So ein trauriges Ende... :( , aber in sich stimmig und passend, da hast Du recht. Aber im Grunde ist das ganze Buch, die ganze Handlung auf dieses Ende unweigerlich zugelaufen, genauso zwingend wie Paul seinen Visionen gefolgt ist. Je mehr man von seiner Vision "sah" desto veständlicher ist auch seine permanete Traurigkeit gewesen und ich konnte auch verstehen daß er für sich keinen Platz mehr in dieser "Zukunft" gesehen hatte, so tragisch das auch für die Kinder ist.
Es begeistert mich wie Frank Herbert es geschafft hat aus diesen ganzen nebulösen Visionen verschiedener Personen (die ja eine großen Teil des gesamten Buches ausmachen) , einen so klar und folgerichtig zusammenlaufenden Schluß aus all diesen Handlungsträngen zusammenführen konnte. Es passt einfach.
Daß Chani stirbt, konnte man ja schon im 1/3 des Buches ahnen und je weiter man las, desto enger wurden die Schnur die sich um sie herum zusammenzogen. Manchmal wurde es mir mit all diesen Visionen und schwammigen "Zukünften" ja schon zu fiel, aber da ging es Paul ja nicht anders ....
Duncan alias "der Ghola" war durchgängig eine der spannendsten Figuren in dem Buch und geht auch weiter in eine Zukunft, genauso wie Alia, wogegen sich Chani und Paul das ganze Buch über im Abschied von ihrer geschaffenen Welt und dem Leser befanden. Die Szene mit dem "Steinbrenner" war natürlich irre, genauso wie dieses "Sehen aufgrund von Visionen" .
Was ich nicht ganz verstanden hatte.. am Ende sagt Duncan als er den Zwerg umbrachte "Ich erwies ihm eine Gefälligkeit!", meinte er damit den Zwerg? Und warum sollte dieser sterben wollen?
Über die Kinder kann man natürlich jetzt wunderbar spekulieren und da Paul den Jungen ja nicht gesehen hat, spekuliere ich in die Richtung daß dieser Junge möglicherweise eine Art Wiedergeburt von Paul selbst ist (und diese Wiedergeburt sich selbst vorm Gesehenwerden schütze, wie z.B. auch alles im Bereich der Gildenavigatoren vor dem "Gesehenwerden" geschützt ist .
Allein die Szene in der Paul durch die Augen des Babys gesehen hat, jagte mir ja wieder der einen Schauer über den Rücken.
Zu Alia und den Veränderungen im Allgemeinen hab ich mir noch so meine Gedanken gemacht. Alia kam ja als eine Art "Gefäß des Wissens" auf die Welt, vereinigte alles Wissen und die Erfahrungen von vielen vorherigen Leben Anderer in sich, gleichzeitig war sie aber trotzdem ein natürlich geborener Mensch und sie muß ihre ganz persönliche Entwicklung dennoch durchleben. Von der Wüste zu lesen, ist etwas anderes als die Wüste wirklich zu erleben und über die Liebe zu lesen und theoretisch alles darüber zu wissen ist etwas anders, als sie wirklich selbst zu fühlen und zu erfahren, bei allem Vorwissen, ist es eben bei Alia auch so und sie durchluft zwangsläufig eine "menschliche" Entwicklung und Veränderung. Sie muß ihr (!) Leben, leben um zu begreifen was das Leben ausmacht, es nur zu wissen reicht nicht. Mich hat erst überrascht daß sie sich so weiterentwickelt, aber gerade das macht sie nun letztlich menschlicher, greifbarer und damit auch wieder natürlicher.
Insgesamt war der Band sehr melancholisch und eben von Abschied geprägt, aber gerade die zweite Hälfe des Buches bringt es an Spannung und Energie doch wieder näher an den ersten Band als ich anfangs dachte.
Und zum Schluss waren sie ja auch wieder in der Wüste, die selbst für Chani aber nicht mehr das Selbe war, wie zuvor, auch wenn sie einerseits das Gefühl hatte die Wüste nie verlassen zu haben. Ich empfand die Szene in der sie allein kurz vor der Geburt und ihrem Tod über die Wüste blickte sehr eindringlich und wie eine Zusammenfassung des Ganzen. Für die Menschen (Wesen) die an der großen Veränderung der Welt (bzw. in dem Fall ) des Universums maßgeblich beteiligt waren, bot eben diese veränderte Welt nicht mehr den Lebensraum den sie benötigten. Interessant finde ich aber in dem Zusammenhang das Stilgar weiter mit in die Zukunft geht.
Hm.. ich bin gespannt auf Bd. 3

aber jetzt muß ich erstmal das Ende ein bisschen verdauen. So richtig es war, hat es mich doch traurig und nachdenklich hinterlassen.