C. J. Sansom – Pforte der VerdammnisÜbersetzerin: Irmengard Gabler

Inhaltsangabe:Der Anwalt Matthew Shardlake wird von seinem Gönner, dem Lordkanzler und Reformator Thomas Cromwell ins Kloster Scarnsea geschickt, denn dort wurde einer der Kommissare, welche die Klöster inspizieren sollen, ermordet. Matthew und sein Gehilfe Mark reisen nach Scarnsea und nehmen ihre Ermittlungen auf, die sich jedoch als sehr schwierig erweisen. Denn die Reformation hat in England schon tiefe Spuren hinterlassen und die Mönche, die Angst davor haben, dass auch ihr Kloster aufgelöst werden soll, stehen Shardlake feindselig gegenüber und zeigen sich sehr verschwiegen. Als noch eine weitere Leiche gefunden wird, muss sich Matthew Shardlake beeilen, denn sein Schicksal hängt zu einem großen Teil von dem Erfolg seines Auftrages und der Zufriedenheit Thomas Cromwells ab ...
Die Geschichte spielt im Jahr 1537 in England.
Bisher umfasst die Reihe um Matthew Shardlake vier Bücher:
Band 2: Feuer der VergeltungBand 3: Der Anwalt des Königs
Band 4: Das Buch des Teufels
Der erste Satz:„Ich weilte im Auftrag Lord Cromwells in Surrey, als mich der Ruf ereilte.“
Meine Meinung zum Buch:Schon wieder eine neue Krimireihe, die ich weiterlesen muss.

England zur Zeit der Tudors interessiert mich immer, also musste ich nicht lange überlegen, ob ich dieses Buch lesen möchte, als es hier im Forum besprochen wurde. Und es hat sich wirklich gelohnt.
Matthew Shardlake ist kein klassischer Krimiheld. Er hat einen Buckel, kann sich schlecht bewegen und ist weder schlagfertig noch witzig. Er macht seinen Job, weil er es tun muss – egal, ob er persönlich dahinter steht. Und gerade das macht das Buch zu etwas Besonderem, denn die Figur des Matthew Shardlake ist glaubwürdig. Ich habe ihm sowohl sein Pflichtbewusstsein als auch seine Zweifel an seiner Mission, und wie er mit ihnen umgeht, abgenommen.
Die Geschichte ist gut und spannend aufgebaut, es gibt keine schnellen Actionszenen. Dadurch wird das Lesen zu einem langsameren Genuss, was ich sehr mochte. Ich habe nichts gegen Action und Thrill, aber hier passte das Fehlen davon einfach perfekt zum Buch. Wenn Shardlake plötzlich angefangen hätte, mit einem Schwert um sich zu hauen wie ein junger Soldat, wäre das eher unglaubwürdig gewesen.
Vom Stil her ist das Buch gut zu lesen. Die Geschichte ist aus der Sicht Matthew Shardlakes erzählt und der Autor hat seiner Figur eine sehr schöne Stimme gegeben. Auch hier wieder passt die Stimme eines älteren, oft enttäuschten Mannes sehr gut zur Figur.
Leider spielt die Geschichte fast die ganze Zeit über im Kloster Scarnsea. Ich hätte es gerne gesehen, wenn etwas mehr „Land und Leute“ gezeigt worden wären. Interessant war die Beschreibung des Klosterlebens und die Dispute trotzdem.
Ein bisschen schade fand ich, dass der Gehilfe Mark Poer am Ende des Buches aus der Geschichte verschwindet. Ich hätte ihn gerne in einer Fortsetzung wiedergesehen. Aber so wird sich Shardlake wohl einen anderen Gehilfen suchen müssen. Aber vielleicht taucht Mark ja wieder auf?
Meine Bewertung:

Viele Grüße von Annabas
