So, nachdem wir uns hier ausführlich über die tolle Stimme des Autors ausgelassen haben, hier meine Rezi zum Buch:
Willkommen auf Domarö
Es ist ein Ort, den Sie auf keiner Seekarte finden werden, es sei denn, Sie schauen ganz genau hin. Die Insel liegt gut zwei Seemeilen östlich von Refsnäs in den südlichen Schären der Roslagen genannten Landschaft nördlich von Stockholm, in der Nähe des Festlands, weit entfernt von den Inseln Söderarm und Tjärven am Rande des offenen Meeres.
Sie müssen ein paar Inseln wegnehmen, leere Wasserflächen zwischen ihnen schaffen, um Domarö entdecken zu können. Dann werden Sie auch den Leuchtturm auf Gåvasten und all die anderen Landmarken sehen, die in dieser Geschichte auftauchen.
Auf dieser Insel verschwindet eines kalten Wintertages ein kleines Mädchen auf der freien Eisfläche vor dem Leuchtturm. Als ihr Vater Anders zwei Jahre später auf die Insel zurückkehrt, um dort sein aus den Fugen geratenes Leben wieder in den Griff zu bekommen, beginnt für ihn eine eindringliche Reise, die auch den Zuschauer/Leser zeitweise schlecht schlafen lässt.
Es ist kein klassischer Horrorroman mit viel Blut und Schockeffekten, dafür aber umso subtiler. Die Unterschwelligen Andeutungen und lange unerklärten Ereignisse sind es, die den Horror in diesem Buch ausmachen. Hinzu kommt die intensive emotionale „Reise“, die Anders durchmacht. Aber nicht nur Anders, sondern auch diverse andere Bewohner der Insel erleben Eindringliches. Sie alle werden ausführlich beschrieben und ihre Geschichten malerisch und doch lebensecht geschildert. Man nimmt es ihm einfach ab. Man glaubt es. Alles, sei es noch so absurd, wirkt, als hätte es wirklich passieren können. John Ajvide Lindqvist ist ein Meister der Verwebungen von Fantasie und Realität.
Fantasie ist ein gutes Stichwort, denn vor allem gegen den Schluss hat das Buch durchaus fantastische Elemente. Dies tut der Faszination aber keinen Abbruch, im Gegenteil; Ajvide Lindqvist schildert das alles mit einer solchen Vorstellungskraft, dass es mir leicht gefallen ist, mir die teilweise wirklich sehr unwahrscheinlichen Bilder vorzustellen.
Der Schluss fegt auch gleich alle Fragezeichen weg. All die Dinge, die während dem ganzen Buch nicht erklärt werden und von denen man sich fragt, was sie sollen, werden am Schluss deutlich. Ich könnte es jemandem, der mich danach fragte, nicht erklären. Aber ich weiss, was er sagen will. Und das macht meiner Meinung nach auch einen Teil von Ajvide Lindqvists Meisterhaftigkeit aus. Nur eine Frage, bleibt nämlich
warum das alles überhaupt passiert/existiert.
Aber da es ohne das Buch nicht geben würde, braucht dies nicht beantwortet zu werden.
Ich kann nur

und einen

für dieses Buch geben.
Es mag nicht ganz objektiv erscheinen, aber Schwachstelle habe ich tatsächlich keine einzige gefunden. Ich konnte es kaum noch aus der Hand legen und war zu keinem Zeitpunkt genervt – höchstens erschöpft von der Intensität.