, auch sei sie veraltet, dennoch wichtig.

Also bei uns ist das Wort durchaus geläufig.  :winken:

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Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.
Jean Anouilh

Avila

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Re: Erich Kästner - Das doppelte Lottchen
« Antwort #2 am: 18. Juli 2010, 23:21:57 »

Wo kommst du denn her?
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Arjuna

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Re: Erich Kästner - Das doppelte Lottchen
« Antwort #3 am: 18. Juli 2010, 23:41:16 »

Österreich, ist aber vielleicht in Bayern auch ein gebräuchlicher Begriff, könnte ich mir vorstellen.
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Avila

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Re: Erich Kästner - Das doppelte Lottchen
« Antwort #4 am: 19. Juli 2010, 00:01:22 »

Ja, aber das könnte auch so passen, weil Luise und ihr Vater in Wien wohnen, also von daher könnte es auch wirklich Dialekt sein, was Kästner hier verwendet. Ich glaube, eine ähnliche Diskussion hatten wir schon mal bei der LR zu "Die Bücherdiebin".  :breitgrins:
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SheRaven

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Re: Erich Kästner - Das doppelte Lottchen
« Antwort #5 am: 19. Juli 2010, 10:54:36 »

"Das doppelte Lottchen" habe ich schon als Kind sehr geliebt und oft gelesen. Vor ein paar Monaten hatte ich das Buch nach vielen Jahren noch einmal zur Hand genommen und es hatte für mich nichts von seinem Zauber eingebüßt. Ich kicherte an den selben Stellen wie vor 35 Jahren und wurde traurig an den selben Stellen.
Ich hoffe, dass auch die heutigen Kinder viel Spaß an dem Buch haben werden - ich glaube, "Das doppelte Lottchen" ist relativ zeitlos.

Zu den Watschen:
Dieser Begriff ist im Süden unseres Landes gebräuchlich, soweit ich weiß auch heute noch.
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Liebe Grüße
SheRaven

bella*

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Re: Erich Kästner - Das doppelte Lottchen
« Antwort #6 am: 19. Juli 2010, 10:56:41 »

Zu den Watschen:
Dieser Begriff ist im Süden unseres Landes gebräuchlich, soweit ich weiß auch heute noch.

Ich werde mal meine bayrischen Freundinnen fragen, die müssen das ja wissen! ;)
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mondy

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Re: Erich Kästner - Das doppelte Lottchen
« Antwort #7 am: 19. Juli 2010, 17:18:13 »

Hm, ich komme zwar aus Franken, aber das Wort "Watschen" ist hier durchaus geläufig. :zwinker: Ich kenns zumindest und das will was heißen, wo ich doch weder "Straßenstickl" noch "Nachtgiecher" kenne. Also muss es geläufig sein.
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Avila

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Re: Erich Kästner - Das doppelte Lottchen
« Antwort #8 am: 19. Juli 2010, 17:20:07 »

Ich seh schon, nur weil es das Wort im Rheinland nicht gibt, sollte ich nicht darauf schließen, dass es auch im Rest des Landes nicht gebräuchlich ist.  :breitgrins: Immer wusste ich, was "watschen" bedeutet, auch wenn es hier einfach niemand sagen würde. ;)
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Valentine

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Re: Erich Kästner - Das doppelte Lottchen
« Antwort #9 am: 20. Juli 2010, 09:30:41 »

In der Variante "Watsche" (mit kurz gesprochenem a) gibt's das auch bei uns.
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The best piety is to enjoy--when you can. You are doing the most then to save the earth's character as an agreeable planet. And enjoyment radiates. It is of no use to try and take care of all the world; that is being taken care of when you feel delight--in art or in anything else. Would you turn all the youth of the world into a tragic chorus, wailing and moralising over misery?
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bella*

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Re: Erich Kästner - Das doppelte Lottchen
« Antwort #10 am: 20. Juli 2010, 12:02:53 »

Soo, meine bayrischen Freundinnen haben es mir bestätigt. :) Watschen kennen sie auch und sie waren sehr irritiert, dass ich es mal wieder nicht kenne *haha*
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Mira

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Re: Erich Kästner - Das doppelte Lottchen
« Antwort #11 am: 20. Juli 2010, 12:19:23 »

Das doppelte Lottchen war ziemlich das erste Buch, das ich von Kästner gelesen habe. Ich fand es total herrlich und wäre am liebsten mit dabei gewesen. Den Film fand ich genauso klasse. Das konservative Frauenbild ist mir als Kind nie aufgefallen.

"Watschen" kenne ich zwar auch, aber besonders gebräuchlich ist es bei uns (in Baden-Württembertg) nicht wirklich, denke ich. Was ich anfangs nie verstanden habe (zumindest im Film, im Buch kann ich mich nicht erinnern) waren Palatschinken. Da musste ich immer an richtigen Schinken denken und da ich den als Kind auch nicht mochte, konnte ich gut mit Luise alias Lotte mitleiden ;)
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In an age when growing numbers of people tend to think dangerously alike, art's capacity to suspend, even for a moment, our habitual ways of seeing may well prove to be of its greatest value.