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Autor Thema: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen  (Gelesen 15669 mal)

Nirika

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Re: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #75 am: 31. März 2007, 22:59:13 »

Hallo!

Ich mag das Buch. Die Geschichte und der Stil passen zusammen. Natürlich kommen einige Begriffe vor, die man normalerweise in der geschriebenen Sprache wohl nicht erwartet, aber die Ausdrucksweise passt zu Holden Caulfield.

Er hat keine wirkliche Ahnung was er will, tut dieses und jenes und kommt doch nirgends an. Ein bisschen umherirren ist im Leben ganz normal, auch wenn es bei ihm schon extrem ist.

Es ist gar nichts o, dass Holden gar nichts mag, er sieht nur überwiegend das Schlechte, das auch viel auffälliger ist.

Theoretisch geht es ihm ja nicht schlecht, aber nur weil man theoretisch alles hat, was man zum Leben braucht und der Normalsterbliche sagt "Was beschwerst du dich?", heißt das nicht, dass man glücklich sein muss.

Hätte ich das Buch vor ein paar Jahren gelesen hätte ich sagen müssen, dass ich Holden total (nicht bis aufs Letzte, aber fast) nachvollziehen kann. Inzwischen bin ich aus dem Tief zum Glück wieder ein zur Hälfte herausgeklettert.
Ich hatte auch mal eine Phase, in der ich eigentlich nur mit Leuten zu tun hatte, die ich nicht wirklich mochte und mit denen ich nur zusammen war, weil ich nicht allein sein wollte. Inzwischen weiß ich, dass Alleinsein manchmal sehr viel besser sein kann. Holden weiß es nicht und ich mache ihm daraus keinen Vorwurf. Er ist wie er ist, wie andere Buchcharakter auch einfach sind wie sie sind. Ich halte ihn für durchaus glaubwürdig.

Ich hatte das Buch sehr schnell durch, einfach weil ich es interessant fand. Ein paar Sachen stimmen, andere nicht und was davon was ist, kann sich jeder selbst heraussuchen.
Es ist kein richtiges Antwortenbuch, es ist ein Fragebuch.

Gerade durch dieses Buch wurde mir gerade wieder klar, dass es doch einiges im Leben gibt, dass ich mag.

5ratten

Liebe Grüße

Nirika
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„Jeg ser, jeg ser …
Jeg er vist kommet på en feil klode!
Her er så underligt …“

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Doris

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Re: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #76 am: 30. Juni 2007, 22:42:35 »

Ich habe das Buch nun zum zweiten Mal gelesen, nachdem ich es vor ungefähr 20 Jahren nur bis etwa zur Hälfte geschafft habe. Warum dieser Roman zum Kultobjekt entwickelte, wurde mir auch diesmal nicht klar. Holden ist bis zu einem gewissen Grad sympathisch, allerdings kann ich grundsätzlich wenig Verständnis aufbringen für Jugendliche, die die Schule schmeißen, sich nur beklagen, in Kneipen herumhängen und reihenweise Whiskys kippen (mit 16!) und ansonsten den A... nicht in die Höhe bekommen, um etwas gegen ihre Misere zu tun, obwohl ihnen offensichtlich klar ist - zumindest in Holdens Fall - dass hier etwas schief läuft  :rollen:. Immerhin offenbart er auch positive Charakterzüge wie z. B. die Neigung, Entschuldigungen für andere Menschen zu finden.

Die Handlung im Roman fand ich etwas unbefriedigend. Mir fehlte ein richtiges Ende, egal ob gut oder schlecht. Auch der Stil ist nicht mein Ding, selbst wenn er authentisch erscheint. Genau so würde ich mir die Ausdrucksweise eines 16-Jährigen wie Holden vorstellen.

Grüße
Doris
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Es ist nicht wenig Zeit, was wir haben,
sondern es ist viel, was wir nicht nützen.
Lucius Annaeus Seneca

schokotimmi

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Re: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #77 am: 12. August 2007, 15:11:08 »

Hallo,

habe nun das Buch auch mal gelesen - hier meine Rezi:

Holden, ein Teenager, der schon aus verschiedenen Internaten "geflogen" ist, da seine Leistungen ungenügend waren, bekommt kurz vor Weihnachten wieder die Info, dass er nach den Ferien nicht mehr erscheint darf. Der Brief an seine Eltern ist unterwegs und nach einigem hin und her mit seinen Kameraden verlässt er des Nachts das Internat und geht nach New York. Seine Erlebnisse, die er in den Tagen dort macht werden in diesem Buch geschildert. In den Aktionen und Verhaltensweisen Holdens wird deutlich, dass er sich dagegen sträubt erwachsen zu werden. Er nimmt zwar schon am Leben der Erwachsenen Teil, doch zeigen seine Naivität, sein teilweise kindliches Verhalten und seine Abneigung gegen fast jeden Erwachsenen Menschen sein Sehnsucht ein Kind zu bleiben. Auch fühlt er sich zu Kindern hingezogen und in seiner Welt recht gut zu Hause...

Für mich ein interessantes Buch über einen Teenager und seine Probleme - auch konnte ich mir beim Lesen gut vorstellen, dass es für Jugendliche im Alter Holdens ein wirklich tolles Buch sein muss. Es zeigt die Zerrissenheit und die Suche nach sich selbst die man in diesem Alter wohl am intensivsten durchlebt. Doch ich glaube, wenn man irgendwie schon im Erwachsenenleben angekommen ist, erscheinen die Vorstellungen, Wünsche und Träume von Holden unrealistisch und kindlich, genau wie er selbst.
Ich kann den Ausbruch- und Weglaufgedanken von Holden gut nachvollziehen, blitzt dieser Gedanke wohl bei jedem hin- und wieder auf, wenn einem Verantwortung, Terminpläne und soziale Erwartungen zu weit gehen.
Alles in allem ein recht gutes Buch, für mich persönlich aber nicht so überragend.
Darum bekommt es von mir   3ratten

Sonnige Grüße
schokotimmi
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chil

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Re: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #78 am: 20. Februar 2008, 22:21:26 »

So, hier kommt meine Rezension:

Die Geschichte wird vom 17-jährigen Holden Caulfield erzählt, der wegen Tuberkulose in einem Sanatorium ist. Sie handelt von Samstag, Sonntag und Montag vor dem letzten Weihnachtsfest. Holden ist bereits zum vierten Mal von einer Schule geflogen, dieses Mal von der Pencey Prep, wo er es geschafft hat, in vier von fünf Fächern negativ abzuschließen. Am Mittwoch beginnen die Weihnachtsferien, danach soll Holden nicht mehr an die Schule zurückkommen. Doch ihm passiert ein Missgeschick: Als Manager der Fechtmannschaft vergisst er vor einem wichtigen Kampf die gesamte Ausrüstung der Mannschaft in der U-Bahn, weshalb er von allen ignoriert wird. Außerdem ist er von seinem Zimmergenossen Stradlater und seinem Nachbarn Ackley genervt. Sie sind ihm zu verlogen und zu piefig. Holden beschließt daraufhin, seine Abreise nicht länger zu verzögern. Er packt seine Koffer und macht sich auf den Weg nach New York.

Zu seinen Eltern will er nicht, weil er weiß, dass diese ihn umbringen würden, eben weil er schon wieder von einer Schule geflogen ist. Er checkt also in einem billigen Hotel ein und will sich dort mit einem Callgirl vergnügen, doch irgendwie wird daraus nichts, also geht er in eine Bar. Dort tanzt er mit drei älteren Damen, doch die sind irgendwie viel mehr an angeblichen Filmstars als an Holden interessiert. Also zieht dieser alleine weiter und betrinkt sich.

Am nächsten Tag schläft Holden erst einmal, dann bringt er seine Sachen zum Bahnhof in ein Schließfach. Dort frühstückt er außerdem in einem billigen Café. Er trifft zwei Nonnen, die ihm sympathisch sind und redet eine Zeit lang mit ihnen. Er spendet ihnen zehn Dollar, bevor er sich wieder auf den Weg macht. Holden legt einen Zwischenstopp in einem Plattenladen ein, wo er für seine heißgeliebte zehnjährige Schwester Phoebe eine Platte kauft. Den Nachmittag verbringt er mit Sally Hayes, einer Freundin, bei einem „verlogenen, echt piefigen“ Theaterbesuch, abends geht er dann alleine ins Kino, bevor er sich mit einem ehemaligen Mitschüler trifft. Doch auch dieses Treffen verläuft nicht nach Holdens Vorstellungen. Schon von Beginn an sorgt Holden mit seinen indiskreten Fragen für eine angespannte Stimmung, sein Gesprächspartner verabschiedet sich bald wieder und Holden verbringt wieder einen Abend beim Trinken in irgendwelchen Bars.

Er beschließt später, noch bei seiner kleinen Schwester Phoebe reinzuschauen. Holden schleicht sich in die Wohnung seiner Eltern, doch die sind Gott sei Dank nicht da. Er weckt Phoebe, um mit ihr zu sprechen. Die Kleine ist ziemlich schlau und Holden vergöttert sie. Natürlich merkt Phoebe schnell, dass er mal wieder von der Schule geflogen ist. Als sie die Eltern heimkommen hören, schleicht sich Holden wieder aus der Wohnung.

Unterschlupf für diese Nacht findet er bei seinem ehemaligen Englischlehrer. Am nächsten Tag trifft er sich mit Phoebe, um sich von ihr zu verabschieden. Er will abhauen. Als sich Phoebe standhaft weigert, zu Hause zu bleiben, weil sie ihren großen Bruder begleiten will, denkt Holden um und beschließt in letzter Sekunde, seine Pläne doch noch zu ändern.

„Der Fänger im Roggen“ wurde schon ausgiebig analysiert und interpretiert, deshalb soll an dieser Stelle darauf verzichtet werden. Es handelt sich um ein Werk, dessen Erfolg und Rezeptionsgeschichte für sich sprechen. Die Geschichte ist in flüssigem Tempo erzählt, man lebt mit Holden mit und schließt ihn ins Herz – ich jedenfalls fand ihn richtig sympathisch. Er entwickelt sich von einem Jugendlichen – fast noch Kind – zu einem Erwachsenen, man kann diese Entwicklung nachvollziehen und merkt es daran, welche Gedanken ihn bewegen und wie er sich verhält. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, jemand hätte manche der Gedanken, die mich während meiner Jugendzeit bewegten, aufgeschrieben. Die Sprache ist jugendlich, aber nicht übertrieben, man nimmt Salinger seinen Antihelden einfach ab. Er ist eine komplexe Persönlichkeit mit einem sehr weichen Kern, den er jedoch (meist vergeblich) hinter vielen Flüchen versteckt. Außerdem hat Holden einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ist gegen alles Verlogene. Vielleicht ist der Antiheld vielleicht doch weniger ein Anti als ein heimlicher Held. Mit hat das Buch jedenfalls tief beeindruckt und ich konnte es kaum mehr weglegen. 

Zusätzlich lesenswert machen das Buch auch diverse Hintergrundinformationen, beispielsweise die Tatsache, dass der John Lennon Attentäter Mark David Chapmann eine Ausgabe des „Fängers“ bei sich hatte. Außerdem besaßen Charles Manson, John Hinckley und Theodore Kaczynski das Buch – übrigens alle Gewaltverbrecher. Warum gerade auf diese Art von Menschen ein Protagonist wie Holden, der ja eigentlich ein Softie ist, solch eine Faszination ausübt, ist mir schleierhaft. Vielleicht war es damals auch einfach Pflichtlektüre in der Schule, ein Buch, das man halt daheim hat. Motive aus dem Werk verarbeiten auch die Filme „Flechters Visionen“ und eine Anime-Serie, außerdem findet man Anspielungen darauf auch in Büchern von Siegfried Lenz und Ulrich Plenzdorf. So komplex wie Holdens Charakter scheint auch die Rezeptionsgeschichte rund um das Buch zu sein. Einmal sollte sich jeder an der Lektüre von „der Fänger im Roggen“ versuchen – empfehlen würde ich allerdings eine eingehende, mehrmalige Lektüre. In diesem Jahr eines meiner Lesehighlights!
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Taschenbuch: 269 Seiten
Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 5 (Januar 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499235390

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m3rlin

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Re: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #79 am: 20. Juli 2008, 14:19:46 »

Mir hat das Buch sehr gefallen. Es ist witzig geschrieben (ich liebe Komödien!!  :breitgrins:)- einige Male musste ich laut auflachen, weil Holden einfach total durchgeknallt ist. Deshalb konnte ich mich auch mit ihm identifizieren  :zwinker:

Mit anderen Worten: "Das Buch machte mich fertig."

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tjaa

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Re: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #80 am: 20. Juli 2008, 16:26:01 »

Ich bin auch schon gespannt.
Hab es mir auf m3rlins Empfehlung hin bestellt, müsste morgen ankommen.
Allerdings auf Englisch.
Danke für den Tipp :)
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HoldenCaulfield

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Re: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #81 am: 20. Juli 2008, 16:59:03 »

@tjaa
Auf Englisch ist es eigentlich besser, da kommen die vielen Ausdrücke die Holden benutzt viel besser zum tragen.

Meiner einer hat beide Ausgaben :breitgrins:
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tjaa

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Re: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #82 am: 21. Juli 2008, 17:09:24 »

Heute ist die Ausgabe angekommen. Komischerweise eine andere, als ich bestellt hatte. Aber bei dem Preis (5€) beschwer ich mich nicht, das lohnt sich nicht ;)
Ich bin schon gespannt und werde meine Meinung dann auch hier mitteilen.
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Nachtfalterin

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Re: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #83 am: 28. Juli 2008, 13:22:19 »

Ich habe die deutsche Ausgabe eben begonnen und bin erst bei Kapitel 3.
Ich werde es zu Ende lesen, aber mir persönlich gefällt der Schreibstil überhaupt nicht. Ich finde eine solche Lektüre für die Schule unzumutbar, weil die Schüler dadurch ihr ohnehin meist schlechtes Vokabular und Ausdrucksweise noch weiter verschlimmern. Ich denke da nur an sich ständig wiederholende "und so" am Ende eines jeden Satzes; oder die dauernden "Mann" und "verdammt".
Also das stört mich wirklich! Über die Handlung kann ich noch nicht viel sagen, aber der Stil ist echt unterste Stufe, ich mag Literatur die bilden kann, die sprachlich faszinierend ist und nicht solche, die einen durchweg sich an eine schlechte und primitive Ausdrucksweise gewöhnen lässt..
« Letzte Änderung: 28. Juli 2008, 14:01:56 von Nachtfalterin »
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schokotimmi

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Re: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #84 am: 03. August 2008, 09:56:34 »

Hallo Nachtfalterin,

vllt solltest Du die Sprache mehr in Zusammenhang mit der Figur sehen. Wie würden denn die Aussagen Holdens wirken, wenn er in einer gehobenen Sprache spräche. Inhalt und Sprache wären dann divergent und das Buch nicht mehr glaubwürdig...

Ich kann verstehen, dass du die Sprache nicht magst, aber zum Buch und dessen Aussage passt sie m.M.n. perfekt.

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HoldenCaulfield

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Re: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #85 am: 03. August 2008, 12:50:26 »

Mir geht es da wie Schokotimmi, es ist ein Teenager und kein Erwachsener über 30, der hier die Hauptfigur ist. Das spiegelt sich im ganzen Buch wieder, schon die Handlungen sind aj nicht die eines Erwachsenen. Ich denke das machte und macht für viele das Buch auch aus. Das es wirkt als wäre da wirklich ein Jugendlicher der erzählt und nicht ein Erwachsener der Versucht wie einer zu schreiben. Zumindest ich habe es immer so empfunden.
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Re: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #86 am: 04. August 2008, 20:29:27 »

Ich muss meinen beiden Vorschreibnern Recht geben. Es einfach nicht passen, spräche Holden so wie beispielsweise... sagen wir mal... Tom Ripley. Einfach, weil die Figuren ihre jeweils eigene sprachliche Interpretation erfordern. Ansonsten würde keiner von ihnen ein dreidimensionaler Homo Fictus, sondern nur ein Bag of Bones bleiben.
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Nachtfalterin

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Re: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #87 am: 05. August 2008, 19:22:05 »

hallo,

Ja, da muss ich euch schon Recht geben. Zum Inhalt bzw zur Person passt diese Sprache.
Nachdem ich jetzt fertig bin, muss ich sagen, hat mir das Buch vom Thema her recht gut gefallen, allerdings hätte man die Grundidee besser umsetzen können. Die schlechte Sprache hat für mir zusätzlich noch dominiert, irgendwann war ich die ständigen "das machte mich fertig" "das deprimierte mich" und "und so was" satt. Holden war mir außerdem extrem unsympathisch, einfach nur verzogen  und konnte sich selbst nicht reflektieren. Ein trauriges Beispiel, wie die Jugend enden kann, wie wenig sich um die Zukunft geschert wird und doch immer in der Annahme man ist eben nicht so "verlogen" wie andere, aber wenn der Horizont beschränkt ist, weil das einzige, was man gut findet 2 Nonnen und ein Gespräch mit der Schwester ist, ohne die Frage verstanden zu haben, dass sie auf seine wirklichen Interessen, jene, die zukunftsrelevant sind, hinaus will, dann ist das kein Wunder.

Nein, das Buch würde ich persönlich nicht hoch loben. Man kann es höchstens als abschreckendes Beispiel benutzen. So viel Langeweile kann doch kein Mensch verspüren, dass er nicht mal 2 Stunden alleine mit sich selbst klar kommt.. immer muss jemand angeklingelt werden, eine Person, die man im Endeffekt doch hasst, wobei nicht einmal der Begriff Hass von diesem Jungen verstanden wird..

mein Urteil (das erste mal *hihi)

 2ratten

für die Idee, die hoffentlich schwere Mühe so eine Sprache verwirklichen zu können und den Nutzen als als Abschreckung (wobei ich daran nicht wirklich glaube)
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HoldenCaulfield

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Re: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #88 am: 05. August 2008, 19:58:35 »

Hmm.. vielleicht mag man das Buch nur wenn man die Gefühle Holdens im Buch nachvollziehen kann? Ich habe mich jedenfalls irgendwie mit HC identifizieren können. Und auch heute noch mag ich ihn sehr^^

Aber na ja man muss ja auch nicht jedes Buch mögen und jeder empfindet es eben auch ganz anders. Außerdem finde ich es interessant wenn jemand den Fänger nicht mag. ^^
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schokotimmi

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Re: J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #89 am: 05. August 2008, 20:57:39 »

Hallo,

also ich habe dem Buch damals auch nur 3 Ratten gegeben - aber eigentlich nur weil ich mich selbst mit Holden nicht wirklich identifizieren konnte. Der Stil ist außergewöhnlich und alles passt zusammen.

Ich habe letztens ein Buch über Bücher gelesen: "Wie ein Kind an einem Sommermorgen" - da wurde auch dieses Buch behandelt und ich muss sagen, viele Aspekte sind mir erst nach dieser Lektüre klarer geworden.

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schokotimmi
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