Ein Kapitel, das mir ziemlich gut gefallen hat, weil differenziert argumentiert wird. Wie auch in deinem Beitrag zu sehen ist, foenig: Es gibt kein einfaches Richtig oder Falsch.
Das gefällt mir momentan auch sehr gut! Precht erhebt nicht den Zeigefinger und sagt wie wir leben sollen, damit wir alle besser Menschen sind, sondern er stellt beide Seiten dar und am Ende muss sich jeder selbst entscheiden, schließlich muss man seine Entscheidung auch nur vor sich selbst rechtfertigen.
Der Affe im Kulturwald - Wie sollen wir mit Menschenaffen umgehen?Hier fällt mir erstmal ein Kommentar von Precht zu Singer ein. Er hat, ich glaube schon im Abtreibungskapitel, davon gesprochen, dass Singer gerade bei den Sonderpädagogen ein rotes Tuch ist, weil er die Tiere mit den Menschen mit Behinderung gleichstellt. So ungefähr wurde es gesagt, aber ich bin mir nicht mehr ganz so sicher. Jedenfalls sagt Precht, dass Singer nicht die Würde oder Rechte der Menschen mit Behinderung herabsetzen wollte, sondern die Tierrechte erhöhen wollte. Da sieht man mal wieder wie man mißverstanden werden kann, wenn man nur einzelne Aussagen kennt und nicht den kompletten Zusammenhang. Aber wahrscheinlich hat sich, wenn Precht recht hat, Singer auch sehr unglücklich ausgedrückt. Ansonsten würde so ein Mißverständniss doch erst gar nicht entstehen.
Ich bin fasziniert, wie schlau Affen sind. Ich habe mich aber ehrlich gesagt auch noch nicht besonders mit diesem Thema befasst. Mir war schon bewusst, dass Affen (am Menschen gemessen) intelligente Tiere sind, aber die Beispiele haben mich doch sehr erstaunt.
Ich habe mich aber auch gefragt, was uns diese Intelligenztest sagen. Die Test sind von Menschen gemacht und so gut er sich versucht in das Tier hineinzuversetzen, ich glaube trotzdem, dass man menschliche Intelligens testet und nicht die wahre Intelligenz des Tieres. Schließlich müssen diese Tiere mit ganz anderen Lebensumständen umgehen können.
Ich finde, um zum Thema zurückzukehren, nicht jeder Zweck heiligt die Mittel und daher bin ich vehement gegen Tierversuche an Menschenaffen. Schließlich kann man eindeutig erkennen, dass diese Tiere dabei leiden!
Die Qual der Wale - Warum sollen wir die Natur schützen?Interessant fand ich die Argumentation, dass schon bevor es den Menschen gab Tier- und Pflanzenarten ausgestorben sind. Also könnte man den Menschen auch als riesige Katastrophe für die Erde sehen von der sie sich längerfristig aber erholen wird.
Ich habe eine ganz einfache und egoistische Haltung zum Naturschutz. Ich bin dafür, weil ich den Nutzen für die Menschen darin sehe. Ich denke, dass das Leben viel lebenswerter ist mit einer großen Artenvielfalt und vorallem mit Natur um mich herum.
Ansichten eines Klons - Darf man Menschen kopieren?Sehr schön hat mir hier gefallen, dass Precht das Thema des Geldes miteinfließen lässt. Denn ich finde, dass Geld einen entscheidenen Faktor in vielen Ethikfragen spielt! Denn das Forschung viel Geld kostet, dürfte jeden klar sein. Aber ob man sich immer bewusst ist, dass man indem man ein Projekt unterstützt sich auch gleichzeitig gegen ein anderes stellt. Schön wäre es, wenn man sich gar nicht entscheiden müsste, aber so ist es nun mal nicht. Ich hoffe, dass die adulte Stammzellforschung bald von Erfolgen berichten kann. Scheinbar sind sie ja nicht mehr weit davon entfernt...
Kinder von der Stange - Wohin führt die Reproduktionsmedizin?Spontan, ohne das Kapitel zu lesen, hätte ich klar dazu Nein gesagt. Schließlich ist es ein großer Unterschied, ob ich ein Kind in diese Welt setze oder mir ein Auto kaufe und entscheiden kann, wie es sein soll.
Nach der Lektüre bin ich immer noch dieser Meinung, aber schon abgeschwächter. Ich kann verstehen, dass ein Paar ein Mädchen möchte, wenn bei Jungen ein hohes Risiko an der Bluterkrankheit zu leiden vorhanden ist. Wenn es medizinische Gründe gibt, würde ich auch diese Art der Vorauswahl befürworten. Aber wenn man einmal damit anfängt, ist es schwer eine klare Linie zu ziehen, was moralisch vertretbar ist und was nicht.
Ich kann sogar das schottische Paar verstehen, das eine Tochter verloren hat und nun sicher gehen möchte, dass es erneut eine Tochter bekommt. Trotzdem bin ich in diesem Fall absolut gegen eine Vorauswahl. Das würde die Grenzen zum "Bauen" des Wunschbabys aufweichen.
Selbst bei den medizinischen Gründen bin ich skeptisch. Schließlich kann man behinderte Babys bis kurz vor der Geburt noch abtreiben. Aber da kommt man meiner Meinung nach schnell zu einer Entscheidung über lebenswertes und lebensunwertes Leben. Aber wer gibt den Eltern das Recht zu bestimmen, das bei behinderten Menschen das Leben nicht so viel Wert sei!
Auch hier ist wieder Geld das Thema! Ich habe Comhaires Aussage (S. 251) nicht verstanden, dass der hohe Preis für die Geschlechtsauswahl bei der Moral hilft. Warum? Weil es sehr teuer ist, können es sich nur wenige Paare leisten. Aber diese Tatsache hilft meiner Meinung überhaupt nicht bei der moralischen Frage. Es wirft viel mehr noch mehr Fragen auf. Schließlich könnte sich die Welt somit noch mehr in Arm und Reich spalten, ohne dass es eine Mittelschicht gibt und ohne Möglichkeiten sich hoch zu arbeiten.
Die Brücke ins Geisterreich - Was darf die Hirnforschung?Hier bin ich erstmal fasziniert, was wohl alles demnächst möglich sein kann. Für den Kampf gegen Krankheiten sehe ich viel positives Potenzial in der Hirnforschung. Interessant wird wohl der Umgang mit dem sogenannten "Hirndoping" sein. Für mich ist das ganze zum Glück noch sehr abstrakt, aber ich befürchte, dass es bald Realität ist. Aber ich mache mir auch Sorgen wie das menschliche Gehirn mit diesem Doping umgeht.
Grüße foenig