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Autor Thema: Kari Köster-Lösche – Das Deichopfer  (Gelesen 174 mal)

Aldawen

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Kari Köster-Lösche – Das Deichopfer
« am: 27. Juni 2010, 17:08:03 »



Inhalt: Pech für den Bauern Claus Clausen: Weil er sein Deichstück nicht in Ordnung gehalten hat, wird er vom Deichrichter enteignet. Wütend auf alles, was „die Obrigkeit“ darstellt und besonders auf den Deichgrafen Eckermann, begeht er die schlimmste Tat, die vorstellbar ist: In der Nähe des Eckermann'schen Haubargs durchsticht er eines Nachts den Deich, nur weil der erste Herbststurm recht schwach ausfällt, sind die Schäden noch begrenzt. Dem Deichgrafen kommt diese Tat allerdings sehr gelegen, denn der junge Deichbauer Bahne Andresen liegt ihm beim aktuellen Deichbauprojekt ständig damit in den Ohren, daß die alte Bauweise schlecht sei und will andere, flacher geneigte Deiche bauen. Wütend hat Eckermann Bahne entlassen und sieht nun eine gute Gelegenheit, ihn endgültig loszuwerden. Denn Deichbeschädigung wird mit Tod auf dem Scheiterhaufen bestraft. Eckermanns Tochter Gotje allerdings glaubt nicht an Bahnes Schuld und tut alles um ihm zu helfen. Als dann aber ein Spökenkieker auch noch Unheil und einen Deichbruch vorhersieht, wenn der neue Deich nicht ein Deichopfer erhält, fürchtet Bahne um sein Leben und flieht. Aber er kehrt bals zurück, um seine Unschuld zu beweisen, nur ist der Deichrichter eher geneigt, dem Deichgrafen als ihm zu glauben ...


Meine Meinung: Komplexe Charaktere gibt es hier nicht, und angesichts von nicht einmal 150 Seiten sind natürlich auch keine ausgeprägten Entwicklungen in ihnen möglich. Als Leser weiß man, daß Bahne unschuldig ist, und man ahnt, daß es am Ende auch bewiesen werden wird. Der Deichgraf ist von Beginn an ein bei allen unbeliebtes Ekelpaket und auch diese Einschätzung kann man von Beginn an nur teilen. Die Handlung ist kurz und knackig erzählt, keine weitschweifigen Beschreibungen lenken von den Verwicklungen und den Bedrohungen Bahnes ab. In den Verlauf ganz schön eingebunden sind die Hinweise auf Deichrecht und Deichbau. Wer Storms Der Schimmelreiter kennt, wird hier ein paar Déjà-vu-Effekte haben: Bahne will wie Hauke Haien die Deiche anders und mit flacher geneigtem Profil zur See hin bauen, um Unterspülungen zu verhindern. So wie Hauke die Deichgrafentochter Elke Volkerts heiratet, so ist Bahne in die Deichgrafentochter Gotje verliebt. Und auch die Bewährungsprobe beider Deiche fällt ähnlich aus. Trotz dieser Parallelen ist es aber natürlich eine andere Geschichte, die sich als nette kleine Zwischendurch-Lektüre einschieben läßt, aber wohl nicht dauerhaft im Gedächtnis bleiben wird.

 3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

Schönen Gruß,
Aldawen
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Kinywa ni jumba la maneno.
Der Mund ist der Palast der Worte. – Sprichwort aus Ostafrika