

50 Seiten Text und 30 Seiten Anmerkung dazu - da stimmt irgend etwas nicht.
Die Geschichte beginnt als Satire auf hinterwäldlerische Landbewohner, die in ihrer Raffgier danach trachten, ihre Töchter meistbietend zu verheiraten, entwickelt sich zur Betrugsgeschichte, die ihrerseits in einen Mord einmündet, und hält nach 7 von 8 Kapitelchen eine Rettung des bereits verurteilten Verdächtigen nebst Überführung des wahren Spitzbuben bereit, die bis zur Albernheit künstlich wirkt. Das kann es nicht gewesen sein.
Dann folgt ein achtes Kapitel, in dem der Bösewicht, ein Franzose, der zu Anfang buchstäblich aus einem Ballon vom Himmel herabgefallen war, zunächst einige Lücken in der Kriminalgeschichte schließt. Auch damit wäre das Büchlein noch etwas dürftig. Dann aber kommt der Clou: der fremdländische Monsieur schildert seinen Lebensweg, der ihn zum Schurken hat werden lassen, und das ist ein wütendes Pamphlet gegen - Jules Verne. Was der Hintergrund dieser Attacke war, ergibt sich aus dem Nachwort, und das ist dann in der Tat um keine Zeile zu lang.
Ein merkwürdiges Buch. Die Geschichte selbst ist, abgesehen von routiniert-unterhaltsamer Satire auf das etwas tumbe amerikanische Landvolk, eigentlich nicht richtig rund, ihr fehlt für die Kriminalgeschichte ein überzeugender Schluss; als Konfrontation von amerikanischer Land- und europäischer Hochkultur ist sie zu kurz. Der ganze Sinn des kurzen Textes besteht demnach in der Injurie, die sich der Verfasser am Ende gegen den ihm verhassten Verne erlaubt. Man ist geneigt zu sagen: Schade.
Wertung: mit Hängen und Würgen
