
Titel: Der Tod des Teemeisters
Autor: Yasushi Inoue
Inhalt: Klappentext
Japan im Zeitalter der Samurai: auf Befehl des Kriegsherrn Hideyoshi begeht der berühmte Teemeister Sen no Rikyu Selbstmord. Sein Schüler, der Mönch Honkaku, forscht nach den Gründen für den geheimnisumwitterten Tod und deckt Intrigen und geheime Machenschaften auf.
Meine Gedanken zum Buch: Dieses Buch zu lesen ist für mich wie das trinken einer Tasse grünen Tees,man tut es langsam und in kleinen Schlucken, nicht zu hastig. So empfand ich Der Tod des Teemeisters. Als wohltuende Lektüre die man in kleinen Dosen genießt und dies dafür um so mehr. Es strahlt eine innere Ruhe aus die sich auf den Leser überträgt und man hat das Gefühl aus einem tiefen dunklen See auf zu tauchen und den Lärm von der Straße plötzlich wieder zu hören, wenn man das Buch zu schlägt. Oder nein, eher behutsam schließt, das scheint der richtige Umgang damit zu sein.
Der Handlungsrahmen erstreckt sich über viele Jahre, aber da der Leser nur die Tagebuch artigen Einträge des Mönchs Honkaku verfolgt wirkt dies recht realistisch. Der Klappentext erweckt vielleicht ein wenig den Eindruck eine Art Kriminalroman und Detektivroman vor sich zu haben. Das ist allerdings eine falsche Annahme. Honkaku macht sich natürlich sehr viele Gedanken über den Tod Rykyus und eigentlich bestimmt dessen Selbstmord noch nach Jahren sein Denken und Handeln, aber er schreibt auch seine Gedanken über den Weg des Tees nieder. So erhascht man vielleicht als Leser der nicht aus Japan stammt einen kleinen Blick in eine Mentalität die uns selbst fern erscheint und nicht so ganz von dieser Welt.
Wenn man sich die Figuren genauer anschaut und sich auch dem Anhang widmet wird man übrigens feststellen das so gut wie alle im Roman erwähnten Figuren historisch belegt sind. Yasushi Inoue schreibt in einem kleinen Vorwort das er hier echte Aufzeichnungen verarbeitet und in eine moderne Sprache übertragen hat.
Ich habe eine Schwäche für japanische Autoren, bisher hat mich noch keiner der wenigen die ich kenne enttäuscht. Auch Yaushi Inoue konnte mich begeistern!
