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Autor Thema: Leonie Swann - Garou. Ein Schaf-Thriller  (Gelesen 1312 mal)

kat

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Re: Leonie Swann - Garou. Ein Schaf-Thriller
« Antwort #15 am: 05. Oktober 2010, 20:57:51 »

Ich hab das Buch vor ca. drei Wochen gelesen und kann mich jetzt schon nicht mehr erinnern, wer der Mörder ist. Nicht, dass mich der Kriminalfall besonders interessiert hätte, schließlich las ich das Buch ja in erster Linie wegen der Schafe. Aber die menschlichen Charaktere sind mir einfach viel zu wenig ausgearbeitet, ich habe sie dauern verwechselt. Die Schafe fand ich nach wie vor süß, obwohl sie mir manchmal schon eine Spur zu blöd waren. :breitgrins: Dafür waren die Ziegen eine echte Bereicherung, sehr clever und lustig. :zwinker:
Insgesamt kommt Garou für mich nicht an Glennkill heran, aber das könnte natürlich auch am Abnutzungseffekt liegen (ich weiß schon, warum ich keine Reihen lese...)

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Miramis

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Re: Leonie Swann - Garou. Ein Schaf-Thriller
« Antwort #16 am: 06. März 2011, 13:43:07 »

Meine Meinung:

Ich gehöre zu der Fraktion der Begeisterten, mir hat Garou mindestens genauso viel Spaß gemacht wie Glennkill und ich finde, Leonie Swann hat die zweite Geschichte um die Schafherde mit ebenso viel Witz und Esprit hinbekommen.

Die Schafe sind von Irland nach Frankreich ausgewandert und haben dort eine Wiese in Beschlag genommen, in unmittelbarer Nähe eines Schloßes und eines Waldes. Kein Wunder, dass es da einigermaßen gruselig zugeht, soll doch ein Werwolf schon seit längerem sein Unwesen treiben...

Sehr schön, wie sich die Botschaft allmählich bei den Schafen herumspricht und wie das geheimnisvolle Wesen in ihrem Bewusstsein Gestalt annimmt. Auch der eine oder andere Abschnitt aus Sicht des Garou trägt dazu bei, dass die Handlung sich weitaus unheimlicher anfühlt als im Vorgängerband - mehr Horror als Thriller.

Die Schafe ziehen ihre eigene Schlüsse aus allem, was sie an Information so aufnehmen und dabei kommen oft die kuriosesten Ansichten heraus - sehr originell ausgedacht, ein echter Schmunzelfaktor, diese schlauen Schafe. Dabei ist neben dem kollektiven Herdenbewusstsein, das sich durch die Zeilen durch immer spüren lässt, jedes Schaf individuell gezeichnet. Das fand ich sehr gelungen und die Schafe nehmen damit einen sehr viel breiteren Raum ein, als dies ihre Mitgeschöpfe tun. Ganz logisch, dass Menschen und auch die benachbarten Ziegen etwas in den Hintergrund rücken. Rebecca, die neue Schäferin der Herde, ist mir trotzdem sehr ans Herz gewachsen; wie sie sich um ihre Tiere kümmert und sich nebenbei auch noch mit einer nervtötenden Mutter herumschlagen muss, das macht sie sympathisch und ich hatte das Gefühl, die Schafe sind bei ihr in den richtigen Händen.

Die Handlung selbst hat einige verwirrende Momente, und erst am Schluss kommt etwas Klarheit in die Abläufe. Mir persönlich hat das nichts ausgemacht, denn für die Schafe müssen die ganzen Vorgänge ja tatsächlich undurchschaubar sein, und so hatte ich als Leser quasi das authentische Schafsgefühl. Eingefleischte Krimi- und Thrillerleser könnten da allerdings das eine oder andere Fragezeichen hinter die Geschichte setzen, denn der Spannungsbogen geht zwischendurch schon ein wenig verloren, wenn die Schafe wieder mal eine ihrer kurios-grotesken Ideen in die Tat umsetzen und es sich letztendlich als Sackgasse erweist.

Sprachlich hat Leonie Swann meinen Lesenerv getroffen; der Roman lässt sich flüssig weglesen und trifft immer den richtigen Ton. Mal poetisch, mal kurz und bündig, so spiegelt der ausgefeilte Schreibstil auch die Geschehnisse. Eine kleine Überraschung war für mich das lustige Schaf-Daumenkino, das ich erst sehr spät entdeckt habe - eine tolle Idee, die mir ein kleines Dankeschön an den Verlag wert ist.

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:lesen: Kai Meyer - Die Gebannte

stefanie_j_h

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Re: Leonie Swann - Garou. Ein Schaf-Thriller
« Antwort #17 am: 21. Juni 2011, 12:35:39 »

Die Schafe sind wieder da! Schon lange habe ich mich nicht mehr so über eine Neuerscheinung gefreut wie über Garou. Und dank meines lieben Freundes konnte ich das Buch auch kurz nach dem Erscheinungstag schon in Händen halten. Warum es jetzt fast ein Jahr gedauert hat, bis ich es gelesen habe, weiß ich selbst nicht so genau. Vielleicht einfach, weil ich die Vorfreude noch ein bisschen genießen wollte.

Alle Schafe aus Glenkill sind auch hier wieder dabei, sie sind mit ihrer neuen Schäferin Rebecca nach Frankreich gezogen und haben sich dort schon ganz gut eingelebt, auch wenn sie überzeugt sind, nicht in dem Frankreich gelandet zu sein, von dem ihnen der Schäfer George immer vorgeschwärmt hat. Und als noch ein totes Reh und Gerüchte über den gefährlichen Garou auftauchen, würden die Schafe doch lieber wieder zurück in ihr gewohntes Irland. Doch da dies nicht möglich ist, nehmen sie die Sache mal wieder selbst in die Hand.

Die neuen Nachbarn der Schafe - die Ziegen - sorgen für etwas "frischen" Wind und sind durch ihre verrückte Art durchaus unterhaltsam.So kann diese Idee, die nach Glenkill ja nicht mehr so neu ist, das ganze Geschehen aus Sicht der Tiere zu erzähen, auch noch dieser Fortsetzung standhalten. Witzige Situationen, die daraus entstehen, dass die Schafe einfach nicht alles verstehen, was die Menschen so von sich geben, sind wieder zahlreich vertreten und auch gut gelungen.

Der Fall rund um den Garou ist eher verwirrend, was für mich daran liegt, dass ich die einzelnen Menschen und ihre Motive nur schlecht auseinanderhalten konnte. Das Personenverzeichnis ist da zwar durchaus hilfreich, aber ich habe beim Lesen meistens keine Lust ständig hin- und herzublättern. Bei Glenkill ging es mir schon ähnlich, den Kriminalfall um Georges Tod fand ich eher langweilig, aber der Charme der Schafe macht dies wieder wett.

Mein besonderer Liebling war in diesem Buch das Winterlamm, das darauf wartet, endlich einen Namen zu bekommen und ein bisschen aus den Schaf-Konventionen ausbricht. Aber auch alle anderen Schafe sind liebevoll charakterisiert und haben ihre Eigenheiten, durch die sie sich einen festen Platz im Leserherz erkämpfen. Ich hoffe, dass dies nicht das letzte Buch über Mopple the Whale, Sir Ritchfield & Co. war.
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Bluebell

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Re: Leonie Swann - Garou. Ein Schaf-Thriller
« Antwort #18 am: 30. August 2011, 00:12:24 »

Der Inhalt von Garou wurde weiter oben ja schon beschrieben, und ich teile auch viele Leseeindrücke mit meinen Vorrednerinnen.

Zuerst einmal natürlich große Freude - hurra, ein Wiedersehen mit der schrulligen Schafstruppe! :klatschen: Die Viecher sind so liebenswert (und doof) wie eh und je, und wie schon in Glennkill fand ich es äußerst unterhaltsam, was für abstruse Schlüsse sie ziehen und zu welch abgefahrenen Aktionen das führt.

Für zusätzlichen Pep sorgt die Ziegenherde von der Nachbarweide - die Ziegen sind etwas raffinierter als die Schafe, aber dabei wandeln sie immer haarscharf am Abgrund des Wahnsinns. Obwohl sich die beiden Herden in mancher Hinsicht gar nicht mal so unähnlich sind, wirken die Schafe im direkten Vergleich mit den Ziegen noch naiver, aber auch bodenständiger. Dafür bringen die Ziegen etwas Philosophie und Poesie und ganz viel Verrücktheit in die Geschichte.

Die menschlichen Figuren konnte ich hingegen kaum auseinanderhalten. Dementsprechend distanziert habe ich auch den Kriminalfall verfolgt - der zugrundeliegende Plot lieferte zwar schon einiges zum Herumrätseln, aber für richtiges Mittüfteln und Hypothesen aufstellen blieben mir die meisten Menschen zu fremd.

Und ich muss zugeben, dass das Buch im Laufe der Lesezeit für mich nachgelassen hat - während es mir zuerst herrlich gefallen hat und ich mir schon sicher war, dass es sich von vorne bis hinten um genau so ein "Wohlfühlbuch" wie Glennkill handelt, fand ich es zum Ende hin dann doch immer anstrengender (eigentlich umso mehr, je mehr Raum die Autorin den Menschen gegeben hat, fällt mir gerade auf).

So muss ich zwar eine Ratte abziehen, aber der Gesamteindruck ist auch jetzt nach mehr als 2 Wochen noch überwiegend positiv und ich werde sicher auch beim 3. Teil zuschlagen, so denn einer geplant ist.  :smile:

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odenwaldcollies

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Re: Leonie Swann - Garou. Ein Schaf-Thriller
« Antwort #19 am: 05. Dezember 2011, 14:52:26 »

Ich liebe sie, die Schafe von Glennkill  :breitgrins: 

Wie schon das erste Buch, hat mir auch der zweite Roman gut gefallen - die wollige Herde ist einfach zum Knutschen. Grinsen mußte ich ja über die Ansicht der Schafe, daß Ziegen etwas verrückt sind: mein Collie-Rüde ist da ganz ihrer Meinung  :breitgrins:

Die einzelnen Schafe mit ihren Schwächen und Stärken sind einfach wieder liebevoll gezeichnet. Die Handlung ist kurzweilig, mitunter auch etwas gruselig.
Nur bei den einzelnen Menschen bin ich nicht immer so ganz mitgekommen, wer wer ist. Dafür wird mir die Mama, die ich anfangs etwas nervig fand, mit der Zeit immer symphatischer.

Gut gefallen haben mir auch die diversen Wortspiele, wie die Frage "Geht ihr Fenster auf die Weide hinaus?", deren bejahende Antwort die Schafe als Lüge ansehen, da sie noch niemals ein Fenster bei sich auf der Weide gehen gesehen haben  :breitgrins:

Ich hoffe auch, daß es noch einen dritten Teil mit diesen wollensstarken Schafen geben wird - und bis dahin werde ich die Schafherde meines Nachbarn mal wieder mit ganz anderen Augen sehen.

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kleinerHase

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Re: Leonie Swann - Garou. Ein Schaf-Thriller
« Antwort #20 am: 05. Dezember 2011, 21:10:30 »

Eines meiner Lieblingsbücher!  :klatschen:
Schon sehr kreativ, Schafe als Ermittler auftreten zu lassen und dann auch noch auf so geniale Weise!
Finde es äußerst charmant, wie jedes Schaf seine Eigenart hat und diese auch auslebt, habe wirklich das ein oder andere Mal gelacht beim Lesen und empfehle dieses Buch wirklich jedem!
Hoffe auch, dass es einen dritten Teil geben wird  :smile:

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