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Autor Thema: Cyprian Norwid - Das Geheimnis des Lord Singelworth  (Gelesen 324 mal)

Bettina

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Cyprian Norwid - Das Geheimnis des Lord Singelworth
« am: 23. Mai 2010, 21:01:07 »



Kurzbeschreibung
Lord Singelworth erregt Aufsehen in Venedig, da er permanent mit einem Heissluftballon unterwegs ist. Nun kursieren zahllose Gerüchte, warum der Lord einem so ungewöhnlichen Zeitvertreib frönt. Bis einige Herren um den tatsächlichen Grund wetten und beim Lord vorsprechen. Doch der Lord bestätigt keine der wettenden Parteien, sondern trumpft mit einer ganz neuen Schrulle auf.

Meine Eindrücke
Diese Novellen von Cyprian Norwid waren ein Zufallsfund aus einer Kiste, die längere Zeit ungeöffnet bei mir stand. Beim Durchforsten fiel mir der Band auf, weil der Autor Pole war und ich einen Repräsentanten für meine literarische Weltreise brauchte. Kurzerhand sollte das also Norwid sein. Doch nur wenige Seiten nach Lektürebeginn wollte ich schon nicht mehr. Die ersten beiden Novellen erzählen von Bekannten des Erzählers, die kurz nach einer Begegnung sterben und der Erzähler betrauert den Freund und bedauert, dass er den Betreffenden zuvor nicht noch einmal sehen konnte. Doch so sehr diese Menschen dem Erzähler vielleicht am Herz gelegen haben, so kommt in den Novellen nichts davon bei mir an. Schlaglichtartig werden Namen, Gesprächsfetzen und einige Details genannt - das war's.
Tagebücher anderer Leute sind langweilig, finde ich, wenn sie so blutleer daherkommen und bei der Lektüre nur dem Schreiber nutzen. Bei dem werden tatsächlich Erinnerungen wach, bei mir erlahmte schnell das Interesse. Da rettet es auch nicht, dass Norwid in einem Abschnitt der zweiten Novelle erklärt, er habe Chopin gekannt und mehrfach in Paris getroffen. Auch über den berühmten Komponisten erfährt man nicht mehr als die Tatsache, dass Norwid ihn trifft, von einem Umzug Chopins in eine andere Wohnung erfährt und kurz darauf ist auch Chopin nur mehr einer der verstorbenen Bekannten.

Also machte ich mich an die Lektüre der titelgebenden Novelle, aber auch die wärmte das Essen nicht mehr auf. Norwid erzählt von Lord Singelworth, der zur damaligen Zeit Aufsehen mit seinem Fortbewegungsmittel erregt: Ein Heißluftballon, den er absolut regelmäßig jeden Tag besteigt und damit quer durch Europa reisen soll. Nun kursieren freilich zahllose Gerüchte, warum der Lord einem so ungewöhnlichen Zeitvertreib frönt. Bis einige Herren um den tatsächlichen Grund wetten und unter Führung von Norwid, dem neutralen Wettbeobachter, beim Lord vorsprechen. Doch der Lord bestätigt keine der wettenden Parteien, sondern trumpft mit einer ganz neuen Schrulle auf. Er hat eigentümliche Vorstellungen von Reinheit und der Ballon ist in seinen Augen das einzige Mittel, um diese Reinheit zu erlangen und zu bewahren. Das mag einst witzig oder belehrend gewesen sein, der Ballonfahrer mag aufsehenerregend gewesen sein und seine Begründung für die Fahrten ist hanebüchen. Aber wieder eine Erzählung, mit der ich gar nichts anfangen konnte.

Ein Buch also, das ich schnell wieder beiseitegelegt habe. Mögen sich andere Leute mit diesem Autoren befassen.
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