  | | Autor: James Siegel Titel: Lügenspiel Originaltitel, Jahr: Deceit, 2006 Verlag: Luebbe ISBN: 3-404-16351-6 Ausgabe: Taschenbuch Seiten: 432 |
Ich habe das Buch im amerikanischen Original, das unter dem Titel
Deceit erschien, gelesen.
InhaltTom Valle ist Journalist. Bis vor zwei Jahren bei einer der größten US Zeitungen als Starreporter beschäftigt, hat er es geschafft, sich selbst ins Abseits zu befördern. 56 Stories hat er zumindest zum Großteil erfunden. Nun arbeitet er als Reporter einer Lokalzeitung in einem kalifornischen Provinznest namens Littleton, berichtet über so wichtige Ereignisse wie etwa hundertjährige Geburtstage. Bis ihn der Verleger eines Tages bittet, sich der Story eines Verkehrsunfalles anzunehmen. Die Umstände des Unfalles lassen schon bald Zweifel in Tom aufkommen ob es sich nur um einen normalen Unfall handelt wie er eben so mal passiert. Als sich dann herausstellt, dass die Leiche gar nicht die ist, für die sie gehalten wird, wittert Tom die Story seines Lebens und beginnt mit seinen Recherchen, die schlußendlich die grauenvolle Wahrheit ans Licht bringen...
Meine MeinungIch bin begeistert. Aber nur aufgrund der Tatsache, dass der Titel eines Buches ausnahmsweise auch einmal zu dessen Inhalt passt.
Fünf lange Wochen saß ich an diesem Buch. Der Anfangsteil war noch relativ spannend, in der Mitte kam dann ein ziemlicher Einbruch der sich bis etwa einhundert Seiten vor Schluß dahin zog wie Kaugummi. Von Tempo und nervenzerreissender Spannung weit und breit keine Spur. Leider hat es der Autor auch nicht geschafft, die Fäden gekonnt und vor allem glaubwürdig zu spannen. Schlußfolgerungen werden gezogen, die sich dem Leser ziemlich entziehen und ihn ratlos zurücklassen.
Eines der wenigen Dinge, die mir an diesem Buch gefielen, war der Protagonist Tom, obwohl die Charakterzeichnung auch nicht so besonders ausfiel. Der Kerl war mir zwar ziemlich unsympathisch, aber von jemanden in der Ich-Perspektive eine Story erzählt zu bekommen, der ein ganz großer Lügner ist, hat seinen Reiz. Mir ging es öfters so, dass ich alles und jedes Geschriebene anzweifelte, und mich fragte ob da nicht nur ein Spiel mit dem Leser getrieben wird. Auf ein "Ha, du bist mir auf den Leim gegangen." habe ich schon fast gewartet. Ob das dann auch kam wird natürlich nicht verraten.
Origineller Protagonist, ein Verwirrspiel, eine Verschwörung und dem Ganzen zu Grunde liegend ein entsetzliches Thema, das schockt. Da es mir gar nicht so unmöglich scheint, dass dies wirklich passiert. Das Buch hätte das Potential zum Pageturner. HÄTTE. Meiner Meinung nach hat der Autor einiges verschenkt. Für mich nur ein großteils vor sich hin dümpelnder Mittelklassehriller. Eine Empfehlung hierfür kann ich leider nicht abgeben.

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